Mehr Widgets

Der im Kontextmenü angesiedelte Unterpunkt Miniprogramme hinzufügen bereitete im Test zunächst etwas Kopfzerbrechen. Ein Klick auf den Menüpunkt brachte zwar – wie beim Panel – die Leiste mit der Auswahl der Widgets zum Vorschein (Abbildung 6). Ein Klick auf ein Widget (wie beim Hinzufügen vom Panel aus) bewirkte jedoch nichts.

Abbildung 6: Über das Kontextmenü öffnen Sie die Leiste zum Einbinden von Widgets in das Latte-Dock.

Des Rätsels Lösung: Sie packen das gewünschte Widget mit dem Mauszeiger an, ziehen es dann mit gedrückt gehaltener linken Maustaste auf das Dock und platzieren es an der gewünschten Stelle. Bei Bedarf verschieben Sie die Widgets später im Panel in derselben Weise wie die Icons der Applikationen. Latte erlaubt das, sobald Sie den Dialog für die Einstellungen öffnen.

Nicht alle Widgets machen jedoch im Dock neben den Icons der Anwendungen eine gute Figur. So sind Widgets zur Systemlast oder zum Netzwerkverkehr besser in einem eigenen Abschnitt aufgehoben.

Fazit

Im Gegensatz zu GTK-Plattformen gab es für KDE nie eine Dock-Software, die bei der breiten Masse Anklang fand. Die entsprechenden Versuche in KDE 3 und 4 gehörten eher in die Ecke Hobby-Projekte und erfuhren keinerlei Traktion.

Das sieht mit Latte-Dock anders aus: Bereits nach weniger als einem halben Jahr Arbeit macht es einen sehr professionellen Eindruck. Ein Blick auf die Seite bei Github zeigt, dass die Entwicklung stetig vorankommt. Aktuell steht der Versionszähler bei 0.6.87, die Entwickler arbeiten an Version 0.7. Während Sie diesen Artikel lesen, gibt es vermutlich bereits ein entsprechendes Release.

Die im Test genutzte Version 0.6.87 verhielt sich stabil und kam mit jeglicher Konfiguration klar, ohne je zu patzen. Selbst komplizierte Szenarien wie die Konfiguration auf zwei Monitoren brachten die Software nicht aus dem Tritt. Hier funktionierte sie sogar besser als das Plasma-Panel.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von Plasma: Stürzt der Desktop ab, verschwindet sein reguläres Panel. Latte hingegen braucht zwar Plasma als Unterbau, überlebt einen solchen Absturz aber unbeschadet.

Plasma braucht nicht zwangsweise ein Dock, die vorhandene Kontrollleiste erfüllt zufriedenstellend alle Erwartungen in Bezug auf das Steuern einer Desktop-Umgebung. Außerdem gehört sie zu KDE wie die Latte zum Macchiato. Dennoch bietet Latte-Dock gerade visuell veranlagten Anwendern eine erfreuliche Ergänzung zum gewohnten Bild. 

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