Resultate

Am besten nehmen Sie die Messungen abends in einem dunklen Raum vor, in dem kein Fremdlicht auf den Monitor fällt. Deaktivieren Sie den Bildschirmschoner. Über die Schaltfläche mit dem Lautsprecher-Symbol in den folgenden Dialogen veranlassen Sie die Software dazu, akustische Rückmeldungen zu geben, solange Messungen erfolgen.

Nach deren Abschluss erscheint der Dialog aus Abbildung 8. Unter Farbraumabdeckung zeigt das Programm, welchen Teil des Standard-RGB-Farbraums (sRGB) der Monitor abdeckt. Anhand von Farbraumvolumen lässt sich beurteilen, wie groß der gesamte Farbraum des Monitors ausfällt. Bei beiden Werten zeigen sich Laptop-Bildschirme separaten Monitoren oft deutlich unterlegen, was den Einsatz des Mobilrechners bei der Bildbearbeitung einschränkt.

Abbildung 8: Über Profilinformationen zeigen sehen Sie sich die Ergebnisse der Messung als grafische Ausgabe an.

Eine leichter zu interpretierende und aussagekräftigere Variante der Ergebnisdarstellung bietet die Option Profilinformationen zeigen (Abbildung 9). Von besonderem Interesse sind die Randbereiche der gemessenen Profile, angezeigt in einem Standard-Farbraum. Sie erscheinen in der Grafik mit einem farbigen Rand. Zum Vergleich sehen Sie sich unter Vergleichsprofil eines der vordefinierten Profile an, das dann mit einer gestrichelten grauen Linie erscheint.

Abbildung 9: Das Diagramm für den externen Monitor (links) zeigt, dass er sRGB weitgehend abdeckt und teils sogar mehr Farben anzeigt. Der Laptop-Bildschirm (rechts) dagegen weist an fast allen Kanten des Farbraums Abdeckungslücken auf.

Als relevantes Profil gilt hier sRGB, das eigentlich alle Bildschirme vollständig unterstützen sollte. Das Profil verwendet als Farbübertragung (Rendering Intent) zunächst Absolut farbmetrisch – keine gute Wahl. Wechseln Sie besser zu Relativ farbmetrisch.

Damit Sie bei mehreren auf dem Rechner vorhandenen ICC-Profilen nicht den Überblick verlieren, bietet die Software die Möglichkeit, die Profile nach einem einstellbaren Schema zu benennen. Als erste Komponente erscheint dabei der (interne) Display-Name, gefolgt vom Datum der Kalibration. Dieselben Informationen, nur ausführlicher, finden sich in den angezeigten Profilinformationen, wo Sie unter Gerät den Hersteller und manchmal den Namen des Modells finden.

Die von der Anwendung generierten Profile sowie eine ganze Reihe von zusätzlichen Dateien speichert das Programm unter .local/share/dispcalGUI/storage/ im Home-Verzeichnis des Anwenders. Nicht alles, was dort liegt, hat für Sie einen unmittelbaren Nutzen. Bei Problemen sollten Sie aber unbedingt einen Blick in die Log-Datei werfen.

Als letzten Schritt bietet das Programm nun an, das soeben erstellte Profil zu laden. Je nach Desktop-Umgebung gelingt das entweder problemlos oder gar nicht (Abbildung 10).

Abbildung 10: Unter XFCE ließen sich die Farbprofile zwar nicht automatisch installieren, wohl aber manuell einbinden.

Profile manuell laden

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Farbprofile für den Monitor manuell zu laden. Einige Desktop-Umgebungen bieten dafür speziellen Support, etwa Gnome oder KDE, wobei der Color-Daemon zum Einsatz kommt. Unter XFCE reicht das aber nicht aus, obwohl er hier ebenfalls läuft. In diesem Fall – und bei reinen Window-Managern – müssen Sie das Profil mit dem Kommando xcalib Profil.icc manuell laden.

Bei Arch Linux steckt dieser Befehl in einem eigenen, gleichnamigen Paket, die Quellen finden Sie online [9]. Die gesamte, nicht sehr aussagekräftige Dokumentation des Programms findet sich in der README-Datei. Beim Einsatz der Software kommt es gelegentlich zu Problemen. Sie benötigt Profile, die das VCGT-Tag enthalten, was bei den mit DisplayCAL erzeugten Daten stets der Fall ist.

Bei mehreren Monitoren geben Sie als Argument der Option -s (oder alternativ -d) das DISPLAY an, für das Sie das Profil verwenden wollen. Der Befehl aus der ersten Zeile von Listing 3 lädt das angegebene Profil für das erste Display, einen zusätzlich angeschlossenen Monitor.

Listing 3

$ xcalib -s 1 B156XW02\ 2013-09-12\ 2.2\ MQ-HQ\ 3xCurve+MTX.icc
$ xcalib -red 2 50 100 -a

Mit Xcalib können Sie über die Option -a geladene Profile im laufenden Betrieb verändern, etwa zu Testzwecken. Als Argument geben Sie dabei für eine der Grundfarben -red, -blue oder -green drei Werte an: das Gamma von 1 bis 5, die Helligkeit in Prozent sowie den Kontrast in Prozent (Listing 3, zweite Zeile). Die Anpassungen bleiben bis zum Ausschalten aktiv, sofern Sie sie nicht über die Option -c explizit wieder löschen.

Um den Xcalib-Befehl automatisch zu starten, nutzen Sie entweder die Bash-Konfiguration (.bashrc) oder rufen über den Autostart-Mechanismus des Desktops ein entsprechendes Skript auf.

Bei Problemen mit Xcalib steht der Befehl Xicclu aus dem Argyll-Paket [10] als Alternative bereit. Er funktioniert im Prinzip analog, stellt aber sehr viele abweichende Optionen bereit. Ein Nachteil besteht darin, dass er sich nicht automatisch vom Terminal löst.

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