Ab ins Cockpit

Unter der Haube des Homie arbeitet ein Ubuntu-System zusammen mit zahlreichen Diensten aus dem Open-Source-Ökosystem [8]. Für Backups kommt etwa Duplicity zum Einsatz, als Webserver fungiert Nginx, die zentrale Benutzerverwaltung regelt OpenLDAP, und zum Speichern von Daten wie auch Kontakten und Terminen dienen Seafile, Samba und Sabre/dav. Zusätzlichen Schutz gegen Brute-Force-Angriffe liefert Fail2ban. Die einzelnen Dienste sind von Haus aus so konfiguriert, dass sie miteinander zusammenarbeiten.

Die Steuerung des Homie erfolgt über die von Datamate selbst entwickelte, zentrale Weboberfläche Cockpit (Abbildung 4). Über deren GUI lassen sich nicht nur Benutzer einrichten und sämtliche Dienste konfigurieren, sondern die einzelnen Funktionen auch direkt verwenden (Abbildung 5). So laden Sie beispielsweise Dateien auf den Seafile-Server hoch oder erstellen Einträge im Kalender oder im Adressbuch, die dann direkt im CardDAV/CalDAV-Server landen und über entsprechende Apps dann auch auf Smartphones oder Tablets zur Verfügung stehen.

Abbildung 4: Über das Cockpit steuern Sie zentral alle Funktionen des Home-Servers. Hier das Backend der Open-Source File-Sync-Software Seafile.
Abbildung 5: Bei Bedarf lassen sich über Cockpit die einzelnen Funktionen des Servers per Mausklick hinzuschalten und konfigurieren.

Alternativ stehen auch die herkömmlichen Backends der einzelnen Dienste zur Verfügung, etwa bei Seafile. Was die Cockpit-Oberfläche alles kann, demonstriert Datamate auf der Seite Privatecloud.de. Sie entspricht in weiten Teilen dem, was der Heimserver in den eigenen vier Wänden leistet. Nur kritische Systemfunktionen wie das (De-)Aktivieren von Diensten simuliert die Demo-Seite lediglich. So lässt sich ohne die Investition in den Heimserver austesten, ob die angebotenen Funktionen die eigenen Anforderungen erfüllen.

Einrichtung inklusive

Mit knapp 1000 Euro liegt der Home deutlich über dem, was ein Eigenbau-Server oder ein kommerzielles NAS-System kostet. Den Aufpreis rechtfertigt Datamate mit dem im Kaufpreis enthaltenen Einrichtungssupport über Telefon und Fernwartungssoftware. Die von Datamate angestellten Techniker übernehmen dabei nicht nur die Konfiguration des Servers, sondern auch die der heimischen Netzwerk-Installation. Im Normalfall schließen Käufer das Gerät per Netzwerkkabel am Router an und versorgen es mit Strom. Anschließend erfolgt die weitere Konfiguration per Telefon. Im Rahmen des Tests bewältigte der Techniker die entsprechenden Einstellungen an einer per Glasfaser angebundenen Fritzbox ohne Schwierigkeiten.

Via Teamviewer [9] loggt sich dann der Mitarbeiter auf einem heimischen Computer ein (egal, ob Linux, Mac OS X oder Windows) und richtet in Absprache mit dem Kunden die gewünschten Dienste und Funktionen ein. Dazu gehört auch die Port-Weiterleitung vom Router auf den Server, sodass sich Netzwerkdienste wie der Seafile-Server oder WebDAV auch über das Internet nutzen lassen. Ebenso gibt es Unterstützung beim Einrichten mobiler Geräte. Unter Hilfe | Dienste liefert das System zudem automatisch angepasste Hinweise in Form von Screenshots der Einstellungsdialoge, die zeigen, welche Daten in welche Felder einzutragen sind.

Updates erhält das System automatisch über die in das System integrierten Routinen. Dazu gehören das Einspielen von Updates des unter der Haube verborgenen Ubuntu-Systems sowie Aktualisierungen der Cockpit-Oberfläche. Über Konfiguration | Updates liefert das System Einblicke in den aktuellen Software-Stand.

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