AA-123RF-44236779-Autsawin_Uttisin-123RF.jpg

© Autsawin Uttisin, 123RF

CPU-Parameter im Blick mit Stress Terminal UI

Lastverlauf

Wichtige CPU-Parameter grafisch im Terminal beobachten? Kein Problem mit S-tui, das die Aufgabe meistert und sogar die Ressourcen schont.

Möchten Sie mal eben nachsehen, warum der Rechner wieder lahmt und der Lüfter ohne Unterlass läuft? Treibt ein abgestürztes Programm die Last nach oben, oder macht ein Dienst etwas, das er nicht soll? Unter Linux üblich gibt es viele Wege, an die entsprechenden Informationen zu gelangen. Für detaillierte Auskünfte über den derzeitigen Zustand der CPU bietet sich etwa Corefreq [1] an. Mit seiner komplexen Ausgabe taugt es allerdings eher für erfahrene Anwender.

Weniger Aufwand erfordert das grafisch ansprechende und intuitive kleine Tool Stress Terminal UI [2]. Die Software, deren Name abgekürzt S-tui lautet, läuft – wie unschwer zu erraten – im Terminal. Dabei benötigt sie selbst nur minimale Ressourcen. Zur Anzeige der CPU-Werte wie Frequenz, Auslastung, Temperatur und Energieverbrauch benötigt sie keinen X-Server, sondern läuft in virtuellen Konsolen außerhalb von X.

Dementsprechend eignet sich das Tool für den Blick auf Rechner, zu denen Sie sich via SSH verbinden, oder virtuelle Server. Außerdem bietet das Programm, wie der Name bereits andeutet, einen Stresstest für die CPU an. Er setzt jedoch das zusätzliche Paket stress auf dem System voraus. Umgekehrt blenden Sie bei Bedarf auch einzelne Sektionen des Programms aus.

Unter Arch Linux installieren Sie S-tui bei Bedarf aus dem AUR, in den Paketquellen der meisten anderen Distributionen suchen Sie allerdings vergeblich nach dem Programm. Für Ubuntu existiert zwar ein PPA, das aber bei unserem Test nicht funktionierte.

Pip-Installation

Bei der Installation kommt daher der Python-Installer Pip ("Pip installs Python") zum Einsatz. Ein eigener Python-Paketmanager mag auf den ersten Blick etwas übertrieben erscheinen, doch er erlaubt, künftig auf sichere Art Python-Pakete zu installieren, die die verwendete Distribution nicht oder nur in veralteten Versionen anbietet (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Aufsetzen von Virtualenv und die Installation von S-tui über den Python-Installer Pip.

Die Betonung liegt hier bewusst auf sicher: Im Internet findet sich oft der Rat, Pip über das Paketmanagement zu installieren und von dort zu nutzen. Das genügt jedoch noch nicht, um Software mit Pip auf sichere Weise zu installieren – dazu bedarf es einiger zusätzlicher Schritte.

Die Pakete, die Sie mit Pip installieren, stammen aus dem Python Package Index PyPI [3], das anders als die Debian-Archive keinen strengen Auflagen in Bezug auf die Sicherheit unterliegt. Durch das Aufsetzen einer virtuellen Umgebung auf Basis eines Verzeichnisses umgehen Sie diese Probleme.

Es empfiehlt sich die Pip-Installationen in einer virtuellen Umgebung zu betreiben, die Python selbst anbietet. Dies ist nicht mit einer virtuellen Maschine wie Virtualbox zu verwechseln, handelt es sich bei Virtualenv doch um eine virtuelle Umgebung innerhalb eines Verzeichnisses im lokalen Dateisystem.

Drei Schritte in Python

Dazu installieren Sie zunächst das Paket python-pip oder python-pip3 (falls Sie Python 3 nutzen möchten) auf herkömmliche Weise über das Paketmanagement. Auf einem frisch aufgesetzten Ubuntu 17.10 "Artful Aardvark" schaufelt die Installation der Pip-Pakete rund 160 MByte auf die Festplatte.

Dann geht es daran, die virtuelle Umgebung aufzusetzen (Listing 1, Zeile 1). Dazu geben Sie pip install virtualenv in ein Terminal ein. Anschließend erstellen Sie an geeigneter Stelle im Home-Verzeichnis einen Ordner für das Projekt (Zeile 2). Dann wechseln Sie in den Ordner und befinden sich damit in Ihrem Arbeitsverzeichnis (Zeile 3).

Zunächst legen Sie hier die virtuelle Umgebung für den Arbeitsordner an (Zeile 4) und schalten sie scharf (Zeile 5). Ob das geklappt hat, sehen Sie am veränderten Prompt, der nun vorne ein (s-tui) zeigt.

Listing 1

$ pip install virtualenv
$ mkdir -p ~/py-projekte/s-tui
$ cd ~/py-projekte/
$ virtualenv s-tui
(s-tui) $ source s-tui/bin/activate
(s-tui) $ pip install safety
(s-tui) $ safety check
(s-tui) $ pip install s-tui

Um sicherzugehen, dass die virtuelle Python-Umgebung sauber bleibt, ziehen Sie das Paket Safety nach (Zeile 6) und führen es mittels safety check aus (Abbildung 2). Stimmt alles, erhalten Sie die Meldung No known security vulnerabilities found. Den Befehl safety check wiederholen Sie jeweils nach der Installation eines Pakets.

Abbildung 2: Mithilfe des Pakets Safety stellen Sie sicher, dass die Python-Umgebung sauber bleibt.

Anschließend installieren Sie den eigentlichen Hauptdarsteller (Zeile 7). Ist das erledigt, schließt ein deactivate die virtuelle Umgebung, und der Prompt kehrt zum gewohnten Aussehen zurück. Abschließend geben Sie noch apt install stress ein, falls Sie die CPUs auch einem Stresstest unterziehen möchten.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 1 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...