Amarok als funktionierende Alternative zu iTunes

Amarok als funktionierende Alternative zu iTunes

Buhlen um den Palm Pre

Anika Kehrer
18.07.2009 Apple macht Ernst mit der iPod-Überprüfung und lässt unter anderem Palm-Pre-Nutzer ohne iTunes-Anbindung dastehen. Das Amarok-Projekt bietet jetzt seine Hilfe an.

In einem offenen Brief lädt das Open-Source-Projekt Amarok die Firma Palm zur Zusammenarbeit ein, nachdem Apple durch ein Update von iTunes dem neuen Linux-Smartphone von Palm den Zugriff zum Musikplayer verwehrt. Der niederländische KDE-Entwickler Bart Cerneels alias Stecchino hat dazu im Amarok-Blog einen offenen Brief an den Handheld-Hersteller aus Sunnyvale aufgesetzt:

"Ihr wolltet keine Programmierarbeit, Ihr seid Händler. Dennoch war es wohl keine gute Idee, das nach Apple zu outsourcen ", heißt es in dem etwas hemdsärmeligen Anschreiben. "Jetzt haben sie zurückgeschlagen. Ihr könnt jetzt dem Gericht etwas vorjammern. Aber wenn ihr ein Problem habt, bei dem euch niemand helfen kann, engagiert doch das Amarok-Team!" Und treuherzig steht da noch: "Wir versprechen, niemanden davon abzuhalten, Amarok mit Eurem Gerät zu benutzen."

In den KDE-News macht sich ein weiterer Amarok-Entwickler für diese Alternative stark. Unter dem Titel "The Business Of Free" schreibt Nikolaj Hald Nielsen von einer möglichen Zusammenarbeit des freien Projekts und der Silicon-Valley-Firma, von der beide profitieren würden. Nikolaj berichtete jüngst auf dem Gran Canaria Desktop Summit über den Online-Musikshop Magnatune als Beispiel für beidseitig erfolgreiche Zusammenarbeit eines Open-Source-Projekts und eines Unternehmens. Der Programmierer ist laut seiner Speaker-Beschreibung inzwischen leitender Entwickler bei Magnatune, nachdem er den Magnatune-Shop vor drei Jahren in Amarok integrierte.

Palm-Kunden können derweil das aktuelle iTunes mit dem Pre-Smartphone nicht mehr verwenden, wie Arik Hesseldahl in seinem Blog bei der Business Week berichtet. Der Palm Pre gibt sich als iPod aus, um mit Itunes Musik zu verwalten und zu synchronisieren. Damit machte sich Palm zum Konkurrenten der Verkaufsschlager iPod und iPhone. Apple kündigte bereits Mitte Juni beleidigt in einer Support-Notiz an, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, dennoch kam die Sperre durch das Update auch für Palm überraschend.

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