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Netzwerküberwachung mit Devicesinlan 1.1.0, Zeitabgleich im Netz mit Htpdate 1.1.3, Monitoring im Webbrowser mit Loadavg 2.2, Netcat unkompliziert nutzen mit Nyan 1.2.2.

Entdecker

Einen Überblick aller im Netz aktiven Geräte verschafft Ihnen Devicesinlan 1.1.0

Das Python-3-Programm Devicesinlan durchforstet das lokale Netz, ermittelt alle aktiven Geräte und listet diese nach IP-Adresse sortiert samt MAC-Adresse und Hersteller der jeweiligen Netzwerkkarte auf. Starten Sie das Tool auf einem Rechner mit mehreren Netzwerkschnittstellen, können Sie mit dem Parameter -i das zu verwendende Interface festlegen. Andernfalls klappert das Tool alle Netze ab.

Bekannten Geräten dürfen Sie einen Namen zuordnen. Dazu starten Sie Devicesinlan mit dem Schalter --add im interaktiven Modus. Hier geben Sie die MAC-Adresse des gewünschten Geräts sowie das Alias und einen Gerätetyp an. Auf diese Weise hinterlegte Systeme erscheinen bei jedem Netzwerk-Scan grün hervorgehoben, unbekannte dagegen rot. Eine Aufstellung aller hinterlegten Namenseinträge liefert der Schalter --list.

Nicht mehr vorhandene Geräte entfernen Sie mit --remove aus der Konfiguration. Dabei fragt Devicesinlan die MAC-Adresse ab, um sicherzustellen, dass es das richtige Gerät entfernt. Rufen Sie das Tool ohne Parameter auf einem Rechner mit grafischer Oberfläche auf, startet es eine Qt5-basierte Benutzeroberfläche.

Devicesinlan 1.1.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://turulomio.users.sourceforge.net/en/devicesinlan.html

Zeitwächter

Über bis zu 16 Webserver gleicht Htpdate 1.1.3 die Uhrzeit des Systems laufend an.

Linux bietet zahlreiche Tools zur Aktualisierung der Systemzeit, wie Rdate oder Ntp, die in regelmäßigen Abständen die aktuelle Zeit mit Zeitservern abgleichen. Klappt das aufgrund restriktiver Firewall-Einstellungen nicht, schafft Htpdate Abhilfe: Statt über das Network Time Protokoll fragt es die Zeit via HTTP-Request bei einem beliebigen Webserver ab. Dazu nutzt es in der Vorgabe HTTP/1.1, mit dem Parameter -0 lassen sich aber auch HTTP/1.0-Anfragen an ganz alte Server stellen.

Da sich Htpdate wie ein Web-Client verhält, stellt auch ein Proxy-Server kein Problem da: Sie geben diesen mit dem Parameter -P an. Für einen simplen Zeitabgleich rufen Sie Htpdate einfach mit der IP-Adresse des gewünschten Webservers auf. Laut Entwicklern lässt sich so eine Genauigkeit von 0,5 Sekunden erzielen. Um die Genauigkeit der Zeitabfrage zu verbessern, starten Sie Htpdate im Burst-Modus. Es fragt dann die Serverzeit in einem Durchlauf mehrfach ab. Für noch exaktere Ergebnisse weisen Sie das Tool an, mehrere Webserver zu kontaktieren.

Htpdate versucht in der Vorgabe IPv6-Lookups, lässt sich aber über den Schalter -4 auf IPv4 umstellen. Für den Einsatz als Dienst aktivieren Sie über den Schalter -D einen Daemon-Modus. Htpdate klopft dann in regelmäßigen, eigenständig berechneten Intervallen bei den Webservern ab. Bei Bedarf legen Sie über die Parameter -m und -M Intervallgrenzen fest.

Htpdate 1.1.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.vervest.org/htp/

Lastmesser

Mit Loadavg 2.0 überwachen Sie die Auslastung Ihrer Rechner auf simple Weise in einem Webbrowser.

Das in PHP geschriebene Loadavg erfasst wichtige Eckdaten des Systems, wie CPU-Last oder Speicherverbrauch, und stellt die ermittelten Werte in Form einer Verlaufsgrafik in seiner Weboberfläche dar. Die Daten ermittelt das Tool mithilfe eines ebenfalls in PHP implementierten Logger-Skripts. Bei der Konfiguration erzeugt Loadavg einen Cron-Eintrag im Browserfenster, den Sie händisch in die Crontab einpflegen müssen. Das Logger-Skript fragt anschließend alle fünf Minuten die Systemdaten ab, der Zeitraum lässt sich jedoch nach Belieben anpassen.

Zur Installation entpacken Sie den Inhalt des Quellarchivs ins Dokumentenverzeichnis des Webservers. Beim ersten Aufruf im Webbrowser steht eine Grundkonfiguration an. Hier fragt das Tool nach dem Hostnamen sowie den Zugangsdaten für den administrativen Benutzer. Eine Benutzerverwaltung besitzt Loadavg nicht; es erkennt nur einen Admin-Benutzer, dessen Passwort es als Hash-Wert in der Konfigurationsdatei hinterlegt. Als Admin angemeldet, landen Sie in der Charts-Ansicht des Tools, die Verlaufsgraphen zur Prozessorauslastung, der Uptime sowie zum Speicher- und Festplattenverbrauch bereitstellt.

Über die Modul-Auswahl im Menü Settings legen Sie fest, welche Übersichten in der Chart-Ansicht erscheinen. Es gibt unter anderem Module für Apache, MySQL oder die SSH-Auslastung; jedes davon lässt sich individuell konfigurieren und aktivieren. Der Menüpunkt Server informiert außerdem über Systemeigenschaften wie Kernel-Version, Prozessortyp, RAM- und Swap-Größe sowie Plattenpartitionierung. Ein Datenbank-Backend benötigt Loadavg nicht, da es alle erfassten Daten in eigenen Logfiles speichert.

Loadavg 2.0

Lizenz: AGPL

Quelle: http://www.loadavg.com/

Simplizissimus

Das komfortable Nyan 1.2.2 reduziert die komplexe Netcat-Syntax auf maximal drei Parameter pro Aufruf.

Netcat gilt als "Schweizer Taschenmesser" für den Datenversand zwischen Rechnern. Trotz des überschaubaren Funktionsumfangs gestalten sich die Einstellungsparameter aber nicht besonders intuitiv. Hier springt das Wrapper-Skript Nyan in die Bresche und bildet die wichtigsten Netcat-Funktionen mit nur neun einfachen Befehlen ab. Sie müssen je nach Kommando nur noch den Port, die IP-Adresse und den Dateinamen angeben. Für seine Arbeit benötigt Nyan neben Netcat selbst lediglich Pv und Sha512sum.

Der Befehl serve stellt eine Datei an einem Port zum Download bereit. Auf der Gegenseite starten Sie Nyan mit dem Befehl get, gefolgt von der IP-Adresse und dem Port der Quelle sowie dem Namen, unter dem es die Datei speichern soll. Nyan berechnet auf beiden Seiten die SHA512-Prüfsumme der Datei, sodass Sie das Ergebnis vergleichen können. Übertragen Sie Dateien lieber via Webbrowser, rufen Sie Nyan mit dem Befehl http auf, gefolgt von Port und Dateinamen.

Für Verbindungen ohne vorgegebenes Übertragungsprotokoll kennt Netcat den Raw-Modus. Mit Nyan aktivieren Sie ihn serverseitig mittels des Befehls server, gefolgt vom Port. Clientseitig starten Sie Nyan dann mit dem Befehl raw, gefolgt von Quell-IP und Ziel-Port. So prüfen Sie etwa, ob eine Verbindung zwischen zwei Systemen klappt und alle Routen und Firewall-Freischaltungen stimmen. Alternativ nehmen Sie mit dem Befehl scan einen rudimentären Port-Scan auf eine IP-Adresse vor. Port-Weiterleitungen sowie den Einsatz als rudimentärer Proxy-Server ermöglichen die Befehle forward und proxy.

Rufen Sie Nyan ohne Parameter auf, listet es alle verfügbaren Befehle samt deren jeweiliger Syntax auf. Eine Beschreibung des jeweiligen Befehls finden Sie in der Manpage. Als Netcat-Wrapper verarbeitet Nyan wie das Original nur IPv4-Adressen, IPv6 unterstützt es nicht. (jlu)

Nyan 1.2.2

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://github.com/shibumi/nyan

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