Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Einfacher Dateitransfer mit Netrw 1.3.2, Sicherheitsanalyse im LAN mit Nmap 7.60, Performance-Monitoring mit Sysusage 5.5, Traffic Shaping mit Tcconfig 0.14.0.

Tauschbörse

Netrw 1.3.2 hilft dabei, Daten ad hoc zwischen zwei Rechnern zu übertragen.

Um Daten ohne Server-Infrastruktur schnell zwischen zwei Rechnern zu übertragen, spannen Sie mit Netrw einfach eine Peer-to-Peer-Verbindung auf. Dazu enthält das Quellarchiv die beiden Tools Netread und Netwrite, die Sie über Parameter auf der Kommandozeile konfigurieren. Netread kommt auf der Empfängerseite zum Einsatz. Ihm übergeben Sie beim Aufruf lediglich den Port, auf dem es eingehende Verbindungen erwartet. Ohne weitere Angabe schreibt es die eingehenden Daten in die Standardausgabe. Möchten Sie diese nicht via Shell in eine Datei umlenken, geben Sie mit dem Parameter -o beim Aufruf eine Datei vor.

Zum Übertragen kommt standardmäßig TCP zum Einsatz. Wollen Sie stattdessen UDP verwenden, geben Sie die Option udp beim Aufruf direkt hinter dem Namen des Programms an. Um einen fehlerfreien Transfer zu garantieren, kontrolliert Netrw den Datenstrom über Prüfsummen. Je nach kompilierter Version stehen dazu verschiedene Algorithmen wie SHA1, MD5 oder RMD160 zur Wahl, zwischen denen Sie mit dem Parameter -C wählen. Benötigen Sie den Check nicht, geben Sie als Algorithmus none an.

Ist Netread empfangsbereit, rufen Sie auf der Sendeseite Netwrite mit den gewünschten Parametern auf. Neben der IP-Adresse des Empfängers geben Sie dabei die zu übertragende Datei an. Mit den Parametern -h oder -H aktivieren Sie die Fortschrittsanzeige sowohl auf der Quell- wie auf der Zielseite. Je nach Parameter verwendet das Programm Kilo- oder Megabyte als Einheit. Auf der Projektseite finden Sie vorkompilierte Versionen für Linux und Windows, viele Distributionen führen die Software in ihren Repositories. Die Entwicklung des Tools stockte aber in den letzten Jahren, die aktuelle Version ist damit nicht mehr ganz taufrisch.

Netrw 1.3.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://mamuti.net/netrw/index.en.html

Suchdienst

Mit dem Tool Nmap 7.6.0 spüren Sie Rechner und Dienste im Netzwerk auf.

Wer wissen möchte, welche Geräte sich gerade im Netzwerk tummeln, greift zu einem leistungsfähigen Port-Scanner. Dabei definiert Nmap heute den Quasi-Standard: Seit über 18 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, stellt es einen großen Funktionsumfang bereit. Neben Portscans auf Basis von TCP, UDP und ICMP unterstützt das Tool auch komplexere Abfragen wie FIN- oder XMAS-Scans. Bei Bedarf versucht es, bei erkannten Diensten deren Anwendungsart und Versionsnummer zu ermitteln. Zudem zeigt es auf Wunsch die verwendete Version des Betriebssystems.

Sie finden Nmap in den Repositories aller gängigen Distributionen, allerdings nicht immer in der aktuellen Version. So überarbeiteten die Entwickler mit den Major-Release 7 die integrierte Nmap Scripting Engine (NSE) und fügten über 20 neue Bibliotheken und zahlreiche neue Analyseskripte hinzu. Einige davon bieten die Möglichkeit, das Netz auf aktuelle Sicherheitslücken zu prüfen, wie etwa das bekannte SSL-Heartbleed. Andere, wie Firewall-Bypass, suchen nach Fehlern in der Konfiguration der aktuellen Systemeinstellungen. Alles in allem stellt Nmap über 500 Skripte bereit, deren Einsatz die Webseite des Projekts erläutert.

Mit den letzten Nmap-Versionen verbesserten die Entwickler außerdem die IPv6-Unterstützung, wie etwa die OS-Fingerprint-Analyse unter IPv6, und integrierten neue Funktionen wie Idle-Scans unter IPv6. Die aktuelle Version bringt unter anderem aktualisierte Skripte zur Analyse von SMB- und SSH-Diensten mit. Möchten Sie nur einen Rechner auf gängige offene Ports prüfen, rufen Sie Nmap mit dem Parameter -sT auf, gefolgt von der IP-Adresse des Ziels. Dazu genügt eine ältere Version des Tools völlig. Um alle Ports in einem bestimmten Bereich zu prüfen, geben Sie diesen mit dem Parameter -p an.

Nmap 7.6.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://nmap.org

Aufbereiter

Mit Sysusage 5.5 behalten Sie die Last auf einem Rechner über den Browser im Auge.

Linux bietet zahlreiche Monitoring-Tools für die Konsole, über die Sie die Systemressourcen im Blick behalten. Um die Last hingegen aus der Ferne im Browser zu betrachten, greifen Sie zu Sysusage. Es bereitet lediglich die Daten auf und greift zu deren Erfassung auf bewährte Tools wie Sysstat zurück. Die Software bietet außerdem die Möglichkeit, den Funktionsumfang durch eigene Skripte zu erweitern, die Sie als Plugins integrieren.

Nach dem Entpacken des Quellarchivs stehen die Perl-Programme Sysusage, Sysusagewarn, Sysusagegraph und Sysusagejgraph bereit. Die letzten beiden dienen zum Erzeugen der Grafiken, wobei Sysusagegraph statische Grafiken liefert. Sysusagejgraph dagegen erzeugt sie dynamisch und greift dabei auf das bewährte Jplot zurück. Durch den integrierten Javascript-Code besteht die Möglichkeit, in die Grafiken hineinzuzoomen. Sysusage selbst speichert die erfassten Daten im RRD-Format ab. Die gewünschten Quellen legen Sie in der Konfigurationsdatei sysusage.cfg fest. Neben verschiedenen Arbeitsverzeichnissen hinterlegen Sie hier die Pfade zu den externen Hilfsprogrammen oder temporären Dateien. Außerdem können Sie die Dicke der Linien und Größe der Grafiken variieren.

Um die Daten auf der Webseite aktuell zu halten, führen Sie Sysusage und Sysusagejgraph regelmäßig über Cronjobs aus. Beispiele für entsprechende Einträge finden Sie in der Datei README im Quell-Archiv, die weitere Beispiele zur Konfiguration des Tools enthält. Nach der Konfiguration und dem Einrichten der Cron-Jobs stehen die Daten in der übersichtlichen Oberfläche bereit. Über eine Menüleiste mit Pulldown-Menüs im oberen Seitenbereich gelangen Sie zum Monitoring sowie den Grafiken für die jeweilige Ressource. Neben der Ansicht für einen Tag stehen Statistiken für Abschnitte wie Wochen, Monate und Jahre bereit.

Sysusage 5.5

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://sysusage.darold.net/

Flussregler

Die Tool-Sammlung Tcconfig 0.14.0 enthält einfache Werkzeuge, mit denen Sie das Verhalten einer Netzwerkschnittstelle steuern.

Mit dem Befehl tc aus dem Iproute-Paket beeinflussen Sie den Datenfluss auf einer Schnittstelle. Dabei erleichtert die Tool-Sammlung Tcconfig die Handhabung. Das Einrichten der Python-Software erledigen Sie über den Installer Pip. Das Paket enthält die drei Programme Tcset, Tcshow und Tcdel.

Mit Tcset passen Sie Schnittstellen an, um etwa Latenzen im Netzwerk zu simulieren. Dazu übergeben Sie der Software den Parameter --delay sowie die Zeit in Millisekunden. Der Parameter --rate begrenzt die Bandbreite einer Schnittstelle. Mit --lost simulieren Sie Paketverluste, wobei Sie die Menge in Prozent angeben. Das Versenden beschädigter Pakete gelingt über --corrupt. Mit --network samt IP-Bereich und Netzwerkmaske legen Sie außerdem ein Segment fest, für das die jeweiligen Anpassungen gelten sollen. Über die Angabe eine Zielports beschränken Sie den Effekt auf bestimmte Dienste, mit --directions legen Sie individuelle Konfigurationen für ein- und ausgehende Verbindungen fest. Geben Sie keine Richtung an, setzt das Tool die Einstellungen immer nur für ausgehende Verbindungen.

Tcshow zeigt, welche Einstellungen Sie auf einer Schnittstelle gesetzt haben, die Ausgabe erfolgt im JSON-Format. Lenken Sie die Ausgabe in eine Datei um, lässt sich die so gesicherte Konfiguration beim nächsten Systemstart über den Parameter -f in Tcset einlesen. Mit Tcdel nehmen Sie bestimmte Anpassungen wieder zurück. Um die Konfiguration komplett zurückzusetzen, geben Sie ihm einfach den Parameter -a mit. (agr)

Tcconfig 0.14.0

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/thombashi/tcconfig

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2017: Daten retten & sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...