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Komfortabler Systemputz mit Stacer

Schicke Putze

Stacer erleichtert das Aufräumen im System mit einer grafischen Oberfläche.

Linux-Anwender lassen sich generell in zwei Kategorien einteilen: die enthusiastischen Anwender, die gern möglichst viel auf der Konsole mit voller Kontrolle erledigen, und diejenigen, die lieber bunt und mit Mausklicks vertrauensvoll der Arbeit oder ihrem Vergnügen nachgehen. Manche kultivieren auch Mischformen, die ihrem Arbeitsfluss entgegenkommen.

Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit den Mausschubsern und stellen ein grafisches Werkzeug zur Überwachung und Optimierung des Systems vor. Es hört auf den Namen Stacer, hat seine Heimat auf GitHub [1] und erschien vor Kurzem in Version 1.0.6. Der Autor bietet auf Sourceforge [2] neben den Quellen zum Kompilieren auch ein DEB-Paket für 32- und 64-Bit-Systeme an sowie ein AppImage für 64-Bit-Rechner. Letzteres haben wir uns genauer angesehen.

Distributionsübergreifend

Falls Ihnen AppImage [3] nichts sagt, so macht das gar nichts – das geht vielen Linuxern so. Geht es um distributionsübergreifende Alternativen zu den herkömmlichen Paketierungssystemen, dreht sich im Moment alles um Snap und Flatpak. Dabei kommt das bereits seit 2004 entwickelte AppImage (anfangs hieß es Klik und später PortableLinuxApps) zu kurz, obwohl es in etwa dasselbe leistet wie die beiden bekannteren Kollegen: Die darin verpackten Apps laufen ohne Installation.

Stacer wurde für Ubuntu konzipiert, funktioniert aber mit wenigen Abstrichen auf allen Distributionen. Die Anwendung basiert auf dem von den GitHub-Entwicklern erstellten Electron Framework [4], mit dem sich plattformübergreifende Apps auf der Basis von Javascript, HTML und CSS bauen lassen. Zu den bekannteren Vertretern gehören Skype for Linux, der Editor Atom, der Messenger Franz und die Bildbearbeitung Darktable.

Nach dem Herunterladen des AppImages verteilten wir es auf verschiedene virtuelle Maschinen mit Ubuntu, Linux Mint, Mageia, Manjaro, Apricity und OpenSuse sowie eine Festinstallation mit Siduction (Debian "Unstable"). Stacer lief auf allen getesteten Distributionen. Auf Systemen mit KDE-Plasma-Desktop allerdings müssen Sie Stacer aufgrund eines Fehlers von Kdesu bei der Autorisierung als Root starten.

Vor dem ersten Start müssen Sie das AppImage ausführbar machen. Das erledigen Sie als User aus dem Verzeichnis, in dem das Paket liegt, mit dem Befehl aus der ersten Zeile von Listing 1. Dann starten Sie Stacer aus dem gleichen Verzeichnis (zweite Zeile). Eine Benachrichtigung weist Sie darauf hin, dass die Einrichtungsroutine die Anwendung ins Menü aufnimmt und ein Icon auf dem Desktop ablegt.

Das bleibt der einzige Eingriff, den die Anwendung auf Ihrem Rechner vornimmt. Alternativ können Sie Stacer, wie alle Anwendungen in AppImages, auch durch einen Doppelklick auf die ausführbare Datei starten.

Listing 1

$ chmod a+x Stacer-1.0.6-x86_64.AppImage
$ ./Stacer-1.0.6-x86_64.AppImage

Grafisch gelungen

Stacer begrüßt Sie mit einem im modernen Material-Design gestalteten Fenster mit den sechs Reitern Dashboard, System Cleaner, Startup Apps, Services, Uninstaller und Resources (Abbildung 1). Das Fenster ist in seiner Größe statisch und lässt sich weder verkleinern noch vergrößern.

Das Programm startet immer mit dem Dashboard, das lediglich Informationen darbietet, aber keine Interaktion zulässt. Darin sehen Sie, grafisch animiert, die jeweilige Auslastung von CPU, Speicher, Plattenplatz und Netzwerkinterface sowie Informationen zum verbauten Prozessor und dem verwendeten Betriebssystem.

Abbildung 1: Der Startbildschirm von Stacer zeigt unter anderem animiert CPU, RAM und Plattenplatz an.

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