Accenture stellt höhere Akzeptanz für Open Source fest

Accenture stellt höhere Akzeptanz für Open Source fest

Langer Weg

Anika Kehrer
18.08.2010
Das Beratungsunternehmen Accenture registriert bei etlichen von 300 befragten amerikanischen, englischen und irischen Unternehmen und Institutionen Open Source im breiten Einsatz - oder zumindest im Blickfeld.

Die Hälfte der Befragten setze bereits auf Open Source, sagt Accenture, und ein weiteres Drittel experimentiere damit oder sei "offen dafür". 70 Prozent der befragten Organisationen wollen dieses Jahr vermehrt in quelloffene Software-Entwicklung investieren - jedenfalls mehr als im Krisenjahr 2009. Von denen, die bereits Open Source einsetzen, werden sogar fast 90 Prozent ihre Investitionen erhöhen. Knapp 40 Prozent aller Befragten geben an, geschäftskritische Programme zu migrieren, so Accenture. Aufgeteilt nach Branchen setzen 60 Prozent der Befragten aus dem Finanzsektor auf Open Source und über 90 Prozent aus dem öffentlichen Sektor.

Nachholbedarf diagnostiziert Accenture bei der Bereitschaft der Unternehmen, den Code mit anderen zu teilen. So seien nur 30 Prozent bereit, ihre Software-Entwicklung zurück in die Community zu speisen. Außerdem geben 35 Prozent als Hinderungsgrund für mehr Open-Source-Einsatz an, dass ihre Entwickler eine Fortbildung bräuchten, wie sie mit Open-Source-Software umgehen sollen. Oft wird auch das alte Argument genannt, dass die Chefs sich nicht mit Open Source anfreunden und dass es oft keine Alternativen zu der gebrauchten proprietären Lösung gibt. Weitere Details verrät die Unternehmensmitteilung.

Der Umfrager selbst reagiert überschwänglich auf seine Ergebnisse: "Wir sehen das Zeitalter von Open Source kommen", lässt sich Accentures Chief Technology Architect Paul Daugherty zitieren. Diesen Befund stützt es sowohl auf die Umfrageergebnisse als auch auf Erfahrungen mit Kunden. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren seien heute nicht nur die Kostenersparnisse wichtig, sondern vor allem Qualität, Verlässlichkeit, Performance und Security der quelloffenen Software. Jeweils 70 bis 80 Prozent hätten diese Kriterien als wichtigste genannt.

Dabei war das Accenture selbst laut Branchenkenner Matt Asay eher ein Spätzünder: Asay, ehemals für die Geschäftsentwicklung bei Alfresco zuständig und seit Februar 2010 Chief Operating Officer bei Canonical, stellte Mitte 2009 in einem Artikel fest, dass sich das bisher in dieser Sparte eher zurückhaltende Beratungshaus anscheinend vermehrt für Open Source zu interessierte.

Accenture ist ein 1989 gegründetes Management- und Service-Unternehmen und firmierte bis 2001 unter dem Namen Andersen Consulting. Es positioniert Open Source in seinem Angebot als Technologie-Bereich und widmet ihm einen eigenen Unterseite im Webauftritt, außerdem betreibt es in Indien ein Innovation Center for Open Source.

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