OpenSuse

OpenSuse nutzt als maßgeblich an der Entwicklung beteiligte Distribution die erweiterten Funktionalitäten des Dateisystems ausgiebig und legt je nach Konfiguration bereits in der Standardinstallation im Root-Verzeichnis mehr als ein Dutzend Subvolumes an. Welche vorhanden sind, erfahren Sie auf der Kommandozeile durch Eingabe des folgenden Befehls:

btrfs subvolume list /

Die Liste im Beispiel wirkt auf den ersten Blick wegen der teils über 30 angelegten Subvolumes eher verwirrend. Komfortabler und übersichtlicher fragen Sie diese Daten über das Startmenü ab, in welchem Sie im Untermenü System das Tool YaST aufrufen. Hier finden Sie im Abschnitt System die Option Partitionierer, welcher ähnlich wie GParted oder die KDE-Partitionsverwaltung die Massenspeicherbelegung anzeigt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit YaST erhalten Sie einen detaillierten Einblick in die Btrfs-Struktur.

Sobald Sie hier in der Festplatten-Übersicht das Root-Laufwerk anklicken und danach auf den Button Bearbeiten..., öffnet sich ein neues Fenster, in welchem Sie die einzelnen Subvolumes über die Schaltfläche Subvolumenverarbeitung erreichen. Im darauf folgenden Dialog sehen Sie die Subvolumes und haben die Möglichkeit, nicht mehr benötigte zu entfernen oder neue anzulegen.

Im Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers, den Sie mit der Installation von OpenSuse angelegt haben, befinden sich voreingestellt noch keine Subvolumes; das entsprechende Fenster ist daher also leer. Selbstverständlich dürfen Sie aber im Home-Verzeichnis beliebig neue Subvolumes angelegen, sofern Sie diese mit Btrfs als Dateisystem formatiert haben.

Über den Eintrag Festplatten links in der Ansicht für das gesamte System haben Sie außerdem die Möglichkeit, beliebige Btrfs-Partitionen zu verkleinern oder zu verschieben. YaST zeigt dazu in einem gesonderten Dialog die minimale Größe der zu verändernden Partition an und gestattet es, deren Größe frei zu modifizieren. Das erlaubt, bei wenig genutzten Partitionen Speicherplatz zu gewinnen, indem Sie diese pragmatisch in der Größe anpassen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Subvolumes legen Sie unter OpenSuse dank YaST einfach und schnell an, entfernen diese und verwalten deren Größe.

Die einzelnen Subvolumes bemerken Sie in der Praxis kaum: Ist das Laufwerk eingehängt, so arbeiten Sie damit im Terminal oder in grafischen Dateimanagern wie mit herkömmlichen Verzeichnissen.

Snapshots

Btrfs bietet durch die Snapshot-Funktion mehr Sicherheit gegen den Verlust von Daten als konventionelle Dateisysteme. Prinzipiell dürfen Sie jedes einzelne Subvolume durch regelmäßige Schnappschüsse gegen den Verlust von Daten absichern. Das macht externe Backup-Programme im Prinzip überflüssig.

OpenSuse bietet mit der Snapper-GUI, die ebenfalls in YaST integriert ist, eine komfortable Möglichkeit zum Verwalten der Snapshots. Sie finden die grafische Oberfläche im Bereich Verschiedenes in der Übersicht von YaST. Nach einem Klick auf Snapper öffnet sich ein eigenes Fenster, das die bereits vorhandenen Snapshots als Tabelle auflistet.

Da die Ansicht zunächst unübersichtlich wirkt und selbst bei erst frisch aufgesetzten Systemen bereits viele Snapshots beinhaltet, empfiehlt es sich, im ersten Schritt die Konfiguration von Snapper zu modifizieren: Für die meisten Desktop-Systeme sind die Intervalle viel zu aggressiv eingestellt und benötigen daher sehr viel Speicherplatz. Die Intervalle zum Löschen weisen ebenfalls für Desktop-Systeme unsinnige Einstellungen auf, Sie sollten sie ebenso anpassen.

Die Snapper-GUI eröffnet jedoch nicht die Möglichkeit, die Konfiguration zu ändern; hierzu ist ein Wechsel auf die Kommandozeile nötig. Dazu starten Sie ein Root-Terminal und öffnen die Datei /etc/snapper/configs/root, die als ASCII-Text vorliegt (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Konfiguration von Snapper nehmen Sie in einer Textdatei vor.

Dabei sind vor allem die Bereiche create hourly snapshots, cleanup hourly snapshots after some time und limits for timeline cleanup von Bedeutung. In diesen Optionen legen Sie die Intervalle zum Löschen für die automatisiert angefertigten Snapshots fest und definieren, wie viele der angefertigten Schnappschüsse erhalten bleiben.

Für Desktop-Systeme empfiehlt es sich, die Optionen TIMELINE_LIMIT_YEARLY und TIMELINE_LIMIT_MONTHLY nach unten zu korrigieren, falls die Option TIMELINE_CREATE aktiviert ist. Auch die Werte für die täglichen und stündlichen Snapshots dürfen Sie auf solchen Rechnern getrost verringern.

Im Bereich cleanup empty pre-post-pairs sollte der entsprechende Wert auf yes gesetzt sein, damit das System Schnappschüsse ohne Veränderung nicht archiviert. Auf älteren Systemen lohnt es sich außerdem, bei Problemen mit der Performance, die Option BACKGROUND_COMPARISON zu deaktivieren. Dieser Prozess beansprucht einige Ressourcen [4].

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