Aktuelle Software im Kurztest

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Aus jedem Programm auf Archive zugreifen mit AVFS 1.0.5, kompakte Entwicklungsumgebung DCE 0.13 für das Skripting, Passwörter auf der Konsole verwalten mit Pass 1.7.1, Pkgdiff 1.7.2 ermittelt Unterschiede zwischen Programmpaketen.

Dosenöffner

Via AVFS 1.0.5 greifen Sie von allen Programmen aus auf Archivinhalte zu, auch via FTP, HTTP oder SSH.

Der Einblick in ein komprimiertes Archiv setzt normalerweise den passenden Packer voraus, ein Navigieren im Archiv wie in einem Verzeichnisbaum gelingt damit nicht. Hier springt "a virtual file system" oder kurz AVFS in die Bresche und erlaubt, auf Dateiebene transparent auf Archivinhalte zuzugreifen – selbst von Programmen aus, die von Haus aus das jeweilige Archivformat nicht unterstützen. Einen ebenso einfachen wie naheliegenden Weg zum transparenten Einbinden von Archiven bietet die Kombination von AVFS mit der FUSE-Schnittstelle zur Integration von Dateisystemen im Userspace.

Einige gängige Distributionen stellen bereits ältere AVFS-Releases in den Repos bereit, die neueste Version müssen Sie aus den Quellen selbst kompilieren. Dabei entstehen die Tools Avfsd, Mountavfs und Umountavfs. Mountavfs bindet über den im Hintergrund gestarteten Dienst Avfsd den gesamten Verzeichnisbaum des lokalen Rechners als virtuelles Verzeichnis ~/.avfs/ ein. Darin navigieren Sie wie gewohnt, wobei Sie Archive wie Verzeichnisse behandeln. Um etwa in ein Archiv zu gelangen, wechseln Sie einfach mit dem Befehl Cd hinein und nutzen die enthaltene Verzeichnisstruktur wie gewohnt. So kopieren Sie Dateien etwa via Cp in andere Ordner.

Laut der recht rudimentären Dokumentation bietet AVFS außerdem die Möglichkeit, via FTP, HTTP oder SSH auf entfernte Verzeichnisse zuzugreifen. So fragen Sie beispielsweise mit ls /#ssh:User@Host/ den Inhalt eines Remote-Verzeichnisse ab. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie einen passwortlosen Schlüssel zu Authentifizierung verwenden.

AVFS 1.0.5

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://avf.sourceforge.net

Entwicklungshelfer

Die schlanke Entwicklungsumgebung DCE 0.13 unterstützt die wichtigsten Skriptsprachen und lässt sich problemlos erweitern.

Die schlanke Entwicklungsumgebung Damn Cool Editor oder kurz DCE kommt mit wenigen Abhängigkeiten aus. In Tcl/Tk implementiert, steht sie direkt nach dem Entpacken zum Einsatz bereit. Neben einem Tcl-Interpreter und dem GUI-Toolkit Tk setzt DCE lediglich SQLite3, Tktray, Libtk-img und Md5 voraus, die alle zum Standardumfang moderner Distributionen zählen.

DCE richtet sich primär an Hobby-Entwickler, die sich nicht in komplexe, überladene Umgebungen einarbeiten möchten. Nach dem Start öffnet der Editor eine übersichtliche Oberfläche mit einem großen Editierbereich. Links finden Sie eine Übersicht aller geöffneten Dateien, einen Bereich zum Suchen und Ersetzen sowie einen rudimentären Dateimanager. Durch einfaches Anklicken im Dateimanager öffnen Sie ein File zum Bearbeiten. In der Statuszeile über dem Editierbereich erscheint der Dateiname samt Pfad, der Dateityp (falls bekannt) und die aktuelle Position des Cursors im Dokument. Die aktuelle Version bietet ein Syntax-Highlighting für Shell-Skripts, HTML, CSS, Javascript, INI, PHP, Tcl/Tk und XML. Die entsprechenden Syntaxdateien im Verzeichnis stuff/ des Quellarchivs lassen sich als Vorlage zum Implementieren weiterer Dateitypen nutzen. Geöffnete Dateien lassen sich zu sogenannten Session zusammenfassen. Nach dem ersten Start kennt DCE nur die Session unbekannt in der linken Ecke der Statuszeile. Durch Anklicken des Statusfelds legen Sie weitere Sessions an, zwischen denen Sie über die Dateiübersicht am linken Fensterrand wechseln.

Seine Konfiguration legt DCE unter ~/.config/dce/ ab. Neben einer Datei mit der Prozess-Id der aktuellen Sitzung verwaltet es dort in Unterverzeichnissen Session-, Syntax- und Sprachinformationen. Die dort vorhandenen Konfigurationsdateien verwenden Sie bei Bedarf als Grundlage, um weitere Syntax- oder Sprachunterstützungen zu implementieren.

DCE 0.13

Lizenz: BSD

Quelle: http://www.jmos.net/software/damn-cool-editor.html

Geheimnisträger

Gestützt auf bewährte Tools wie Gnupg2 und Pwgen verwaltet Pass 1.7.1 Authentifizierungsdaten sicher in der Konsole.

Das leistungsfähige Shell-Skript Pass erfindet zum Verwalten von Passwörtern das Rad nicht neu, sondern greift auf bewährte Konsolenprogramm wie Gnupg2, Pwgen, Tree und Xclip zurück. Sämtliche Passwörter legt Pass in in verschlüsselten Dateien unterhalb von ~/.password-store/ in einer Unterverzeichnisstruktur ab. Das Tool verschlüsselt die Passwortdateien mit Ihrem GPG-Schlüssel, wozu Sie Ihre GPG-ID in die Datei ~/.password-store/.gpg-id eintragen.

Zunächst erzeugen Sie mit dem Befehl pass init und Ihrer GPG-ID einen neuen, leeren Passwort-Safe. Dort hinterlegen Sie anschließend mit dem Kommando pass insert Ihre Passwörter. Dazu übergeben Sie jeweils ein Unterverzeichnis und einen Dateinamen als Speicherort für ein Passwort. Soll die Datei neben dem Passwort weitere Informationen als Metadaten aufnehmen, fügen Sie dem Insert-Befehl den Parameter -m hinzu. Das eigentliche Passwort muss aber immer in der ersten Zeile der Datei stehen. Möchten Sie wissen, welche Passwörter Pass derzeit verwaltet, rufen Sie es ganz ohne Parameter auf.

Wollen Sie sich nicht selbst ein komplexes und sicheres Passwort überlegen, dann starten Sie Pass mit dem Unterkommando generate und einer Zahl, die die gewünschte Passwortlänge festlegt. Im Hintergrund weist Pass dann das Systemwerkzeug Pwgen an, ein entsprechendes Passwort zu erzeugen. Zum Abruf eines Passworts starten Sie Pass mit show und dem Namen jeweiligen Passwortdatei. Soll das Tool das entschlüsselte Passwort gleich in die Zwischenablage kopieren, fügen Sie den Schalter -c hinzu. Standardmäßig entfernt Pass das Passwort nach 45 Sekunden wieder aus der Zwischenablage. Nicht mehr benötigte Passwörter entfernen Sie mit pass rm, gefolgt vom Namen der Passwortdatei. Um Passwörter zwischen verschiedenen Systemen abzugleichen, können Sie Pass auch mit der Versionsverwaltung Git kombinieren; entsprechende Anwendungsbeispiele finden Sie auf der Projektseite.

Pass 1.7.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.passwordstore.org

Komparator

Beim Vergleich von Programmpaketen erleichtert Pkgdiff 1.7.2 die Arbeit ganz erheblich.

Um festzustellen, ob zwei scheinbar identische Archive tatsächlich dieselben Dateien enthalten, mussten Sie sie bisher entpacken und mithilfe eines Tools wie Diff vergleichen. Hier springt das Perl-Skript Pkgdiff in die Bresche und ermittelt die Unterschiede auch ohne Auspacken. Ursprünglich dazu entwickelt, Paketverwaltern die Kompatibilitätsprüfung beim Erstellen neuer Pakete zu erleichtern, lässt sich Pkgdiff aber auch zur Fehlersuche einsetzen – etwa, wenn nach einer Distributionsaktualisierung selbstkompilierte Programme nicht mehr starten. Dabei unterstützt das Tool alle gängigen Paketformate von DEB über RPM bis hin zu Tarballs.

Für einen einfachen Vergleich zweier Pakete übergeben Sie Pkgdiff deren Namen beim Aufruf als Parameter. Standardmäßig greift es für seine Arbeit auf die installierten Paketmanager wie Rpm oder Dpkg zurück. Um einen bestimmten Paketmanager zu verwenden, übergeben Sie dessen Namen beim Aufruf mit dem Parameter -pkg-manager. Je nach Paketumfang wickelt Pkgdiff den Vergleich in wenigen Augenblicken ab. Alle Abläufe dokumentiert es dabei in einer Reportdatei im HTML-Format, die es unter dem jeweiligen Paketnamen im aktuellen Verzeichnis ablegt. Für einen detaillierten Report setzen Sie beim Aufruf den Schalter -details.

Weitere Parameter beeinflussen das Verhalten von Pkgdiff. So ignoriert das Tool gegebenenfalls Whitespace und Leerzeilen oder beschränkt sich beim Vergleich auf Dateien, die eine bestimmte Größe überschreiten. Größere Abhängigkeit weist Pkgdiff nicht auf, neben einer aktuellen Perl-Version benötigt es lediglich Awk und Diff in der GNU-Variante. Bei gehören zur Standardinstallation jeder aktuellen Distribution.

Pkgdiff 1.7.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://lvc.github.io/pkgdiff/

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