Arbeit mit Alpine

Alpine lässt sich halbwegs intuitiv bedienen. Umsteiger von der GUI vermissen unter Umständen die Bedienung per Maus. Am schnellsten funktioniert der Einsatz über die farbig hinterlegten Buchstaben und Sonderzeichen. Das konfigurierte Programm informiert Sie beim Start darüber, welcher der Mail-Ordner jeweils wie viele (neue) Nachrichten enthält (Abbildung 7).

Abbildung 7: Alpine informiert nach dem Start über die Anzahl der neuen und vorhandenen Nachrichten in den jeweiligen Mailboxen.

Um die Mails zu lesen, springen Sie mit [Pfeil oben] nach oben zu MESSAGE INDEX und drücken die Eingabetaste. Der Client zeigt nun eine Liste der Nachrichten (Abbildung 8). Am linken Rand sehen Sie den Status der jeweiligen Mail (Tabelle "Status").

Abbildung 8: Haben Sie eine Mailbox geöffnet, gibt die Liste der Mails einen direkten Einblick in den Status der jeweiligen Nachricht.

Status

Kürzel Bedeutung
A beantwortet
D zum Löschen vorgemerkt (beim Programmende)
F weitergeleitet
N neu, ungelesen
(ohne) gelesen

Das Programm setzt Quoting-Zeichen, auf Wunsch farbig. Das hilft, beim Antworten den Dialog im Blick zu behalten (Abbildung 9). Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, und entfernen Sie in erhaltenen Mails alles, was Sie nicht zum Beantworten zitieren möchten. Den Text einfach stehen zu lassen, nach unten zu schieben und darüber eigenen Text einzufügen (TOFU) erhöht die Lesbarkeit der Mail auf keinen Fall.

Abbildung 9: Alpine fügt vor den zitierten Text einer Nachricht ein spezielles Zeichen ein, dass den Verlauf eines Dialogs kennzeichnet.

Beim Erstellen einer Nachricht fügen Sie beim Eintrag Attachment Ihre Anlagen mittels [Strg]+[T] hinzu. Es öffnet sich ein entsprechender Dialog, in dem Sie mit den Pfeiltasten zur gewünschten Datei navigieren und die Auswahl mit der Eingabetaste bestätigen. Abbildung 10 zeigt den Zustand nach dem Einfügen der Anlage, Abbildung 11 das Auswählen einer Datei.

Abbildung 10: Alpine bietet Ihnen die Möglichkeit, beim Erstellen einer Nachricht Dateien anzuhängen.
Abbildung 11: Die Auswahl der Datei für den Anhang erfolgt ebenfalls über einen textbasierten Dialog.

Bei empfangenen E-Mails mit Attachments zeigt Alpine an, dass die Nachricht Anlagen enthält (Abbildung 12). Über [V] erhalten Sie eine Liste mit den Inhalten (Abbildung 13), aus der Sie die Anhänge extrahieren und bei Bedarf lokal speichern. Hierzu bewegen Sie die Auswahl auf den passenden Eintrag und drücken [S].

Abbildung 12: Enthält eine Mail eine Anlage, zeigt Alpine das über entsprechende Flags an.
Abbildung 13: Wollen Sie die Anlagen lokal speichern, rufen Sie über V die Liste der Anhänge auf.

Die wichtigsten Aktionen und die passenden Tastenbefehle finden Sie in der Tabelle "Alpine bedienen". Beachten Sie den unteren Rand des Programmfensters: Dort zeigt die Software jeweils die möglichen Aktionen an. Allerdings ist diese Hilfe nicht immer vollständig, ein Druck auf [O] fördert die weiteren Möglichkeiten zutage.

Alpine bedienen

Taste Aktion
[A] Adressbuch
[C] neue Mail verfassen
[Strg]+[C] Abbruch
[D] erhaltene E-Mail löschen
[E] E-Mail als Datei speichern
[F] E-Mail weiterleiten
[I] Nachrichtenübersicht (aus Hauptmenü)
[Strg]+[K] Zeilen löschen
[M] zurück ins Hauptmenü
[N] an Absender oder alle
[P] Adresse auswählen
[Q] Programm beenden
[R] E-Mail beantworten
[S] Konfiguration
[Strg]+[T] Dateiauswahl
[U] Löschen aufheben
[Strg]+[U] Zeilen löschen rückgängig
[Y] Drucken

Fazit

Für den schnellen Blick in die Mails gibt es durchaus Alternativen zu den klassischen E-Mail-Clients mit grafischer Oberfläche. Die Kommandozeilen-MUAs arbeiten wieselflink, bieten eine große Flexibilität und erledigen viele Aufgaben auf Knopfdruck. Dem Einsatz steht höchstens entgegen, dass sie Ihnen mehr Kenntnisse abverlangen, sowohl in Bezug auf den jeweiligen Account als auch hinsichtlich der Funktionsweise des E-Mail-Verkehrs im Allgemeinen. Haben Sie sich aber erst einmal an einen MUA wie Alpine oder den ebenfalls verbreiteten Mutt gewöhnt, fällt der Wechsel zurück auf einen behäbigen GUI-Boliden eher schwer. 

Der Autor

Harald Zisler beschäftigt sich seit den frühen 90er-Jahren mit FreeBSD und Linux. Zu Technik- und EDV-Themen verfasst er Zeitschriftenbeiträge und Bücher. Aktuell ist im Rheinwerk Verlag die vierte Auflage von "Computer-Netzwerke" erschienen.

Glossar

MIME

Multipurpose Internet Mail Extension. Erlaubt es, Binärdaten in ASCII-Zeichen umzuwandeln, um diese dann per Mail zu versenden.

Base64

Verfahren zur Kodierung von Binärdaten in ASCII-Zeichenfolgen. Teilt je drei Byte in vier 6-Bit-Blöcke auf, die eine Zahl von 0 bis 63 ergeben. Diese Zahlen werden anhand einer Umsetzungstabelle in die ASCII-Zeichen A-Z, a-z, 0-9 sowie + und / umgesetzt.

Mbox

Format zum Speichern von Mails in einer Datei. Dabei schreibt die Software alle Nachrichten durch Leerzeilen getrennt hintereinander.

TOFU

Akronym für "Text oben, Fullquote unten". Grober Verstoß gegen die Netiquette, die ein Inline-Quoting vorsieht.

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