“5-Dollar iPod” mit Linux-Anbindung

“5-Dollar iPod” mit Linux-Anbindung

Die gemeinnützige Organisation Literacy Bridge entwickelt derzeit einen günstigen MP3-Player. Das fünf Dollar teure “Talking Book” ist ungefähr so groß wie ein iPod Shuffle. Die mit einem Flash-Speicher ausgestatteten Geräte beziehen ihre Inhalte von speziellen, Linux basierten Kiosk-Stationen, deren Verkauf die niedrigen Preise der Talking Books subventionieren sollen.

Als Einsatzgebiet sehen die Entwickler vor allem den Gesundheits- und Bildungssektor. Nach ihren Vorstellungen bieten die Betreiber der Kiosk-Stationen ihre Inhalte den Talking Book-Besitzern an. Letztere können sich dann die MP3-Dateien gegen eine geringe Gebühr herunterladen. Die Audiodateien selbst sollen unter der Creative Commons 2.5 Lizenz stehen und frei von DRM bleiben.

Das Haupteinsatzgebiet sieht Liberty Bridge vorwiegend in den ärmeren Regionen der Welt. Um eine bessere Stromversorgung zu gewährleisten, können die Kiosk-Betreiber solarbetriebene Ladestationen für die Akkus der Player erwerben. Die Benutzer der Talking Books können so beim Kauf von Inhalten auch gleich noch ihre alten Batterien gegen frische tauschen.

Das Talking Book selbst besitzt im Gegensatz zum iPod keinen LCD-Schirm, sondern aus Kostengründen lediglich einen Anschluss für Köpfhörer und eine USB-Buchse zur Datenübertragung. Über letztere lassen sich auch mehrere Player miteinander koppeln, was wiederum einen kostenlosen Austausch des Audio-Materials ermöglicht. Die Kiosk-Stationen bestehen aus einem stark abgespeckten und damit ebenfalls kostengünstigen Laptop, auf dem ein Embedded-Linux läuft.

Der Erfinder des Talking Book, Chliff Schmidt, ist in der Open-Source-Szene kein Unbekannter. Er arbeitete bereits mit der Eclipse Foundation und der Apache Software Foundation zusammen und war in das “One Laptop per Child”-Projekt involviert.

Schmidt erwartet, dass Prototypen von Talking Book und Kiosk-Station bis zum Ende des Jahres in Ghana und Indien getestet werden. Eine Präsentation des Systems findet im Rahmen der ApacheCon-Konferenz in Amsterdam statt.

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