Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Filebydate 1.1.0, Firejail 0.9.50, Strace 4.19, Youtube-Viewer 3.3.0.

Zeitmaschine

Das intuitiv bedienbare Filebydate 1.1.0 sortiert Dateien nach Datum. Ein Dry-run-Modus erlaubt es, die Konfiguration zu optimieren.

Dateien anhand des Erstellungsdatum in Verzeichnisse zu sortieren, zählt bei vielen Anwendern zu den täglich wiederkehrenden Aufgaben. Erfahrene User verpacken diese Aufgabe häufig in ein Shell-Skript, um sich die Arbeit zu erleichtern. Wer keine Skriptsprache beherrscht oder eine grafische Benutzeroberfläche bevorzugt, dem steht das Java-Tool Filebydate hilfreich zur Seite. Wie der Name bereits andeutet, sortiert die Software Dateien anhand des Datums in Unterverzeichnisse. Als Eingabewert dürfen Sie zwischen dem Zeitpunkt des Erstellens oder der letzten Änderung wählen. Bei Bilder greift das Tool auf Wunsch auf den Exif-Zeitstempel zurück. Weitere Filter bieten die Möglichkeit, das Verarbeiten auf bestimmte Dateien zu begrenzen.

In der Oberfläche legen Sie über ein Muster fest, wie das Programm die Ordnerstruktur im Zielverzeichnis aufbaut. Standardmäßig sieht Filebydate die Struktur Jahr-Monat-Datum vor. Je nach Einstellungen legt es im Zielverzeichnis lediglich eine Kopie der Datei an oder verschiebt die Datei vollständig.Für seine Aufgaben greift die Java-Applikation auf bewährte GNU-Tools zurück. Transparent kommen bei den Operation unter anderem die Befehle Cp und Mv zum Einsatz. Beim Einsortieren der Dateien bietet die Software außerdem die Möglichkeit, die Schreibweise des Dateinamens anzupassen; Sie haben dabei die Wahl zwischen verschieden Varianten der Groß- und Kleinschreibung.

Falls Sie nicht anderes vorgegeben, verarbeitet das Tool alle Unterverzeichnisse des Quellordners und folgt dabei selbst symbolischen Links. Im Zielverzeichnis bereits vorhandene Dateien überschreibt es nicht. Haben Sie alle gewünschten Einstellungen zum Einsortieren vorgenommen, speichern Sie diese Konfiguration als Profil ab. Das eröffnet die Möglichkeit, das Einsortieren jederzeit identisch zu wiederholen.Das Programm bietet außerdem einen Dry-run-Modus, der dabei hilft, eine Konfiguration gefahrlos zu testen. Er zeigt alle Maßnahmen nur an, führt diese aber nicht aus.

Filebydate 1.1.0

Lizenz: Apache 2.0

Quelle: http://trixon.se/projects/filebydate/

Wertung:

Vollzugsbeamter

Firejail 0.9.50 stellt mittels grundlegender Kernel-Funktionen abgeschottete Umgebungen bereit, in denen Sie Programme sicher ausführen.

Angesichts von Sicherheitslücken und Malware drängt es sich geradezu auf, kritische Programme in eigenen Umgebungen auszuführen, abgeschottet vom restlichen System. Linux bietet hierzu zahlreichen Möglichkeiten. Eine einfache Möglichkeit dazu bietet Firejail. Es erzeugt für jedes konfigurierte Programm eine separate Laufzeitumgebung mit einem eigenem Verzeichnissystem und separatem Netzwerk-Stack. Darüber hinaus vergibt jede Umgebung eigene Prozess-IDs und stellt gesonderte Mechanismen für die Interprozesskommunikation bereit. Das Programm greift dazu auf grundlegende Funktionen des Kernels zurück, wie Namespaces und Chroot.

Rufen Sie die Software ohne Parameter auf, erzeugt das Tool eine Sandbox, in der lediglich eine Bash-Shell startet. Das Root-Verzeichnis des Host-Systems bindet es dabei mit lesendem Zugriff in diese Sandbox ein. In der isolierten Umgebung lassen sich nun kritische oder fragwürdige ### Tools auszuführen, ohne das Host-System in Gefahr zu bringen.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, Konfigurationsprofile für einzelne Anwendungen anzulegen, in denen Sie die optimalen Einstellungen für die jeweilige Anwendung treffen. So können Sie Firejail direkt mit dem auszuführenden Programm aufrufen. Für beliebte Tools wie Firefox, Chrome, Git, Vim oder Keepass bringt das Quellarchiv bereits Profildateien mit, die definieren, auf welche Befehle und Verzeichnisse die Programme innerhalb der Sandbox keinen Zugriff haben. Anwendungen erhalten damit nur Zugriff auf Funktionen, die sie wirklich benötigen.

Ergänzende Einstellungen geben Sie via Parameter auf der Kommandozeile beim Aufruf der Sandbox an. Sie legen hier fest, auf welche Netzwerkschnittstelle die Sandbox Zugriff hat oder ob ein anderes Home-Verzeichnis zum Einsatz kommt. Für die Netzwerkanbindung benötigt jede Sandbox eine eigene IP-Adresse, die Sie explizit beim Start zuweisen oder durch Firejail automatisch zuordnen lassen.

Möchten Sie Nutzer von einander abschotten, dann hinterlegen Sie die Software als Login-Shell in /etc/passwd. In diesem Fall speichern Sie alle Einstellungen in der Datei login.users ab. Das Programm erwartet die Konfigurationsdatei zusammen mit den Profilen im Verzeichnis /etc/firejail/.

Firejail 0.9.50

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://firejail.wordpress.com

Wertung:

Ursachenforschung

Mit Strace 4.19 werfen Sie einen gezielten Blick unter die Haube von Programmen. Das mächtige Tool hilft bei der Analyse weiter.

Mithilfe von Strace werfen Sie jederzeit einen Blick unter die Haube von Programmen, und sehen zu, was die Applikation im Hintergrund treibt. Sie nutzen das Tool wie als simplen Wrapper, mit dem Sie das zu analysierende Programm starten. Strace gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Dateien und Bibliotheken das untersuchte Programm öffnet oder lädt, mit welcher Gruppen- und Benutzer-ID es läuft, welche RAM-Bereiche es belegt und auf welche Sockets es zugreift.

Alle Informationen schreibt es fortlaufend in der Standardausgabe. Startet das zu analysierende Programm mehrere, parallele Prozesse, so versucht Strace, die Ausgabe zeitlich korrekt zu ordnen. Brauchen Sie die Daten nicht direkt, schreiben Sie die Ausgabe mit dem Parameter -o in eine Datei. Mit dem Parameter -v erhöhen Sie den Detailgrad der Ausgabe. Umgekehrt definieren Sie mittels des Parameters -e Filter und beschränken so die Ausgabe auf bestimmte Bereiche wie einzelne Prozesse, die Interprozesskommunikation oder Netzwerkaktionen. Strace speichert nun nur die Systemaufrufe aus diesen Bereichen.

Läuft das zu analysierende Programm bereits, starten Sie Strace mit dessen Prozess-ID. Das Tool klinkt sich dann in die Systemaufrufe des Prozesses ein. Dabei protokolliert es unter anderem relevante Aufrufe wie pwritev, preadv oder copy_file_range und erfasst I/O-Aktionen. Dabei kommt es nicht nur mit der x86-Architektur zurecht, sondern auch mit anderen Architekturen wie Sparc oder S390.

Strace 4.19

Lizenz: BSD

Quelle: https://strace.io

Wertung:

Cineast

Wollen Sie Youtube-Videos nicht im Webbrowser abspielen, bietet Youtube-Viewer 3.3.0 eine interessante Alternative. Es intuitive Tool erfordert keine Konfiguration, alle wesentlichen Einstellungen erfolgen via Parameter beim Aufruf.

Die meisten Anwender sehen sich Youtube-Videos direkt im Webbrowser an. Mit dem Perl-Skript Youtube-Viewer klappt das auch entspannt auf der Kommandozeile. Dazu übergeben Sie dem Tool beim Aufruf die URL der jeweiligen Seite oder ein Schlüsselwort, anhand dessen die Software eine Liste passender Videos zusammenstellt. Damit diese nicht zu unübersichtlich gerät, lässt sich das Ergebnis über verschiedene Parameter eingrenzen.

So liefert --author nur die Videos eines bestimmten Nutzers zurück. Mit dem Parameter --channel-id grenzen Sie die Liste auf einen bestimmten Kanal ein. Um allen Videos mit SD-Auflösung zu entfernen, geben Sie den Parameter --hd! an. Besteht kein direkter Zugang zum Internet, geben Sie mit --http_proxy einen Proxy-Server an. Selbst das Herunterladen der Filmchen zur späteren Ansicht beherrscht Youtube-Viewer: Dazu verwenden Sie den Parameter -d. In der Vorgabe nutzt das Programm das Perl-Modul LWP für den Download, mit dem Parameter --wget-dl wechseln Sie zum externen Tool Wget. Mit --dl-parallel laden Sie mehrere Videos gleichzeitig herunter. Bei Musikvideos geben Sie mit -n nur die Musik wieder, ohne das Bildmaterial anzuzeigen.

Die Kernkompetenz von Youtube-Viewer liegt im Suchen und Übertragen von Video-Dateien. Für die eigentliche Wiedergabe greift das Programm auf bewährte Mediaplayer wie Mplayer zurück, die dazu installiert sein müssen. Rufen Sie das Tool mit einem Schlüsselwort auf, startet es im interaktiven Modus, in dem es Liste mit 20 durchnummerierten Treffern präsentiert. Wählen Sie eine Zahl aus, übergibt die Software das entsprechende Video an den Player. Durch einen Druck auf die Eingabetaste gelangen Sie u den nächsten 20 Kandidaten. Mit :h erhalten Sie eine Online-Hilfe, die alle wichtigen Funktionen aufführt. (agr)

Youtube-Viewer 3.3.0

Lizenz: Artistic License 2.0

Quelle: https://github.com/trizen/youtube-viewer

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