Asus 900A: Das bisher beste Netbook [Update]

Asus 900A: Das bisher beste Netbook [Update]

Marcel Hilzinger
20.08.2008

Ab heute gibt es den Eee-PC 900A mit Linux, Atom-Prozessor, 1 GByte Hauptspeicher und 8 GByte SSD in diversen Internetshops für 299 Euro zu kaufen. Linux-Community.de hat ein erstes Testgerät bekommen und sich den neuen Xandros-Rechner genauer angeschaut.

Das Wichtigste vorweg: Länger warten lohnt sich nicht. Wer auf der Suche nach einem leichten, schnellen Netbook mit 9-Zoll-Display und 4 Stunden Akkulaufzeit ist, der kann beim 900A getrost zugreifen. Das Gerät bringt die gleichen äußeren Parameter wie der Eee-PC 701 mit, hat aber im Inneren deutlich mehr zu bieten:

  • 1,6 GHz schneller Atom-Prozessor
  • 1 GByte Ram
  • 8 GByte Solid State Disk
  • 9-Zoll Display mit 1024x600 Pixeln
  • Gigabit-Ethernet
  • 4 Stunden Akkulaufzeit

Das neue Asus-Netbook ist dabei mit 990 Gramm nur leicht schwerer als das Erstlingsmodell und misst in der Tiefe einen knappen Zentimeter mehr. In der Breite sind beide Modelle gleich, auch die Tastatur entspricht exakt der des Eee-PC 701. An der Vorderseite ist das 900A etwas dünner, wodurch es besser in der Hand liegt, wenn man das Netbook herumträgt.

Die Pixart-Webcam (093a:2700) speichert Bilder und Videos mit einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten. Sie arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern. Das Touchpad ist zwar größer aber nicht besser geworden. Es reagiert immer noch relativ empfindlich, eine neue Software schaltet es allerdings aus, sobald man am Tippen ist. Der 4-Zellen-Akku mit 4400 mAh hielt in unseren Tests mit zeitweiser WLAN-Nutzung im Dauerbetrieb vier Stunden und 7 Minuten durch. Fällt die Kapazität unter 700 mAh, erscheint auf dem Display eine Warnmeldung, unter 300 mAh fährt der Rechner innerhalb von 3 Minuten automatisch herunter.

Der Akku des 900A sieht zwar haargenau gleich aus, wie der des Vorgängermodells, er ist aber damit nicht kompatibel. Wer also noch ein Eee-PC 701 mit dem 5200-mAh-Akku gekauft hat, kann diesen Akku nicht für das neue Modell einsetzen (eventuell mit etwas Bastelarbeit). Das gleiche gilt auch für das Netzteil. Es ist zwar immer noch annähernd so kompakt, wie das alte, liefert aber 12 Volt, keine 9,5. Das 9-Zoll-Display ist nicht nur größer als das alte, es ist auch angenehm hell.

Die beiden Netzwerkmodule hat Asus ebenfalls ausgetauscht. Anstelle des Atheros AR5007 funkt nur ein Atheros AR242x, das neben 802.11b/g auch den Standard 802.11a beherrscht. Das Fast-Ethernet-Modul L2 ersetzt ein L1e-Gigabit-Controller. Beide stammen ebenfalls von Atheros. Bluetooth fehlt in der Grundausstattung, externe Adapter gibt es aber schon für unter 10 Euro.

Der neue Eee-Pc (links) ist kaum größer, bringt aber das deutlich hellere Display mit.

Am vorinstallierten Xandros hat sich nichts geändert. Es kommt weiterhin mit Kernel 2.6.21.4 und der vereinfachten Oberfläche mit den fünf Reitern Internet, Arbeiten, Lernen, Spielen und Einstellungen. Xandros hat ihr allerdings einige neue Module spendiert. Zum Beispiel startet über Eee Download eine Art Software-Shop. Hinter dem Webfrontend verbirgt sich die von Linspire bekannte Click'n'Run-Technologie, zu erkennen an der Dateiendung *.cnr der Verknüpfungen. Somit ist auch klar, dass Xandros die Linspire-Technologie weiterpflegen wird.

Auf dem Work-Reiter sind nun auch die OpenOffice-Module fürs Zeichnen und mathematische Formeln verknüpft. Die Play-Sammlung ist um Picasa und einen DVD-Player reicher geworden, im Software-Manager gibt es nun endlich einen separaten Reiter für die Updates, so dass man nicht mehr sämtliche Pakete durchgehen muss, um Updates zu finden. Der Update-Manger arbeitet aber auch sehr zuverlässig. Zudem erlaubt ein spezieller Button auch die Installation einzelner Debian-Pakete.

[Update] Debian, OpenSuse und Ubuntu
Mit 1 GByte RAM taugt das Asus-Netbook eigentlich für jede Linux-Distribution. In den Tests mit Debian, OpenSuse und Ubuntu gab es denn auch keinerlei Performance-Probleme. Allerdings fehlen allen drei Distributionen Treiber für die WLAN- und die LAN-Schnittstelle, so dass für die Anbindung ans Netzwerk in jedem Fall ein zweiter Rechner nötig ist.

Den Treiber für die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle gibt es bei Asus. Der Treiber basiert auf Intels e1000-Treiber und steht unter der GPL. Alle Distributionen außer dem vorinstallierten Xandros zeigen die Karte als Attansic Technology Corp. Device 1026 (rev b0) an. Asus verwendete den Chipsatz um 2004 bei einigen Mainboards, seither hat Atheros die Firma Attansic aufgekauft. Für den Download wechseln Sie auf den Reiter Drivers und suchen nach Linux. Hier laden Sie das ZIP-File LinuxDrivers.zip herunter (Version vom 6.März 2008) und entpacken es. In der ZIP-Datei befindet sich das Verzeichnis L1e_LAN, hier finden Sie ein RAR-File, das Sie über den Befehl unrar x l1e-l2e-linux-v1.0.0.4.rar entpacken. Um den Treiber zu kompilieren, müssen Sie zunächst über export KBUILD_NOPEDANTIC=1 die CFLAGS-Fehlermeldungen ignorieren, danach erstellt make das Kernelmodul atl1e.ko.

Das WLAN-Modul arbeitet mit den gleichen Treibern wie beim Eee-PC 701. OpenSuse-Nutzer finden im Appleonkel-Repository fertige RPM-Pakete, für alle anderen Distributionen gibt es im Madwifi-Wiki eine Anleitung.

Einen kleinen Fallstrick gibt es noch bei der Webcam. Diese ist im BIOS deaktiviert, weshalb sie die drei Testkandidaten nicht erkannten. Ist die Webcam hingegen aktiviert, arbeitet sie mit den Uvcvideo-Treibern problemlos.

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Kommentare
Re: Asus 900A: Das bisher beste Netbook
Ulf B., Mittwoch, 20. August 2008 23:32:45
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Schade das kein Bluetooth eingebaut ist und der Touchpad nix taugt. Aber ansonsten hat mir auch das alte gut gefallen. Insbesondere das Netzteil war sehr geschickt (langes Kabel, Kompakt verpackbar).

Aber ehrlich gesagt bin ich mit meinem Nokia N800 + Anicom iGo Bluetooth Tastatur sehr zu Frieden. Es ist sehr kompakt und damit fast immer Dabei, auch mit Tastatur, läuft bei normalen Gebrauch mindestens einen Tag (im Standby auch mal zwei Wochen) und hat ein Super Display mit sehr guten TouchScreen welcher auch mit den Fingern bedient werden kann. Ich möchte es nicht mehr missen. Sollte es einen Nachfolger (nach dem N810) geben, der vergleichbare Qualitäten bietet, werde ich es mir zulegen. Übrigens finde ich meine Tastatur besser als die der meisten Notebooks, auch wenn die Zahlentasten etwas versteckt sind, kann man nach etwas Gewöhnung sehr schnell damit 10-Finger schreiben.

Ciao
Ulf




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Re: Asus 900A: Das bisher beste Netbook
Seraphyn Christian M. Grube, Mittwoch, 20. August 2008 21:49:02
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Bitte mit Debian Lenny testen, auch wenn das so wie es aussieht nicht mehr die Masse interessiert.
Für mich ist es ein Kaufargument.
Gruss


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Re: Asus 900A: Das bisher beste Netbook
Marcel Hilzinger, Freitag, 22. August 2008 11:23:56
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Wie im Update erwähnt, gibt es damit keine größeren Schwierigkeiten. Ethernet-
und WLAN-Treiber muss man wie bei den anderen Distros auch nachinstallieren.


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