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© Computec Media GmbH

Die TomTom Adventurer Multisport-GPS-Uhr unter Linux

Fit ohne Handy

Der Markt für Fitness-Tracker und Sportuhren boomt. Der Navi-Spezialist TomTom offeriert in dieser Sparte die GPS-Uhr Adventurer, die nicht nur beim Sport überzeugt, sondern auch am Linux-PC.

Anders als das Smartphone hat sich die Smartwatch zum Leidwesen der Elektronik-Konzerne nicht als Erfolgsmodell erwiesen. Nur wenige Anwender schafften sich bislang eine "intelligente" Uhr an, wohl auch, weil das Gerät wie ein Smartphone jeden Abend an die Ladestation muss und außerdem nur wenig Zusatznutzen bietet.

Anders sieht es bei Fitness-Trackern oder Sportuhren aus: Ob Fitbit, Garmin oder Samsung und Sony, zahlreiche Unternehmen versuchen sich an entsprechenden Gadgets. In der Praxis benötigen die "Uhren" aber meist ein Smartphone mit Android oder iOS. Über Bluetooth und eine Handy-App nehmen sie Verbindung mit dem Internet auf und übermitteln die Aktivitäten an das jeweilige Herstellerportal und bei Bedarf weiter an Sport-Communitys wie etwa Strava oder MyFitnessPal.

Doch das setzt eben ein kompatibles Smartphone voraus. Wer nach wie vor lieber ein Feature-Phone verwendet oder auf ein Smartphone mit alternativem Betriebssystem setzt, der bleibt außen vor. Anders bei TomTom: Der für seine Navigationsgeräte bekannte Hersteller bietet für seine Sportuhren und Fitness-Tracker mit TomTom Sports Connect [1] auch ein PC-Programm an und lässt dabei die Linux-Anwender nicht links liegen. Obendrein gibt es auch noch ein passendes Open-Source-Werkzeug für die Kommandozeile. In der Praxis gibt es allerdings ein paar Hürden zu überwinden.

TomTom mag Linux

Die Linux-Version von TomTom Sports Connect finden Sie im Forum des Herstellers [2], sie genießt aber ausdrücklich keinen offiziellen Support. Dennoch funktioniert das Programm zuverlässig, zumindest zum Testzeitpunkt Mitte Oktober 2017. Auf einem Ubuntu-System müssen Sie die DEB-Datei aus dem Netz herunterladen und dann von Hand über die Paketverwaltung einspielen (Listing 1, erste zwei Zeilen). Anwender mit Arch Linux finden im Arch User Repository AUR ein passendes Rezept (letzte Zeile).

Listing 1

### Ubuntu
$ sudo dpkg -i tomtomsportsconnect.x86_64.deb
$ sudo apt-get -f install
### Arch Linux
$ pacaur -S tomtomsportsconnect gstreamer0.10-base

Auf einem aktuellen Ubuntu-System laufen Sie jedoch Gefahr, dass es die vom DEB-Paket angeforderte Version 0.10 der Libgstreamer nicht mehr gibt: Ubuntu liefert Gstreamer inzwischen in Version 1.0 und neuer aus. Die recht alten Bibliotheken gibt es nur noch in Ubuntu 14.04 LTS ("Trusty") und 16.04 LTS ("Xenial"). Im Test ließen sich allerdings die fehlenden Pakete unter Ubuntu 17.04 ohne Komplikationen einspielen (Listing 2). Danach lief die Installation ohne weitere Fehlermeldungen durch.

Listing 2

$ wget http://fr.archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/main/g/gst-plugins-base0.10/libgstreamer-plugins-base0.10-0_0.10.36-1_amd64.deb
$ wget http://fr.archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/universe/g/gstreamer0.10/libgstreamer0.10-0_0.10.36-1.5ubuntu1_amd64.deb
$ sudo dpkg -i libgstreamer*.deb

Die Anwendung trägt sich mit dem Namen TomTom Sports Connect in die Anwendungsmenüs ein. Alternativ rufen Sie das Programm über das Binary TomTomSportsConnect auf, das unter /opt/TomTomSportsConnect/bin/ liegt.

TomTom Adventurer

Als Gegenstück fürs Handgelenk verwendeten wir im Test eine TomTom Adventurer (siehe Kasten "Testgerät"). Die Multisport-GPS-Uhr findet per USB-Kabel Anschluss an den PC. TomTom liefert dazu einen speziellen Konnektor mit, den Sie an die Uhr klemmen müssen. Das Kabel lässt sich ein wenig leichter an die Uhr stecken (Abbildung 1), wenn Sie die Uhr aus dem Armband nehmen.

Abbildung 1: Die TomTom Adventurer lässt sich aus dem Armband lösen. Zum Laden und Auslesen braucht es ein spezielles USB-Kabel.

Sobald die Verbindung steht, meldet die TomTom-Software ein Update, das sich mit einem Klick auf Aktualisieren einspielen lässt (Abbildung 2). Um die Uhr dann mit vollem Funktionsumfang nutzen zu können, müssen Sie sich auf dem TomTom-MySports-Portal [3] registrieren.

Abbildung 2: Die TomTom Sports Connect übernimmt das Auslesen der gesammelten Tracks sowie die Installation von Updates, auch unter Linux.

Gleichzeitig meldet sich die Uhr als Wechseldatenträger am Rechner an. Über einen Dateimanager laden Sie so sehr einfach Musik auf die Uhr (Abbildung 3). Alternativ lässt sich ein Ordner per Klick auf das Musik-Symbol in der TomTom-App automatisch mit der Uhr abgleichen.

Abbildung 3: Die Uhr meldet sich als 3 GByte großer USB-Speicher am System an. Auf diesem Weg lassen sich allerdings nur Musikdaten auf die GPS-Uhr laden.

Am besten legen Sie dort gleich Playlisten samt der referenzierten Songs ab. Mit einem Klick aus der App laden Sie die gewünschten Lieder dann auf die Uhr (Abbildung 4). Zudem lässt sich die Musikwiedergabe am einfachsten über Playlisten von der Uhr aus steuern. Bei Bedarf passen Sie den Pfad zum Musikordner über das Zahnrad-Symbol und Erweiterte Einstellungen  | Playlisten-Ordner an.

Abbildung 4: Mehr Komfort beim Upload von Musik bietet TomTom Sports Connect: Das Programm lädt per Mausklick komplette Playlisten auf die Uhr.

Testgerät

Im Fokus des Tests steht die von TomTom angebotene Linux-Software zum Ansteuern von GPS-Uhren. Im Rahmen des Berichts kommt eine Multisport-GPS-Uhr des Typs TomTom Adventurer [10] zum Einsatz. Das rund 235 Euro teure Gerät verfügt über einen integrierten GPS-Empfänger und einen Pulsmesser, der die Herzfrequenz am Handgelenk misst. Per Bluetooth nimmt die Adventurer Kontakt zu Smartphones und Peripheriegeräten auf, wie Brustgurten zur präziseren Messung des Pulses oder Trittfrequenzsensoren am Fahrrad. Die Uhr bringt einen internen Speicher von 3 GByte Kapazität mit, der sich mit Musik befüllen lässt. Die Wiedergabe erfolgt über drahtlose Bluetooth-Kopfhörer. Die Adventurer ist komplett aus Kunststoff gefertigt und trägt sich mit einem Gewicht von 55 Gramm im Alltag angenehm leicht, auch beim Sport stört die Uhr am Handgelenk kaum. Aufgrund der Abmessungen sollte der Arm jedoch nicht zu dünn ausfallen. Einen Touchscreen besitzt die Adventurer nicht, die Bedienung erfolgt über ein unter dem Display angebrachtes Steuerkreuz. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase lässt sich die Uhr damit auch während des Sports gut steuern.

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