Debian-FTP-Master Town wirft das Handtuch

 Anthony Towns zieht sich aus dem Debian-Projekt zurück

Anthony Towns zieht sich aus dem Debian-Projekt zurück

Britta Wülfing
09.05.2008 Der langjährige Debian-Entwickler und frühere Projektleiter Anthony Towns zieht sich aus den aktuellen Projekten zurück. Der Grund scheint Uneinigkeit über die Aufgabenverteilung innerhalb der freien Linux-Distribution.

Mit einer kurzen Notiz betitelt "on freedom" [1] kündigt der Australier Anthony Towns in seinem Blog seinen Rückzug an. Er schreibt: "Eine der Freiheiten, die ich schätze, ist die Freiheit, zu wählen, womit du deine Zeit verbringst und mit wem du sie verbringst."

 

Towns beruft sich auf das Statut 2.1.1 der Debian-Verfassung, nach der Aufgaben zurückgenommen oder abgelehnt werden können. Wörtlich heißt es hier: "Eine Person, die eine Aufgabe nicht übernehmen will, die delegiert oder ihm zugeteilt wurde, muss diese nicht machen." Ob er dies nur auf sich selbst bezieht oder dies auch als Empfehlung für andere Debian-Entwickler verstehen will, lässt der Eintrag offen. Eindeutig ist dies nicht, denn Towns schrieb unmittelbar, nachdem der scheidende Debian-Projektleiter Sam Hocevar einige Ämter innerhalb des freien Betriebssystems vergab. Unter anderem berief er Jörg Jaspert zum FTP-Master und gab ihm die Vollmachten eines Debian Account Manager. Und auf dieses Posting verlinkt Towns in seinem Blog mit den Worten: "Während ich viel Zeit damit verbracht habe, dass Leute in Schlüsselrollen bei Debian immer noch diese Freiheiten haben (hey, 2.1.1, weißt Du nicht), scheint es heutzutage tatsächlich anders zu sein." Der Listeneintrag von Hocevar endet mit den Worten "Diese Übertragung der Vollmachten sind wirksam, bis sie vom DPL (Debian Project Leader) oder einem Beschluss zurückgenommen werden."

 

Tatsächlich reagierte Jaspert auf die Berufung in seinem Blog zunächst mit öffentlichen Zweifeln, ob er das Amt annehmen solle. Er prophezeit Kritik an seiner Berufung und berichtet, dass er gebeten wurde, den Posten nicht anzunehmen. Über den Grund für diese Bitte schreibt er: "Hauptsächlich gründet es darauf, dass es nicht nett ist, neue Team-Mitglieder in ein bestehendes Team zu zwingen, und dass es keine gute Arbeitsumgebung ist, wenn ein DPL das tun kann weil der das Gefühl hat, etwas beweisen zu müssen." Mittlerweile hat sich Jaspert entschlossen, den Posten anzutreten. In einem späteren Eintrag heißt es: "Ich bekomme einigen Druck, diese Berufung nicht anzunehmen, aber die Antworten auf meinen Blogeintrag waren extrem positiv." Als Debian Account Manager kann Jaspert Entwicklerkonten nach Maßgaben des Projekts anlegen und entfernen. Den Rückzug von Anthony Towns, auf der Debian-Seite mit "Aj" bezeichnet, bestätigt er mit der Bemerkung: "Aj ist von allem zurückgetreten, das zusätzliche Gruppenprivilegien erfordert.

 

Der prominente Entwickler Towns schließt seinen Eintrag zum Rückzug aus dem Projekt mit den Worten: "Viel Glück, und ich hoffe, ihr alle akzeptiert Patches." Daraus lässt sich folgern, dass er weiterhin an der Debian-Entwicklung beteiligt bleiben wird, wenn auch nicht im gleichen Umfang wie bisher.

Kommentare

Aktuelle Fragen

Fernwartung oder wartung im haus
heide marie voigt, 29.06.2015 10:37, 2 Antworten
gerne hätte ich jemanden in Bremen nord, der mir weiter hilft - angebote bitte mit preis HMVoigt
Druckeranschluss DCP-195C
heide marie voigt, 29.06.2015 10:35, 1 Antworten
installiert ist linux ubuntu 15.04 offenbar auch der treiber für den Drucker DCP-195C. Die Konta...
keine arbeitsleiste beim einloggen
heide marie voigt, 27.06.2015 13:31, 0 Antworten
seit der neu-installierung von linux ubuntu 15.04 erscheint die arbeitsleiste rechts oben erst na...
raid platte an linux mint 17.1
andreas schug, 23.06.2015 19:44, 0 Antworten
folgende thematik NAS Iomega Storage Center wird auf einmal nicht mehr im netzwerk erkannt .....
SUSE 13.2 - Probleme mit kmail
kris kelvin, 03.06.2015 13:26, 2 Antworten
Hallo, nach dem Umstieg auf 13.1 hatte ich das Problem, daß kmail extrem langsam reagierte. Nun...