Viel Software

Das Anwendungsmenü erscheint auf den ersten Blick ein wenig erratisch. An erster Stelle steht das Zubehör, dann folgen Spiele, Grafik und so weiter. Feren OS sortiert das Menü offensichtlich – wenig intuitiv – fest nach den englischen Bezeichnungen (Accessoires, Games, Graphics).

Zur Ausstattung zählen unter anderem der professionelle Editor Atom sowie der barrierefreie Bildschirmleser Orca. Die Abteilung Grafik beherbergt ImageMagick, das von Gnome bekannte Fotos sowie Krita. Letzteres erklärt das Vorhandensein der KDE-Bibliotheken. Allerdings handelt es sich bei Krita um die einzige installierte Anwendung, die diese Bibliotheken nutzt.

In der Abteilung Internet überrascht die Wahl von Vivaldi als Standardbrowser. Allerdings lassen sich über den bei Zorin entliehenen Web Browser Manager mit einem Klick die Browser Firefox, Chrome und Web installieren oder entfernen (Abbildung 4). Neben dem IRC-Client Hexchat und dem Bittorrent-Programm Transmission findet sich auch der funktionell recht eingeschränkte E-Mail-Client Geary. POP3-Konten kann er nicht abrufen, somit wäre Mozilla Thunderbird klar die bessere Wahl.

Abbildung 4: Der von Zorin OS übernommene Web Browser Manager erlaubt die schnelle Installation verschiedener Browser.

Banshee und VLC kümmern sich um die Medienwiedergabe. Für wechselnde Desktop-Hintergründe sorgt Variety (Abbildung 5). Ein Werkzeug zum Einbinden von Images auf USB-Sticks gibt es ebenso wie ein Tool zum Formatieren von Datenträgern. Die Gnome-Anwendungen Wetter und Karten halten, was ihre Namen versprechen. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Gnome-Installation fehlt die Möglichkeit, Online-Konten von Facebook, Google oder Nextcloud ins System einzubinden.

Abbildung 5: Feren OS bringt viele Hintergründe mit, die das System von verspielt bis professionell einkleiden und sich mit dem Variety-Bildschirmwechsler auch als Diashow einrichten lassen.

Auch in der Büro-Sparte gibt es Überraschungen: Von LibreOffice bringt Feren OS lediglich den Writer mit, dafür tummelt sich WPS Office von Kingsoft [5] auf dem System. Dessen Hersteller wirbt mit vollständiger Kompatibilität zu Microsoft Office, allerdings handelt es sich um unfreie Software. Dabei muss man eine ellenlange EULA abnicken, um dann beim ersten Start mit Werbung in Empfang genommen zu werden. Hier kommt mehr Microsoft-Feeling auf, als es einer ernsthaften Linux-Distribution gut ansteht. Zu einer Distribution, die laut Eigenaussage Open Source ernst nimmt, passt diese Entscheidung nicht.

Verkleidung

Zum Anpassen des Desktops enthält Feren OS mit dem Themer eine eigenständige App. Über dessen Kopfleiste filtern Sie den gewünschten Look heraus: Zur Wahl stehen Microsoft-Themes von Windows 3.1 bis Windows 10 (Abbildung 6), verschiedene Apple-Looks, Chrome-OS-Optik, Linux-Desktop-Varianten à la Ubuntu und Linux Mint sowie beliebte Themes wie Numix [6], Arc [7] oder Adapta [8].

Abbildung 6: Nostalgiker freuen sich über Themes im Stil von Windows XP.

Die Themes bilden ihre jeweiligen Vorbilder sehr gut ab. Alles in allem eröffnet der Themer ein wahres Füllhorn an Gestaltungsmöglichkeiten. Es stellt sich jedoch die Frage, wer diese Spielerei wirklich braucht und ob sie tatsächlich Umsteigern hilft, sich im System zurechtzufinden.

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