AA-123RF-37350705-scanrail-123RF.jpg

© scanrail, 123RF

Paketmanagement mit XBPS bei Void Linux

Gut eingepackt

Die Linux-Distribution Void pflegt mit XBPS ein eigenes Paketmanagementsystem. Es arbeitet rasend schnell und erlaubt den Bau eigener Pakete.

Paketverwaltungen bilden das Herzstück aller Linux-Distributionen. Die Paketverwaltung regelt bei der Installation von Software die Verteilung der Komponenten des Pakets in die Verzeichnisstruktur des Filesystem Hierarchy Standard (FHS) [1], den fast alle Distributionen seit 1993 verwenden.

In den Aufgabenbereich einer Paketverwaltung fallen neben der Installation der eigentlichen Anwendungspakete meist auch das Nachziehen der benötigten Abhängigkeiten sowie das Aktualisieren und Entfernen von Paketen. Zudem lässt sich der Paketbestand nach verschiedenen Kriterien durchsuchen.

Die am häufigsten anzutreffenden Paketverwaltungssysteme unter Linux bedienen die Formate DEB und RPM. Daneben gibt es neben Exoten wie Nix unter anderem Pacman bei Arch Linux, Portage bei Gentoo, Eopkg bei Solus oder XBPS bei Void. Mit Letzterem beschäftigt sich dieser Artikel.

XBPS

XBPS steht für X Binary Package System und entstand ursprünglich als Ersatz für Pkgsrc [2] bei NetBSD. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus diesem Vorhaben die Rolling-Release-Distribution Void, über die wir in LU 11/2017 bereits berichteten [3]. Man darf XBPS also mit Fug und Recht als Herzstück dieser Distribution bezeichnen.

Die von XBPS verwalteten Pakete tragen die Endung .xbps. Aus technischer Sicht handelt es sich wie bei Debian-Paketen um mit Xz gepackte TAR-Archive. Die Basis von XBPS bilden die Repositories. Das System unterstützt neben lokal gespeicherten Repos auch via HTTP(S) oder FTP angebundene Paketquellen von entfernten Servern.

Die System-Repositories finden sich unter /usr/share/xbps.d/, von Anwendern hinzugefügte unter /etc/xbps.d. Die Inhalte der offiziellen Paketquellen sind mit RSA signiert, die enthaltenen Metadaten, Dateien und Binärpakete mit SHA256 gehashed. Subrepositories für Non-Free-Pakete oder Multi-Arch-Umgebungen lassen sich ebenfalls einbinden.

XBPS und Void

Void verwaltet nicht nur Repositories, deren Pakete die C-Standard-Bibliothek Glibc verwenden, sondern unterstützt in separaten Repositories auch die Alternative Musl [4]. XBPS beherrscht neben dem Paketmanagement aber noch mehr: Es stellt gleichzeitig auch das Buildsystem, mit dem die Void-Entwickler alle Pakete der Distribution bauen.

Derzeit liegt der von XBPS verwaltete Paketbestand in Void für die x86-Plattform bei über 8250 Paketen, die ARM-Varianten bieten jeweils über 5000 Pakete an. Um Zugriff auf den Bestand zu bekommen, müssen Sie zunächst die Quellen aktualisieren. Im Zuge dieses Updates bringen Sie per xbps-install -Su auch gleich den Paketbestand auf den neuesten Stand (Abbildung 1).

Abbildung 1: Als erste Amtshandlungen stehen das Update der Quellen sowie das Aktualisieren des Paketbestands an.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Nicht von der Stange
    Void Linux bietet interessante Zutaten, wie Runit als Init-System oder das hauseigene Xbps für das Paketmanagement.
  • XBPS managt binäre Pakete

    Das XBPS-Projekt arbeitet an einem portablen Verwaltungssystem für binäre Softwarepakete. Nun ist das System in Version 0.8 verfügbar.
  • Alles neu
    Viele abgespeckte Distributionen für betagte Computer wollen primär Einsteiger ansprechen. Wollen Sie dagegen auch auf alten Einkern-Prozessoren neue Technologien einsetzen, und schrecken Sie vor der Kommandozeile nicht zurück, dann sollten Sie sich Void Linux ansehen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 02/2018: PAKETE VERWALTEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

JQuery-Script läuft nicht mit Linux-Browsern
Stefan Jahn, 16.02.2018 12:49, 2 Antworten
Hallo zusammen, ...folgender goldener Code (ein jQuery-Script als Ergebnis verschiedener Exper...
XSane-Fotokopie druckt nicht mehr
Wimpy *, 30.01.2018 13:29, 0 Antworten
openSuse 42.3 KDE 5.8.7 Seit einem Software-Update druckt XSane keine Fotokopie mehr aus. Fehler...
TOR-Browser stürzt wegen Wikipedia ab
Wimpy *, 27.01.2018 14:57, 0 Antworten
Tor-Browser 7.5 based on Mozilla Firefox 52.8.0 64-Bit. Bei Aufruf von http: oder https://de.wi...
Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...
sharklinux
Gerd-Peter Behrendt, 18.01.2018 23:58, 2 Antworten
Hallo zusammen, ich habe sharklinux von der DVD Installiert. 2x, jedesmal nach dem Reboot ist di...