Auf geht's zu Firefox 2.0

Auf geht's zu Firefox 2.0

Max Jonas Werner
05.12.2005

Knapp eine Woche nach der Freigabe von Firefox 1.5, Codename "Deer Park", haben die Entwickler des freien Browsers ihre Roadmap für Version 2.0 veröffentlicht. Deren Bezeichnung während der Entwicklungszeit, "Bon Echo", steht in der Tradition, die Codenamen an die Namen von Parks anzulehnen.

Firefox 2 soll Ende Juni 2006 erscheinen und auf der Gecko-Engine in Version 1.9 basieren. Die Ziele für das neue Release sind sehr umfangreich und Prioritäten zugeordnet. Höchste Priorität hat dabei unter anderem ein neues History- und Bookmark-System. Es soll für Anwender viel einfacher werden, Bookmarks zu verwalten, zu kategorisieren und zu durchsuchen. Basis für dieses neue System ist unter anderem ein Vorschlag des Mozilla-Entwicklers Robert Accettura. Er summiert die drei seiner Meinung nach wichtigsten Probleme von Bookmarks auf drei prägnante Punkte: Bookmark-Listen wachsen ins Unermessliche und erfahren große Konkurrenz durch Auto-Komplettierung sowie Suchmaschinen wie Google.

Zudem wollen sich die Firefox-Programmierer der Benutzeroberfläche beim Tabbed Browsing widmen, die RSS-Funktionalitäten ausbauen und ein weiteres Mal das Handling von Erweiterungen verbessern. Innovationen bei der Verwaltung von integrierten Suchmaschinen-Features (unter Zuhilfenahme von Keywords und Kontext-Menüs) sollen den Zugriff auf Seiten erleichtern. Ein wichtiges geplantes Feature ist die Integration von Anti-Phishing-Maßnahmen. Erst vor kurzem hatten Microsoft, Opera, KDE und Mozilla angekündigt, bei der Sicherheit zusammenzuarbeiten.

All die genannten Neuerungen sollen auf jeden Fall in Version 2.0 einfließen, dazu über 50 Prozent der als weniger wichtig eingestuften Entwicklungen. Der Feature Freeze, also der Zeitpunkt, ab dem keine großen Neuerungen aufgenommen werden, ist für Mitte März 2006 festgelegt. Es bleibt also nicht viel Zeit für die Programmierer. Ende Mai soll dann schon der erste Release-Kandidat erscheinen.

Für das Firefox-Team gilt es jetzt allerdings noch, sein jüngstes Baby, Version 1.5, zu vermarkten. Mozillas Produkt- und Marketing-Manager Christopher Beard verkündete jüngst in seinem Weblog über zwei Millionen Downloads an nur einem Tag. Version 1.0 hat es in einem Monat "nur" zu zehn Millionen Downloads gebracht. Die Website Spreadfirefox.com startete pünktlich zum Release von Firefox 1.5 die Kampagne Firefox Flicks, über die Anwender mittels Videomitteilungen Werbung für ihren Lieblingsbrowser machen.

Kommentare
Re: Auf geht's zu Firefox 2.0
Daniel Mader, Dienstag, 06. Dezember 2005 11:41:01
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Hallo zusammen,

mich würde interesssieren, wie es Euch so geht: für mich ist das jüngste Release des FF ein mittlerer GAU: die Linux-Version enthält noch einen substantiellen Bug (der Default Downloadordner kann nicht gewählt werden, sondern bleibt als "Desktop" eingestellt -- about:config hilft hier auch nicht weiter, sondern ist sogar noch inkonsistent zum Preferences Dialog), es lassen sich nicht mehr zwei Profile parallel betreiben, selbst wenn man den Profilmanager explizit mit firefox -P aufruft (diese Art der Bevormundung habe ich bisher bei Linuxapps noch nicht erlebt), und die Oberfläche unter Linux ist nun nicht mehr gewohnt FF sondern sucht krampfhaft die Integration mit Gnome, was mich als KDE-Nutzer zutiefst verärgert. Der Download bzw. Speichern unter-Dialog (eben generell Dateibrowsing) ist eine Usabilityzumutung, finde ich. Ich frage mich, was die Mozilla Leute dazu getrieben hat, sich dem totalen Pro-Gnome Trip hinzugeben. Die Windows und Mac Version wird ja vermutlich weiterhin die gewohnten Dialoge bieten, und das war auch bisher das riesen Plus: FF war auf allen Systemen quasi gleich, und unter Linux angenehm neutral gegenüber den verschiedenen DEs.

Wer mehr über meine schlechte Laune zum FF 1.5-Release lesen will, kann sich ja den Thread aus dem Linux-Club unten durchlesen, dann muss ich nicht alles hier wiederholen :)

Eure Meinung zum Thema würde mich wahnsinnig interessieren, da dieses von mir sehnlichst erwartete Release die Enttäuschung des Jahres ist -- ausdrücklich ausnehmen möchte ich hierbei die technische Seite des FF, also Engine, Bookmarkverwaltung, Tabbed Browsing Funktionalität, Extensions usw. Mir geht es wirklich nur um die GUI-Entwicklungen und vorschnelle stable-Releases mit bekannten Bugs.

lg, Daniel Mader

[1] http://www.linux-club.de/viewtopic.php?t=47999



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Re: Auf geht's zu Firefox 2.0
Benjamin Quest, Mittwoch, 07. Dezember 2005 09:08:56
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Hm, ich habe ihn noch nicht ausprobiert, aber ganz generell ist die Mischung aus verschiedenen Dialogen auf dem Linux-Desktop irgendwie ... inkonsistent, ob Firefox da nun den eigenen oder einen anderen hat macht da schon fast keinen Unterschied mehr. Ich hoffe auf freedesktop.org und ansonsten kommt mir 1.5 auf die Platte wenn er in Debian stable angekommen ist, dann ist er nämlich auch stable. Ja ich weiß, inkementelle Updates werde ich mir dann wohl sparen. Ob ich sie sparen muß, kann oder darf ist dann die nächste Frage ;-)

BEnjamin


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