Anpassungen

Das Eingeben aller für das Setup nötigen Informationen dauert rund 10 Minuten, die Installation selbst läuft auf neuerer Hardware in weniger als 5 Minuten durch. Direkt nach dem Neustart passen Sie die Tastaturbelegung an, wozu Sie die Bordmittel des jeweiligen Desktops nutzen (Abbildung 6). Im Terminal gelingt das durch einen Eintrag hinter KEYMAP= in /etc/rc.conf. An gleicher Stelle treffen Sie gegebenenfalls auch Einstellungen zur Zeitzone, dem Terminal-Font und der Anzahl der gewünschten TTYs.

Abbildung 6: Die Tastaturbelegung stellen Sie über Desktop-Werkzeuge oder die /etc/rc.conf ein.

Danach sollten Sie die Bash als Shell für das Root-Konto aktivieren, sodass Sie auch als administrativer Nutzer die Autovervollständigung im Terminal verwenden können und Ihnen die History-Funktion zur Verfügung steht. Void verzichtet aus Sicherheitserwägungen heraus auf diese Einstellung. Um dem abzuhelfen, ändern Sie das Ende der ersten Zeile in /etc/passwd von /bin/sh nach /bin/bash.

Aktualisierung

Als Nächstes bringen Sie mithilfe des Paketmanagers Xbps das System auf den aktuellen Stand. Der Befehl sudo xbps-install -S aktualisiert die Quellenliste, das Kommando sudo xbps-install -u aktualisiert dann die Installation. Beide Vorgänge lassen sich mit sudo xbps-install -Su zu einem Kommando vereinen.

Die Aktualisierung erfolgt beim ersten Mal vermutlich in zwei Schritten, es sei denn, das Image ist relativ neu (Abbildung 7). Wenn das System beim ersten Update-Versuch nur Xbps selbst und einige wenige Pakete einspielt, dann braucht es einen zweiten Lauf, um die Installation mit der eben eingespielten neuen Version des Paketmanagers zu aktualisieren.

Abbildung 7: Der erste Schritt der Aktualisierung hebt Xbps selbst auf eine neue Version an.

Nach dem System-Update und einem anschließenden Neustart sollten Sie sich Gedanken machen, welche Software Sie auf dem System verwenden wollen. Wie bereits erwähnt, herrscht im Anwendungsmenü zunächst bewusst gähnende Leere. Das Kommando sudo xbps-install Paket genügt aber, um eine gewünschte Software nachzuziehen. Dabei fällt auf, dass Xbps im Vergleich zu Apt bei Debian wieselflink zu Werke geht.

Einer Void-Standardinstallation fehlen zahlreiche nützlichen Tools wie Screen, Tmux oder Rsync. Das fällt oft erst auf, wenn man das Werkzeug benötigt. Neu installierte Hintergrunddienste konfiguriert Void zwar und versieht sie mit einem Startskript für Runit, ruft sie jedoch nicht automatisch auf. Sie müssen deshalb mit einem symbolischen Link für deren Aufruf sorgen; das Strickmuster dazu zeigt Listing 1.

Listing 1

$ sudo ln -s /etc/sv/Daemon /var/service/Daemon

Haben Sie die Basisinstallation ohne Desktop gewählt, dann fehlen der X-Server sowie ein Login-Manager. Nach dem Reboot und der beschriebenen Aktualisierung helfen Sie dem mit dem Kommando aus der ersten Zeile von Listing 2 ab – in diesem Beispiel durch Nachziehen des LXQt-Desktops. Möchten Sie direkt in die grafische Oberfläche booten, aktivieren Sie noch den Login-Manager (zweite Zeile).

Listing 2

$ sudo xbps-install xorg lxdm lxqt
$ sudo ln -s /etc/sv/lxdm /var/service/lxdm

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