Autojump

Das zweite Werkzeug dieses Artikels macht sich die Grundlagen des oben beschriebenen Directory Stack zunutze und baut diese weiter aus. Auch Autojump [3] erleichtert das Navigieren im Verzeichnisbaum, im Gegensatz zu Bd aber in beide Richtungen. Autojump lässt sich unter Linux, Mac OS und Windows mit den Shells Bash (ab Version 4.0), Zsh, Fish und experimentell auch mit Tcsh und Clink verwenden.

Die meisten Distributionen bieten Autojump in paketierter Form an. Unter Debian und dessen Ablegern integrieren Sie das Tool mit den Kommandos aus Listing 2 ins System. Autojump arbeitet mit einer Datenbank, die Sie zunächst füllen müssen, indem Sie noch eine Weile mit Cd weiterarbeiten. Alternativ springen Sie gezielt die Ordner an, die Sie häufig verwenden.

Listing 2

$ echo '. /usr/share/autojump/autojump.sh'  >> ~/.bashrc
$ source ~/.bashrc

Die Datenbank finden Sie unter ~/.local/share/autojump/autojump.txt. Den Bestand der Datenbank fragen Sie jederzeit mit j --stat ab. Der Aufruf j --purge entfernt nicht mehr existente Verzeichnisse aus der Datenbank.

Falls Sie Fasd [4], das dritte Helferlein dieses Artikels, ebenfalls testen wollen, so ergibt es Sinn, es jetzt zu installieren, denn es profitiert ebenfalls von den Aktionen zum Füllen der Datenbank. Um sie zu berücksichtigen, bedarf es nach der Installation noch der Eingaben aus Listing 3.

Listing 3

$ echo eval '$(fasd --init auto)'  >> ~/.bashrc
$ source ~/.bashrc

Datenbankbasiert

Verzeichnisse, die Autojump in seiner Datenbank vorhält, lassen sich einfach mit dem Wrapper j anspringen. So gelangen Sie mit j Dow in das Verzeichnis ~/Downloads. Genauso bringt Sie aber auch j loa dorthin. Die Tiefe der Verzeichnishierarchie spielt dabei keine Rolle, Hauptsache, das gewünschte Unterverzeichnis wurde ein Mal mit cd besucht.

Sollten Sie der besseren Übersicht wegen in Ihren Dateimanager wechseln wollen, so öffnet jo Dow das Verzeichnis bei Plasma in Dolphin oder bei Gnome in Nautilus (Abbildung 2). Geben Sie lediglich j ein, so springt der Befehl das am meisten besuchte Verzeichnis an. Dazu benutzt Autojump eine interne Gewichtung.

Abbildung 2: Fehlt in der Konsole der Überblick, öffnet Autojump das gewünschte Verzeichnis auch im Dateimanager.

Wenn Sie mit j --stat den Inhalt der Datenbank aufrufen, so sehen Sie vor den jeweiligen Pfaden verschiedene Zahlen, beispielsweise 22.4: /home/devil/Downloads/piwik. Diese Ziffernfolge stellt die interne Gewichtung dar (Abbildung 3). Dazu ein Beispiel: In der Datenbank stehen die folgenden Verzeichnisse:

30 /home/user/mail/inbox
10 /home/user/work/inbox
Abbildung 3: Die Zahlen in der Datenbank dienen der internen Gewichtung und sagen aus, welche Verzeichnisse wie oft besucht wurden.

In diesem Fall wechselt Autojump bei der Eingabe von j in wegen der höheren Gewichtung nach /home/user/mail/inbox/. Um in das geringer gewichtete Verzeichnis zu gelangen, wäre j w in der richtige Befehl. Über die Parameter --increase (-i) und --decrease (-d) können Sie die Gewichtungen verändern. Weitere Hinweise zur Syntax liefert j --help.

Alternativ lassen Sie sich beim Vorhandensein mehrerer ähnlicher Verzeichnisse mittels Autovervollständigung durch [Tab] die Einträge nummeriert anzeigen und wählen dann anhand der Zahl den entsprechenden Eintrag aus.

TIPP

Hin und wieder kommt es bei Autojump vor, dass die Datenbank sich plötzlich leert. Das ist extrem ärgerlich, weil man dann mit der Indexierung von vorne beginnen muss. Sichern Sie also besser vorsichtshalber die Datenbank ab und zu manuell.

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