Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Elektronische Bibliothek managen mit Bookbrowser 2.3.0, Konsolenausgaben bunt gestalten mit Crayonizer 1.0, bequeme Verzeichniswechsel mit Multidir 0.1.0, Musikgenuss auf der Konsole mit Musikcube 0.21.0.

Bibliothekar

Der Bookbrowser 2.3.0 stellt EPUB- und PDF-Dokumente via HTTP zum Lesen bereit – ideal für das LAN oder kleine Unternehmen. Allerdings fehlt der Software ein Rechtemanagement.

Der Bookbrowser bietet die Möglichkeit, über eine einfache Web-Oberfläche schnell und komfortabel auf die PDF- und EPUB-Bücher in Ihrer Bibliothek zuzugreifen. Auf der Webseite des Projekts finden Sie vorkompilierte Pakete für Linux, Windows und Mac OS X sowie die ARM-Plattform, etwa auf dem Raspberry Pi. Alternativ kompilieren Sie das Tool aus den Quellen. Da das Tool im Augenblick einen kräftigen Entwicklungsschub erfährt, lohnt dabei ein Blick auf den aktuellen Stand der Projektwebseite.

Bookbrowser benötigt keine umfassende Konfiguration: Sie geben beim Start lediglich mit dem Parameter -bookdir das Verzeichnis an, das die Dokumente enthält. Die Software durchforstet die komplette Ordnerhierarchie und zeigt alle gefundenen Bücher in einer flachen Ansicht an. Dabei berücksichtigt sie weder die Verzeichnisstruktur noch andere Ordnungen. Standardmäßig lauscht das Tool an allen Schnittstellen auf Port 8090 auf eingehende Verbindungen. Über den Parameter -addr beschränken Sie das auf bestimmte Schnittstellen oder geben einen anderen Port vor. Eine Beispielkonfiguration findet sich in der Online-Hilfe, die Sie mit dem Parameter -h aufrufen. Weitere Einstellmöglichkeiten gibt es ebensowenig wie eine Konfigurationsdatei.

Der Bookbrowser ordnet alle gefundenen Bücher als Kacheln an, wobei unter jeder der Titel des Dokuments steht. Vorhandene Bilder zeigt er als kleine Vorschau an. Hier besteht die Möglichkeit, die Anzeige nach Autoren oder Serien zu gruppieren. Alternativ bietet das Tool eine Listenansicht, in der Sie die Ausgabe nach bestimmten Eigenschaften filtern können. Als Kriterien kommen Titel, Autor, Beschreibung oder Dokumententyp infrage. Wählen Sie ein Dokument aus, lesen Sie es wahlweise direkt online im Browser oder übertragen es auf den Rechner. Ein Hochladen von Dokumenten via Browser gelingt jedoch nicht möglich.

Bookbrowser 2.3.0

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/geek1011/BookBrowser

Farbkünstler

Durch farbige Ausgaben gestaltet Crayonizer 1.0 die Konsole übersichtlicher und löst bei Bedarf zusätzlich Aktionen aus.

Mit Crayonizer bringen Sie Farbe in die Konsolenausgabe vieler Programme und bereiten diese so optisch auf. Die Software fungiert als Wrapper, dem Sie den auszuführenden Befehl inklusive notwendiger Einstellungen als Parameter übergeben. Sie führt das fragliche Programm im aktuellen Benutzerkontext aus und nimmt die Ausgabe entgegen. Basierend auf den Einstellungen in der Konfiguration hebt Crayonizer dann bestimmte Begriffe oder ganze Zeilen in den ANSI-Grundfarben hervor. Es unterstützt sowohl zentrale Konfigurationen unter /etc als auch individuelle Einstellungen im Home-Verzeichnis des Anwenders.

In der Konfiguration legen Sie für jedes Programm eine individuelle Farbkombination fest. Dazu packen Sie entweder alle Details in eine Datei oder erstellen unter ~/crayonizer.d/ für jedes Programm eine eigene Konfiguration. Die entsprechenden Beispiele im Quellcode-Archiv umfassen Einstellungen zum Aufbereiten der Ausgabe von Tools wie Ps, Ping, Ifconfig, Dmesg, Top, Tar und Netstat. Für weitere Programme richten Sie in crayonizer.conf einen eigenen Block ein, der mit dem Befehl entry beginnt, gefolgt vom Namen der Software. In geschweiften Klammern folgt der Inhalt. Um eine Zeile farblich hervorzuheben, geben Sie den Befehl line an, gefolgt von einem Schlüsselbegriff und der gewünschten Farbe. Möchten Sie nur den Begriff selbst hervorheben, kombinieren Sie den Befehl string dem Schlüsselwort und der gewünschten Farbe.

Neben dem Einfärben löst Crayonizer auf Wunsch bestimmte Aktionen aus, wie etwa das Vergrößern eines Fensters oder das Anpassen des Fenstertitels. Mit einfachen If-Konstrukten erzeugen Sie bei Bedarf komplexe Konfigurationen. Die Webseite des Tools bietet eine ausführliche Dokumentation mit zahlreichen Beispielen. Eine Manpage gibt es jedoch nicht.

Crayonizer 1.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/ColumPaget/Crayonizer

Wechselbalg

Mithilfe von Multidir 0.1.0 öffnen Sie beliebig viele Verzeichnisse in Reitern und verwalten sie als Gruppen.

Das Qt5-basierte Multidir bietet eine übersichtliche Oberfläche mit allen wichtigen Funktionen eines Dateimanagers. Zum Kompilieren benötigen Sie einen aktuellen C++11-Compiler. Auf der Github-Seite finden Sie außerdem Pakete im portablen Paketformat AppImage sowie für Windows. Weder benötigt Multidir eine umfangreiche Konfiguration, noch kennt es Parameter. Es integriert sich nach dem Start ins Panel und öffnet ein Browser-Fenster, das den Inhalt des aktuellen Ordners anzeigt. Per Mausklick schicken Sie das Fenster jeder Zeit wieder in den Hintergrund. Die Werkzeugleiste des Tools enthält lediglich die zwei Menüpunkte File und Groups sowie die Online-Hilfe.

Das Menü Groups erlaubt, verschiedene Reiter zu einer Gruppe zusammenzufassen und zwischen diesen Gruppen zu wechseln. Über File öffnen Sie weitere Verzeichnis in separaten Reitern. Der Unterpunkt Find arbeitet simultan auf allen Reitern einer Gruppe. So filtern Sie etwa schnell alle Dateien mit derselben Endung in allen Reitern heraus. Über das Kontextmenü der rechten Maustaste nehmen Sie dann Manipulationen an einzelnen Einträgen vor, wie Ausschneiden, Einfügen, Kopieren, Verschieben oder symbolische Links. Über das File-Menü konfigurieren Sie auch die Standards für Texteditor sowie Terminal und passen die Tastenkürzel an. Multidir legt diese Informationen gemeinsam mit den geöffneten Reitern und Gruppen unter .config/Gres/MultiDir.conf ab. Beim nächsten Programmstart stehen alle zuvor geöffneten Verzeichnisse wieder bereit.

Multidir 0.1.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/OneMoreGres/Multidir

Musikant

Der ressourcenschonende Player Musikcube 0.21.0 sorgt für komfortablen Musikgenuss im Terminal.

Der ressourcenschonende Audio-Player Musikcube (ex: Musikbox) läuft auf vielen Plattformen: Auf der Github-Seite finden sich Pakete für Mac OS X, Windows und eine Android-Version bereit. DEB-Pakete für den Raspberry Pi ermöglichen es, die Software als Streaming-Server im LAN zu verwenden. Die Entwickler raten aufgrund der fehlenden Verschlüsselung jedoch davon ab, den Stream außerhalb lokaler Netze zu verwenden. Pakete für gängige x86-basierte Distributionen existieren hingegen nicht. Das Kompilieren aus den Quellcode gestaltet sich aufgrund zahlreicher Abhängigkeiten alles andere als trivial. Eine Übersicht über nötigen Bestandteile liefert die Github-Seite.

Nach dem Start finden Sie sich in einer übersichtlichen Curses-Oberfläche wieder. Standardmäßig öffnet Musikcube die Konfiguration, wo Sie über eine einfache Navigation alle Verzeichnisse mit zu indexierenden Audio-Dateien auswählen. Im unteren Bereich passen Sie das Ausgabegerät an, sehen die vorhandenen Plugins ein oder konfigurieren den Streaming-Server. Standardmäßig liefert das Programm die Metadaten auf Port 7905 aus und streamt via Port 7906. In der Bibliotheksansicht, die Sie über [A] erreichen, listet Musikcube alle Künstler samt Tracks und Alben auf; über Filter grenzen Sie die Ausgabe auf bestimmte Interpreten ein. Bei Bedarf richten sie ein Passwort für den Zugriff ein. Die im JSON-Format gespeicherte Konfiguration sowie eine SQLite3-Datenbank mit den Metadaten legt die Software im Verzeichnis ~/.musikcube ab.

Musikcube 0.21.0

Lizenz: BSD

Quelle: https://github.com/clangen/musikcube

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