DisplayCAL im Einsatz

DisplayCAL profiliert voreingestellt recht umfangreich und gründlicher als die mitgelieferte Standard-Software. Das dauert zwar deutlich länger, erzielt aber letztendlich bessere Ergebnisse.

Das Profilieren und Kalibrieren selbst klappt nach einigen Vorbereitungen relativ einfach, benötigt aber etwas Zeit. Zunächst installieren Sie das Colorimeter am USB-Port (möglichst nicht über einen passiven Hub), dann starten Sie die Software. Nach der Anzeige des Logos öffnet sich die Oberfläche (Abbildung 2).

Abbildung 2: DisplayCAL startet mit einigen Dialogen, die Ihnen wichtige Informationen zum Handhaben der Software liefern.

Im ersten Schritt erfolgt eine hardwareabhängige Konfiguration, die aber in vielen Fällen analog abläuft. Dazu stellen Sie im Dialog Colorimeter-Korrekturen von anderer Anzeigeprofilierungs-Software zweierlei ein. Zum einen geben Sie im mittleren Teil die Gruppe von Colorimetern an, zu der das angeschlossene Gerät gehört. Meist wählt die Software hier schon den richtigen Eintrag. Anschließend erfolgt oft die Installation von Firmware.

Dazu gibt es zwei Wege: Entweder verwenden Sie die vom Hersteller mitgelieferte Software, was selbst bei veralteten Varianten meist problemlos gelingt, oder Sie laden die Software des Herstellers von dessen Webseite und geben sie unter Datei auswählen an.

Bei einigen Spyder-Modellen meldet das Programm hier einen Fehler. Da dieser das Freischalten des Colorimeters nicht beeinflusst, steht dem Einsatz trotzdem nichts entgegen. Beide Varianten für das Laden der Firmware sollten dazu führen, dass das Colorimeter nun im Bereich Messgerät als aktiviert erscheint (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die ersten Einstellungen zum Kalibrieren erfolgen unter Anzeige- und Messgerät.

TIPP

Manche Hersteller stellen die aus der Firmware benötigten Treiberdaten in Form separater Dateien mit der Dateiendung .ccmx oder .ccss bereit. Diese laden Sie manuell über Korrektur.

Unter Modus stellen Sie nun ein, welche Art von Bildschirm Sie kalibrieren wollen. Bei Laptop-Displays fallen die Ergebnisse in der Regel deutlich schlechter aus als bei separaten LCD-Monitoren. Stehen mehrere Bildschirme für das System bereit – etwa, weil Sie einen externen Monitor am HDMI-Port eines Laptops betreiben –, wählen Sie das gewünschte Gerät im ersten, unbenannten Feld aus.

Einstellungen

Bevor Sie nun auf Kalibrieren und profilieren klicken, sollten Sie in den Bereichen Kalibrierung (Abbildung 4) und Profilierung einige Einstellungen vornehmen.

Abbildung 4: Voreinstellungen für die Kalibrierung nehmen Sie hier vor.

Normalerweise passen die Vorgaben für den Weißpunkt und die Weißluminanz mit Wie gemessen. Die Tonwertkurve ist mit Gamma 2.2 ebenfalls meist richtig eingestellt. Arbeiten Sie ausschließlich mit sRGB-Profilen, kann jedoch sRGB die bessere Wahl sein. Viele moderne Colorimeter erlauben, beim Kalibrieren mit hoher Geschwindigkeit anstelle der voreingestellten zu arbeiten. Das stellen Sie ebenfalls hier ein.

Eine besondere Bedeutung für die Profilierung hat der Schieberegler Profilqualität (Abbildung 5). Er sollte immer auf Hoch stehen, was für deutlich bessere Ergebnisse sorgt. Die anderen Angaben belassen Sie auf den voreingestellten Werten.

Abbildung 5: Im Bereich Profilierung legen Sie grundlegende Einstellung für das zu erstellende Farbprofil fest.

Jetzt erst führt Sie die Schaltfläche Kalibrieren und profilieren zu einem Testfeld, über dem Sie das Colorimeter platzieren. Dann starten Sie über die Schaltfläche Messungen starten den Dialog Interaktive Anzeigegeräte Einstellung (Abbildung 6). Bei Laptop-Displays haben Sie hier normalerweise keine Möglichkeit, Anpassungen vorzunehmen. Bei einem externen Monitor aktivieren Sie im Monitor-Menü eine "neutrale Wiedergabe" und starten dann an dieser Stelle über Messung starten das Profilieren.

Abbildung 6: Das Kalibrieren inklusive Einstellen der grundlegenden Monitor-Eigenschaften erfolgt über einen Dialog.

Mit einigen kurzen Tests für die Grundfarben ermittelt das Colorimeter die aktuellen Einstellungen. Nun stellen Sie am Monitor die drei RGB-Balken sowie die Helligkeit auf gleiche (mittlere) Werte ein. DisplayCAL bleibt in diesem Dialog, bis Sie die Messung über Messung stoppen beenden.

Über Weiter zur Kalibrierung startet die Profilierung, die Sie anhand einer langen Reihe von Farbfeldern vornehmen. In manchen Fällen sehen Sie die Unterschiede mit dem bloßen Auge, in anderen ist der Bildwechsel kaum zu erahnen. Einige Dialoge geben Aufschluss über den Fortschritt des Vorgangs (Abbildung 7). Abhängig vom Colorimeter und der Profilqualität dauern die nun folgenden Messungen eine geraume Zeit.

Abbildung 7: Die eigentlichen Messungen kommentiert DisplayCAL mit Verlaufsdialogen.

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