Raspberry Pi und Co.

Auf der ARM-Plattform bietet Void Linux Unterstützung für Cubieboard, Cubieboard2 sowie Beaglebone, Odroid-C2 und Raspberry Pi in allen Varianten sowie das freie USB-Stick-Projekt USB Armory [7]. Auch hier gibt es jeweils eigene Musl-Varianten. Bei den ARM-Varianten liegt neben einem Live-Image jeweils ein RootFS-Abbild vor, aus dem heraus Sie das Image nach eigenen Vorstellungen anpassen können.

Bevorzugen Sie ein Linux ohne Systemd oder möchten Void einfach nur ausprobieren, greifen Sie zu einem der Abbilder mit Desktop-Umgebung. Wer Arch Linux im Schlaf installiert, kann auch eines der Basis-Images testen. Im Rahmen des Tests lag der Fokus auf der Basis-Installation der Images mit Maté, LXQt und Enlightenment. Bei allen Images von Void Linux sucht man einen grafischen Installer oder Paketmanager vergebens. Fast alle Administrationsaufgaben erledigen Sie auf der Kommandozeile mit den jeweiligen Werkzeugen.

Dieses Kontrastprogramm zum Komfort anderer Distributionen ist weder Selbstzweck noch Attitüde, sondern Teil des Konzepts, das zu einem individuellen und leichtfüßigen System führen soll. Möchten Sie Ihr System von Grund auf selbst aufbauen und sind willens, die vorhandenen Quellen für Support auszuschöpfen, liegen Sie sowohl mit den Basis-Abbildern als auch mit den Desktop-Varianten richtig. Die Installation stellt jeweils nur ein Grundsystem zur Verfügung, dessen Ausgestaltung Ihnen völlig freisteht.

Textinstaller

Bei den Images ohne Desktop erledigen Sie das Aufsetzen des Netzwerks und das Partitionieren mit den typischen Linux-Bordmitteln. Die Desktop-Varianten bieten hier etwas mehr Komfort und spannen bereits in der Live-Version ein Netzwerk auf. Im Test muss sich Void Linux mit dem Maté-Desktop beweisen, die anderen Varianten mit und ohne Desktop verhalten sich bei der Installation ähnlich.

Überall kommt der auf Ncurses basierende Text-Installer zum Einsatz, der in zwölf Schritten durch die Installation führt (Abbildung 4). Sie starten ihn mit sudo void-installer in einem Terminal, wobei hier noch die amerikanische Tastaturbelegung greift. Die ersten acht Schritte bedürfen kaum einer Erläuterung, sie bestehen aus Auswahldialogen und einfach zu beantwortenden Fragen.

Abbildung 4: Der Text-Installer teilt die Vorbereitung der Installation in zwölf Bereiche ein.

Weiter geht es mit der Partitionierung der im System vorhandenen Datenträger. Im Netz findet sich dazu eine sehr ausführliche Anleitung eines Void-Nutzers [8], die den Vorgang mit vielen Bildschirmfotos illustriert. Den Partitionseditor Cfdisk haben Sie vermutlich schon einmal in der Hand (Abbildung 5), doch hilft die Anleitung besonders bei der anschließenden Formatierung, die sich nicht gerade intuitiv erschließt.

Hier müssen Sie nach Bestätigen der Formatierung den Schalter Back antippen (Abbildung 5), sonst geraten Sie in eine Schleife, die Sie immer wieder dieselben Schritte wiederholen lässt. Bereits Minuten nach einem entsprechenden Hinweis an den Entwickler fand sich ein Pull-Request für die Fehlerbereinigung auf GitHub. Somit bietet die nächste, kurz bevorstehende Ausgabe von Void Linux in diesem Punkt eine logischere Benutzerführung.

Abbildung 5: Nach Auswahl des Dateisystems führt der Installer zurück in die Liste der Partitionen. Hier müssen Sie Back wählen.

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