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Amerikanischer Provider Comcast bremst P2P-Nutzer aus

30.11.2007

Mehrere neue Dokumente der Electronic Frontier Foundation (EFF) beschuldigen den US-amerikanischen Internetanbieter Comcast, die Nutzungsmöglichkeiten seiner Internet-Anschlüsse zu beschneiden. Die Studie der EFF legt den Verdacht nah, dass der Anbieter gefälschte Datenpakete benutzt, um zielgerichtet Peer-To-Peer-Verbindungen (P2P) zu stören.

Laut dem Bericht hat die EFF den Open-Source-Packet-Sniffer Wireshark zur Analyse benutzt. Mittels Kabelmodems und über Comcast-Breitbandverbindungen wurde versucht, Nicht-Copyright-geschützte Dokumente zu übertragen. Dabei bestätigten die Tests und die Software, dass die Übertragungsleistung der verwendeten BitTorrent-Verbindung durch unerwartete TCP-Reset-Pakete selektiv gemindert war.

Bereits frühere Test von Associated Press kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Sie versuchten eine Bibel ebenfalls via BitTorrent zwischen Ost- und Westküste zu verschicken. In zwei von drei Tests wurde der Transfer ganz geblockt, in einem Fall verzögerte sich der Start der Übertragung um gut 10 Minuten. Verantwortlich dafür soll eine spezielle Software im Comcast-Netzwerk sein.

Ein zweiter Report der EFF gibt tiefergreifende technische Informationen zu den Untersuchungen und zum Umgang mit Wireshark. Damit können Anwender die Ergebnisse nachprüfen und auch den eigenen Anbieter testen.

Durch die Regulierung der Internetverbindungen sieht die EFF die Freiheit des Internets und die Offenheit der bisher freien Standards, auf denen das Internet basiert, maßgeblich gefährdet. Durch den unzulässigen Eingriff rufe Comcast eine Situation hervor, in der Erfinder ihren Anbieter um Erlaubnis und Hilfe bitten müssten, um sicherzugehen, dass die von ihnen entwickelten Protokolle korrekt funktionieren, schreibt die EFF. Die Organisation spricht von einem "Aufweichen der offenen Standards".

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