Turbo

Die dritte Software im Bunde nennt sich Fasd [4], dessen Entwickler sich von Autojump inspirieren ließ. Dabei geht die Software aber über das Vorbild hinaus, indem es die Möglichkeiten nicht mehr auf die Navigation im Verzeichnisbaum beschränkt, sondern auch Dateien indiziert. Fasd funktioniert mit den Shells Ash, Bash, Zsh, Mksh, Pdksh, Dash und Busybox unter Linux sowie /bin/sh in FreeBSD 9 und OpenBSD.

Mit Fasd lassen sich Dateien mit der Eingabe nur weniger Zeichen in Vim oder einem von Ihnen definierten Editor öffnen, PDFs anschauen sowie Filme und Musik mit Mplayer oder Ihrem Lieblingsplayer abspielen. Die Buchstaben des Akronyms Fasd stehen für vordefinierte Aliase, die verschiedene Arten von Daten verarbeiten.

Geben Sie fein, zeigt Ihnen das Tool die besuchten Dateien mitsamt deren Gewichtung. Die Eingabe von d liefert dasselbe für Verzeichnisse, während a beides auflistet. Mit zz gelangen Sie zu einer Ansicht, in der Sie über die vorangestellte Nummer einen Eintrag wählen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Bei Fasd wählen Sie mit z und wenigen Zeichen das gewünschte Verzeichnis. Mit zz wählen Sie aus der Datenbank.

Durch Definition weiterer Aliase lassen sich verschiedenste Dateien öffnen, wie etwa PDFs (Abbildung 5). Dazu legen Sie wiederum in der .bashrc den folgenden Stellvertreter an:

alias o='a -e xdg-open'

Nun sourcen Sie die Datei, wie bereits in Listing 2 und Listing 3 gezeigt. Auch hier gilt: Fasd erkennt nur Objekte, die wie unter Autojump bereits indexiert wurden.

Abbildung 5: Durch die Definition weiterer Aliase erweitern Sie Fasd, wie hier um die Anzeige von PDF und anderen Formaten.

Auch Filme oder Musik lassen sich mit wenigen Tastenanschlägen starten. Damit das funktioniert, tragen Sie alias m='f -e mplayer' in die .bashrc ein. Alternativ verwenden Sie einen anderen Player oder ändern den Aufrufschalter m in einen anderen. Dann starten Sie Filme oder Musik einfach mit mTeil des Titels.

Wie Autojump erlaubt auch Fasd das Verwenden von Buchstaben aus der Mitte des Namens. Der Aufbau der Aliase ist einfach. Das -e steht für "execute", also ausführen. Für Dateien wählen Sie f, für Verzeichnisse d. Soll der Alias beides umfassen, wie der für Xdg-open [5], dann wählen Sie a. Auf Github zeigt das Projekt einen Überblick über viele weitere Optionen des Tools.

Fazit

Alle drei vorgestellten Werkzeugen haben eines gemeinsam: Sie laufen nicht in Dropdown-Terminals wie Yakuake oder Guake, sondern nur in Konsole oder Terminal. Allerdings steht das nirgends geschrieben, sodass der Autor während des Tests zeitweise an seinen Fähigkeiten zweifelte. Alle drei Helfer haben ihre Daseinsberechtigung und bauen quasi aufeinander auf.

Wenn Sie nicht ständig auf der Kommandozeile arbeiten, erleichtert Ihnen Bd das Navigieren, ohne dass Sie viel dazulernen müssen. Autojump bietet schon einiges mehr und springt in den Verzeichnissen in beliebige Richtungen. Das passt zum Workflow eines Anwenders, der sich viel auf Servern bewegt und auch sonst seine Administration gerne im Terminal erledigt. Hier spart Autojump nach der Einarbeitungsphase einiges an Zeit.

Fasd erweitert das Spektrum nochmals, da es auch Dateien indexiert und somit für alle Dateien auf dem Rechner zuständig zeichnet. Zudem bietet es professionelle Optionen, um die Arbeit damit noch weiter an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. 

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