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© Computec Media GmbH

Für Netzwerk-Einsteiger: Ein Server mit Service

Kumpelhaft

Der leise Miniserver Datamate Homie kombiniert, in ein angenehmes Holzkleid verpackt, Multimedia-Funktionen und Open-Source-Dienste mit persönlichem Einrichtungssupport.

Wie viele Computer nutzen Sie? Einen Desktop zu Hause, einen in der Arbeit, ein Notebook auf Reisen, ein Smartphone sowieso und ein Tablet auf der Couch? Vielleicht noch einen Raspberry Pi als kleinen Home-Server? Das macht also schnell sechs "Rechner", die fast tagtäglich zum Einsatz kommen. Kein Wunder, dass viele Anwender ihre Daten nicht mehr direkt auf dem Computer lagern, sondern in der Cloud, also bei einem Internet-Speicheranbieter. So kommt man jederzeit an seine Informationen, ohne sie fortwährend hin- und herkopieren zu müssen.

Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen jedoch, dass dies nicht zwingend eine gute Idee ist. Bei Dropbox erbeuteten 2012 Angreifer die Account-Datenbank [1], bei Box.com waren als privat geteilte Inhalte per Google-Suche öffentlich zugänglich [2], und der massenweise Hack der iCloud-Konten internationaler Prominenz machte unter dem Begriff "The Fappening" weltweit Schlagzeilen. Um nun nicht auf den Komfort eines Cloud-Speichers verzichten zu müssen, nutzen inzwischen viele Anwender eine eigene "Cloud" auf Basis eines NAS-Systems oder setzen einen eigenen Cloud-Speicher mit einer Open-Source-Lösung wie Own- oder Nextcloud auf.

Die eigene Cloud

Das erfordert allerdings einiges an Wissen: Man muss ein Linux-System installieren und administrieren. Es gilt, einen Webserver samt Skriptsprache und Datenbanksystem einzurichten und am Ende den entsprechenden Cloud-Dienst zu installieren. Doch damit ist noch nicht Schluss: Den eigenen Server aus dem Internet erreichen zu können, setzt eine Port-Weiterleitung vom Router auf den entsprechenden Rechner voraus. Für fortgeschrittene Linux-User ist das machbar, für Einsteiger klingt es jedoch alles erst einmal nach böhmischen Dörfern.

Mit dem Homie [3] möchte das deutsche Unternehmen Datamate sich dieser Gruppe annehmen. Datamate liefert nicht nur einen mit Linux und entsprechender Server-Software vorinstallierten Rechner aus, sondern hilft per Remote-Desktop auch bei der Ersteinrichtung des Netzwerks sowie der Konfiguration der Dienste – nicht nur auf dem Server, sondern auch auf den genutzten Rechnern. Dabei greift Datamate auf die Erfahrungen zurück, die das Unternehmen unter der Marke Ionas [4] als Support-Dienstleister gemacht hat. Dazu gehörten auch erste Schritte mit einem Home-Server auf Basis eines Raspberry Pi [5].

Datamate Homie

Der 999 Euro teure Homie [6] soll nun die Wünsche derjenigen Kunden erfüllen, die etwas mehr Netzwerkleistung und Rechenpower benötigen (Abbildung 1). Für den kompakten Server steckt das Unternehmen ein Mini-ITX-Board in ein vom Schreiner aus massivem Holz gefertigtes Gehäuse. Für das Netzteil bleibt intern kein Raum, es muss unter dem Schrank einen Platz finden. Aufgrund des gefälligen Designs soll der Homie nicht irgendwo in einer dunklen Ecke verschwinden, sondern neben dem Fernseher residieren. Aus diesem Grund stattet Datamate seinen Rechner auch mit der Mediacenter-Software Kodi als primäre grafische Oberfläche aus (Abbildung 2).

Abbildung 1: Das Innenleben des Datamate Homie. Gegenüber der Serie ist das Testgerät noch mit einem etwas lauteren Boxed-Lüfter ausgestattet.
Abbildung 2: Per HDMI an einem Fernseher angeschlossen, empfängt der Homie den Benutzer mit der Mediacenter-Software Kodi.

In der Holzkiste steckt als Mainboard ein ASRock Deskmini 110 mit einer Celeron-CPU (G3390 mit 2,90 GHz) und 4 GByte Arbeitsspeicher. Die Daten finden auf einer M.2-SSD mit 2 TByte Kapazität Platz. An Schnittstellen bietet das Gerät zwei USB-3.0-Buchsen sowie je einmal USB 3.0 Typ-C und USB 2.0. Monitore oder Fernseher lassen sich via HDMI, DisplayPort oder D-SUB anschließen. Mit Abmaßen von 165 x 184 x 111 Millimetern und einem Gewicht von knapp über 1,8 Kilogramm braucht der kompakte Server nicht mehr Stellfläche als eine CD-Hülle. Das Gerät besitzt einen Lüfter, der in den ersten Testgeräten des Homie noch zu vernehmen war. In den jetzt ausgelieferten Exemplaren arbeitet ein größerer Lüfter so gut wie lautlos.

Per HDMI an einen Fernseher angeschlossen und mit einer (am besten kabellosen) Tastatur ausgestattet, lassen sich über das Mediacenter die auf dem Gerät gespeicherten Multimedia-Dateien abspielen. Das System ist so konfiguriert, dass es automatisch die per Samba freigegebenen Verzeichnisse music, pictures und videos einliest. Neben dem Mediacenter bringt der Homie-Server auch von Haus aus Support für die Spieleplattform Steam mit (Abbildung 3). Die Software lässt sich direkt aus Kodi über die Kategorie Addons aufrufen. Über Steam stehen dann mehr als 8000 kommerzielle Spieletitel zur Verfügung [7]. Zum Steuern der Games sollte man jedoch zusätzlich noch ein Gamepad an den Homie anschließen.

Abbildung 3: Datamate integriert die Spieleplattform Steam auf dem Gerät. So lassen sich über 8000 Spiele zocken.

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