Die Praxis

Für Tests setzen Sie am besten zwei lokale Rechner ein, die als Server und Client dienen. LFTP verhält sich dabei genauso wie beim Zusammenspiel mit entfernten Servern, Problemquellen und Fehler lassen sich aber einfacher lokalisieren. Falls Sie nichts anderes angeben, verwendet LFTP das SFTP-Protokoll. Vom Standard-Port 21 abweichende Ports geben Sie am Ende des Befehls zum Verbinden in der Form :Port ein.

Für mehr Rückmeldungen fügen Sie dem Aufruf von lftp die Option -d an, die Debug-Informationen liefert. Der Parameter -h beziehungsweise --help bietet nur wenig Hilfestellung, wenn es um die Optionen der Anwendung geht. Eine übersichtliche Version der Manpage von LFTP bietet Livewire auf seiner Webseite [4].

Zum Eingewöhnen in die LFTP-Shell laden Sie zunächst einmal Dateien vom Server herunter oder auf diesen hoch. Dazu melden Sie sich nach dem Schema lftp User@[FQDN|IP] auf dem Server an, beispielsweise mit dem Kommando lftp ft@192.168.178.123). Nach dem Herstellen der Verbindung befinden Sie sich in der Shell von LFTP.

Ein ls listet den aktuellen Verzeichnisinhalt auf dem Server auf. Mit einem vorangestellten Ausrufezeichen ! leiten Sie das Kommando auf den Client um, !ls zeigt also den Inhalt des aktuellen lokalen Arbeitsverzeichnisses (Abbildung 2).

Abbildung 2: Bash-Befehle mit vorangestellten Ausrufezeichen wirken auf den Client.

Manche Kommandos lassen sich auch mit einem vorangestellten kleinen L ("local") auf dem Client ausführen, andere mit beiden Schaltern. Die Bedienung ist hier nicht ganz konsistent. Zur Vereinfachung dürfen Sie Befehls-Aliase nach eigenem Bedarf definieren.

Hoch und runter

Zum Hochladen einer Datei vom Client auf den Server dient der Befehl put, den Sie um dem Namen der fraglichen Datei ergänzen (put Datei). Durch den beim Einloggen verwendeten Parameter -d sehen Sie im Detail, was im Hintergrund geschieht. Soll die Datei in ein bestimmtes Verzeichnis, wechseln Sie mit cd dorthin und setzen dann put ein.

Nach demselben Schema funktioniert get beim Herunterladen einer Datei. Mit pget bietet LFTP jedoch noch eine Alternative, die den Datentransfer auf mehrere parallele Verbindungen verteilt und so das Herunterladen von schlecht angebundenen Servern beschleunigt. In der Praxis wechseln Sie zunächst mit !cd oder lcd in das Verzeichnis, in dem die heruntergeladene Datei landen soll. Darauf folgt dann get Datei beziehungsweise pget Datei.

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