Endstation Mobilfunk

Ein äußerst beschämendes Bild gibt die Unterstützung von Mobilfunkkarten (oder "WWAN"-Modulen) ab. Im Test gelang es in keinem einzigen Fall, die verbaute WWAN-Hardware in das Betriebssystem einzubinden, da alle Komponenten nur mit proprietärer Firmware arbeiten. Bereits beim Hochfahren der Rechner zeigte das System daher mehrfach Fehler aufgrund fehlender Firmware an.

Diese Inkompatibilität zu Parabola Linux beruht auf der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Hersteller der gängigen WWAN-Chipsätze (im Testszenario primär Qualcomm und Sierra Wireless), die den freien Entwicklern keine Informationen zur Treiberentwicklung liefern. Im Falle Qualcomms muss man sogar zunächst Firmware-Dateien aus Treiberpaketen für andere Betriebssysteme extrahieren, die es anschließend in Linux zu integrieren gilt.

System nach Maß

Als binärkompatibles Derivat von Arch Linux setzt Parabola Linux auch auf die Paketverwaltung Pacman und greift somit auf den enormen Arch-Softwarefundus zurück. Im Gegensatz zu anderen Distributionen finden Sie jedoch in Parabola Linux nach der stationären Installation kein grafisches Frontend zur Softwareverwaltung. Auch die im System nach der Installation bereits vorhandenen Programme entsprechen quantitativ nicht den üblichen Standards.

So finden Sie weder eine der großen Office-Suiten noch den Bildbearbeitungsboliden Gimp, von Multimediaprogrammen wie Video- und Audioplayern ganz zu schweigen. Selbst einen Webbrowser bringt das System nicht von Haus aus mit. Auch die normalerweise bei Nutzung des KDE-Desktops mitinstallierten KDE-eigenen Applikationen fehlen. Parabola Linux lässt Ihnen also als eine von ganz wenigen Distributionen völlig freie Wahl, welche Software Sie installieren möchten.

Sie müssen die Software nicht via Pacman im Terminal einrichten, unter Arch Linux stehen verschiedene Frontends für die Paketverwaltung zur Verfügung. Hier bietet sich als komfortable Variante das Tool Octopi an, das Sie mittels des Befehls pacman -S octopi installieren. Anschließend finden Sie den grafischen Paketverwalter im Anwendungsmenü unter System | Software hinzufügen/entfernen.

Nach dem Start von Octopi sollten Sie zunächst die Datenbanken abgleichen, indem Sie im Menü Datei den Eintrag Datenbank synchronisieren auswählen. Anschließend können Sie das System aktualisieren. Auch dies erledigen Sie bequem per Mausklick, indem Sie in Octopi im Menü Datei den Eintrag System aktualisieren anklicken. Ebenso nehmen Sie die Installation neuer Software vor: Im Suchfeld oben in der Mitte des Octopi-Fensters geben Sie den Namen des Programms oder einen Teil davon ein. Der Paketmanager zeigt Ihnen dann die entsprechenden Treffer in einer Tabellenansicht an.

Sie markieren das gewünschte Paket per Rechtsklick und wählen die Option Installieren. Anschließend klicken Sie oben im Programmfenster auf den Schalter Anwenden. Octopi führt jetzt die Abhängigkeiten auf, die Sie mit Ja abnicken. Nach einer Authentifizierung spielt das Programm schließlich die gewünschte Software ein, wobei es fortlaufend Statusmeldungen anzeigt (Abbildung 5).

Abbildung 5: Octopi orientiert sich von der Aufmachung her an dem aus Debian bekannten Synaptic.

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