Ruhe im Karton

Bei normalen Bürotätigkeiten arbeitet das System auch bei sommerlichen Temperaturen komplett lautlos. Der auf der Unterseite angebrachte Lüfter dreht nur unter Last hoch, während jener des Vorgängermodells durchlief (wenn auch sehr leise). Die Lautstärke hält sich dabei dank der kompakten Bauform und der resultierenden geringen Lüftergröße in Grenzen. Den Linux-Kernel möchte man mit dem Gerät allerdings dennoch nur ungern kompilieren.

Beim Unigine Heaven-Benchmark zeigt sich, dass die Intel HD Graphics 620 gegenüber der HD Graphics 520 aus dem Vorgängermodell an Tempo zugelegt hat. Der Benchmark gibt beim InfinityBook Pro einen Wert von 10,6 FPS (Score 267) aus, statt nur 6,2 FPS (Score 156) beim Vorgänger. Das genügt zwar noch nicht zum Spielen leistungshungriger 3D-Titel mit aufgedrehten Effekten, lässt aber die Desktop-Effekte des Unity-Desktops ein wenig flüssiger wirken.

Wer gerne im Dunkeln oder bei düsterem Licht arbeitet, schaltet die Tastaturbeleuchtung ein. Die Helligkeit der LEDs unter den Tasten lässt sich in fünf Schritten regeln. Die Tastatur selbst bietet bei einem sehr geringen Hub einen ordentlichen Anschlag (Abbildung 4), allerdings fiel die Leertaste unangenehm auf: Sie erzeugt nur dann ein Leerzeichen, wenn man die Taste mittig anschlägt. Bei einem Druck auf die Kanten registriert sie keine Eingabe. Beim Verfassen dieses Textes entlockte diese Eigenschaft dem Autor des Öfteren lautstarke Unmutsäußerungen. Bei einem Testgerät in der Redaktion unserer Schwester Linux-Magazin trat dieses Problem allerdings nicht auf.

Abbildung 4: Tux-Taste anstatt Windows-Key: Die Leertaste des Testgeräts reagierte allerdings nur unwillig auf seitliche Anschläge.

Tuxedo gibt für den 36 Wh fassenden Lithium-Ionen-Akku des InfinityBook Pro eine maximale Laufzeit von 12 Stunden an. Dieser Wert gilt allerdings nur bei Leerlauf, minimaler Displayhelligkeit, deaktivierter Tastaturbeleuchtung, deaktiviertem WLAN und Bluetooth sowie ohne angeschlossene Geräte. In der Praxis ergeben sich ganz andere Werte: Beim Schreiben dieses Artikels wollte das System bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit und aktiviertem WLAN alle 4 Stunden an die Steckdose (Abbildung 5). Das Vorgängermodell mit einem Intel Core i7-6500U gab sich da deutlich genügsamer und hielt 6 Stunden Arbeitszeit durch.

Abbildung 5: Im Praxistest musste das InfinityBook Pro 13 bereits nach 4 Stunden wieder an die Steckdose.

Fazit

Kompakte Bauform und leistungsfähige Komponenten haben ihren Preis: Für das Tuxedo InfinityBook Pro 13 wandern mindestens 1099 Euro über die Ladentheke. Vergleichbare Modelle anderer Hersteller liegen allerdings auf einem ähnlichen Preisniveau. Tuxedo garantiert jedoch volle Linux-Kompatibilität, zudem lässt sich das Gerät ohne Spezialwerkzeuge in seine Einzelteile zerlegen. Anders als verklebte Dell- oder Apple-Geräte lässt sich so die Hardware (in Grenzen) aufrüsten oder der Akku austauschen. Das verlängert die Lebenserwartung des Notebooks und schont langfristig sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel.

In Sachen Anmutung und Haptik steht das InfinityBook den Spitzenmodellen der großen Hersteller kaum nach, wenn auch beispielsweise das Gehäuse nicht aus einem Alu-Klotz gefräst wurde, sondern nur aus dünnwandigem Aluminiumblech besteht. Wünschenswert wären noch die Option auf ein höher auflösendes Display mit kleinerem Bildschirmrand sowie eine bessere Tastatur. Eine nur bei gezieltem Antippen reagierende Leertaste trübt die Freude an dem ansonsten sehr gut zusammengestellten Gerät merklich. 

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