Grafisch

Haben Sie die grundlegenden Optionen von Snapper von Hand angepasst, so spricht nichts dagegen, künftig mit der Snapper-GUI in YaST die Schnappschüsse zu verwalten. Das YaST-Modul bietet dabei nicht nur über die Tabelle Zugriff auf die einzelnen Snapshots, sondern gestattet über den Button Erzeugen das manuelle Anlegen eines Schnappschusses (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das YaST-Modul gestattet eine einfache Verwaltung von Snapshots.

Dabei legen Sie in einem Dialog nicht nur den Namen des Snapshots fest, sondern definieren gleichzeitig, ob das System diesen mit einem bereits zuvor kreierten Schnappschuss koppelt. Weiterhin legen Sie hier fest, nach welchem Muster das System löscht, also wie lange der Snapshot erhalten bleibt. Über den Button Ändern besteht zudem die Möglichkeit, für bereits angelegte Snapshots die Konfiguration nachträglich zu modifizieren.

Über ein Auswahlfeld definieren Sie den Algorithmus, der bei der Auswahl der zu löschenden Daten zum Einsatz kommt. Beachten Sie, dass diese Modifikationen ausschließlich für den in der Tabelle jeweils aktivierten Snapshot gilt. Auf die gleiche Art und Weise löschen Sie außerdem Schnappschüsse direkt, wobei Sie hier nach dem Markieren des Snapshots auf Löschen klicken.

Sofern sich unter Ihren Schnappschüssen Vorher-/Nachher-Paare befinden, sehen Sie Unterschiede zwischen den beiden über die Schaltfläche Änderungen anzeigen an. Dazu öffnet das YaST-Modul anschließend ein neues Fenster, in welchem die Software links die Unterschiede zwischen den Snapshots im Verzeichnisbaum anzeigt, während Sie rechts im größeren Segment die Differenzen zwischen beiden Snapshots im Detail sehen.

Über die Schaltflächen Vom ersten Schnappschuss wiederherstellen und Vom zweiten Schnappschuss wiederherstellen stellen Sie bei Bedarf das System wieder auf einen der beiden Schnappschuss-Zustände zurück (Abbildung 6).

Abbildung 6: Über die Ansicht von Differenz-Snapshots informieren Sie sich über Änderungen.

Unzulänglichkeiten

Von Haus aus formatiert OpenSuse bei einer frischen Installation das Root-Verzeichnis mit Btrfs, während es das Home-Verzeichnis aus unverständlichen Gründen mit XFS anlegt. Da Snapper nur mit Ersterem zuverlässig funktioniert, fertigt das System in dieser Konstellation keine Schnappschüsse vom Home-Verzeichnis an.

Für das unter Linux gebräuchliche Dateisystem Ext4 existiert zwar eine Version von Snapper, die selbst unter anderen Distributionen funktioniert. Diese hat jedoch immer noch höchst experimentellen Charakter, sodass selbst die Tutorial-Seite von OpenSuse explizit nicht zum Einsatz auf entsprechenden Partitionen rät [5]. Im Test kam es unter ROSA-Linux R9 und Ubuntu 16.04 zu Problemen.

Hinzu kommen weitere Probleme, die den Einsatz von Btrfs auf Desktop-Systemen erschweren: In bestimmten Szenarien benötigen Sie für eine entsprechende Installation noch eine separate Boot-Partition mit einem anderen Dateisystem, um den Bootloader Grub2 einzusetzen.

Dies gilt vor allem, wenn es sich um ein Legacy-BIOS-System handelt und der freie Speicherplatz auf der Festplatte zwischen dem Master Boot Record und der ersten Partition nicht ausreicht, um die von Grub2 genutzte Datei core.img dort zu platzieren.

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