Erst im Februar verlor die freie Audio-Software einen großen Sponsor. Kurzerhand sprang die Nutzergemeinschaft ein und sammelte eifrig Gelder. Hauptentwickler Paul Davis bedankte sich jetzt für diese Hilfe mit einem kleinen Update – und werkelt schon eifrig an der kommenden Version 3.0.
Obwohl die neue Version 2.8 als „mostly-bugfix“ gilt — also hauptsächlich Fehler beseitigt — dürfen sich ihre Benutzer dennoch über einige interessante, neue Funktionen freuen.
Dazu zählt in erster Linie eine wesentlich verlässlichere Unterstützung für VST-Plugins. Wer Ardour mit VST-Unterstützung aus dem Quellpaket übersetzen möchte, muss zudem nicht mehr die Entwicklungsumgebung (SDK) von Steinberg herunterladen. Dies war bislang notwendig, da der VST-Erfinder sein SDK zwar kostenlos, aber nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Ab sofort verwendet Ardour eine freie Alternative („Vestige header“), Dank derer nun auch endlich alle Distributoren Ardour-Pakete mit VST-Unterstützung anbieten können. Die Entwickler der Audio-Software bitten jedoch eindringlich darum, solche Pakete entsprechend zu kennzeichnen.
Neu in Ardour 2.8 sind auch die Track/Bus-Templates. Sie gestatten es, die aktuelle Konfiguration eines Tracks oder Bus zu speichern und später bei der Erstellung einer neuen Spur schnell wieder abzurufen. Hinzu kommen kleine Verbesserungen in der Bedienung, wie beispielsweise „akkurate“ Crossfade-Icons.
Nachdem im Februar das SAE-Institut als Sponsor von Ardour absprang (Linux-Community berichtete), sah es zunächst so aus, als müsse sich Hauptentwickler Paul Davis einen neuen Job suchen, was wiederum die Arbeit an der digitalen Audio-Workstation drastisch verlangsamt hätte. Die Nutzergemeinschaft sprang in die Bresche und sammelte binnen kürzester Zeit über 4500 Dollar, so dass Davis zumindest vorübergehend wieder in Vollzeit an seiner Software basteln kann. Die Pläne für die kommende Version 3.0 liegen zudem bereits in der Schublade: Sie soll endlich die lang erwartete MIDI-Unterstützung erhalten.





