Freie Wahl

Ab Mitte März können Windows-Nutzer ihren Browser frei wählen

Ab Mitte März können Windows-Nutzer ihren Browser frei wählen

Anika Kehrer
20.02.2010 Microsoft spielt zwischen Mitte März und Mai 2010 den Windows-Nutzern per Software-Update einen Auswahlmechanismus auf den Rechner, der alternative Browser-Installationen ermöglicht.

"Windows-Nutzer ab der Version Windows XP, die den Internet Explorer als Standard-Browser verwenden, erhalten ein Software-Update, mit dem sie alternative Webbrowser über ein Auswahlfenster als Standardbrowser einfach definieren und installieren können", hat Microsoft heute in einem Mailing an Pressevertreter gemeldet. In Deutschland soll die Maßnahme nach einer Testphase am 17. März starten und Mitte Mai abgeschlossen sein. Das Update wird den Internet Explorer deaktivieren, aber nicht deinstallieren. In Windows 7 wird der IE auch aus der Taskleiste entfernt. Nutzer können ihn aber wie gewohnt über das Programm-Menü als Schnellstarter dorthin zurückholen.

In einem Blogeintrag erläutert Dave Heiner, Vice President und stellvertretender Leiter von Microsofts Rechtsabteilung, den genauen Ablauf der neuen Browserwahl. Demnach testet Microsoft sie in Frankreich, Belgien und Großbritannien, bevor es das Update in Deutschland und den anderen Ländern Mitte März ausrollt. Die Software für den Auswahlbildschirm gelangt in Form eines automatischen Updates auf die Computer. Für Windows-Nutzer, die Downloads des Windows-Update-Mechanismus erst bestätigen müssen, ist das Update fakultativ. Die Browser-Installationssoftware startet beim ersten Login eines IE-Nutzers nach dem Update und danach auf Wunsch: Auf den Windows-Desktop wandert nach den Preview-Screenshots eine entsprechende Verknüpfung.

Die fünf populärsten Browser werden angezeigt, für die sieben weiteren IE-Alternativen muss man nach rechts scrollen.

Mit diesem Update kommt Microsoft der im Dezember 2009 mit der EU getroffenen Einigung im Browserstreit nach, der auf Betreiben Operas seit zwei Jahren in Gang war. Die Vereinfachung einer alternativen Browserinstallation gilt nur in der EU. Zur Wahl stehen laut der Preview des Auswahlbildschirms ein Dutzend Browser, darunter Firefox, Opera und Google Chrome. Die Auswahlsoftware zeigt die fünf populärsten Browser in zufälliger Reihenfolge im Hauptfenster an, die restlichen Kandidaten (darunter auch die Open-Source Browser K-Meleon und Flock) erscheinen -- ebenfalls in zufälliger Reihenfolge --, wenn man nach rechts scrollt. Die Liste wird alle sechs Monate aktualisiert.

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Kommentare
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René Franke, Sonntag, 21. Februar 2010 13:58:18
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Ich hatte zugegebenermaßen nie eine sonderlich hohe Meinung von Windows-Endanwendern.
Aber dass ihnen als Folge eines Gerichtsbeschlusses qua "Software-Update" eine Möglichkeit verschafft werden muss, die sie vorher schon hatten erfüllt durchaus den Tatbestand der Lächerlichkeit.
Zumal Leute, die bevorzugt die Begriffe "Ja" und "Weiter" kennen mit so komplizierten Dingen wie "Freiheit" traditionell das eine oder andere Problem haben.
Oder sollte ich mich doch an Canonical wenden, da Ubuntu kein vergleichbares Auswahlfenster anbietet?



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