Im Betrieb

Die Oberfläche von KolibriOS weist am unteren Rand eine horizontale Panelleiste mit einem Menüknopf unten links auf. Am linken Rand befindet sich – erst auf den zweiten Blick erkennbar – eine ausklappbare Schalterleiste, die sich beim Berühren mit dem Mauszeiger öffnet.

Um den Desktop anzupassen, klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Arbeitsoberfläche. Über die entsprechenden Einträge des Kontextmenüs legen Sie dann beispielsweise zusätzliche Starter auf dem Desktop an oder verändern das Aussehen der Arbeitsumgebung.

Das System kommt mit einem ganzen Reigen sehr schlanker Anwendungen für viele Einsatzbereiche. Sie finden dazu insgesamt rund 30 Icons auf der Arbeitsoberfläche. Links oben befinden sich die Starter für Büro- und Verwaltungssoftware. Die Dateimanager Eolite und KFAR ähneln dem Midnight Commander beziehungsweise PcmanFM, dem Standarddateimanager des LXDE-Desktops. Mit dem Textreader, dem Taschenrechner Calc und dem textbasierten Webbrowser Webview sowie dem Notizblock Tinypad und dem Zeichenprogramm Animage sind viele kleine Applikationen für den täglichen Einsatz vorhanden.

Oben in der rechten Bildschirmecke finden Sie weitere Applikationen hauptsächlich für Programmierarbeiten. Sie umfassen ein Terminal, eine Vergleichssoftware für Textdateien, einen Debugger, einen Archivierer, einen Assembler sowie einen Hex-Editor. Ein Debug- und Messageboard sowie ein Anzeigeprogramm für Softwaredokumentationen runden diese Gruppe ab.

Das grafische Tool Syspanel erinnert an die Konfigurationswerkzeuge großer Desktop-Umgebungen unter Linux und fasst die wichtigsten Werkzeuge zur Konfiguration des Betriebssystems zusammen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Syspanel fasst alle wichtigen Konfigurationswerkzeuge übersichtlich geordnet zusammen.

Unten in der rechten und linken Bildschirmecke gruppieren sich zahlreiche Spiele. Dabei handelt es sich durchgängig um kleinere Klassiker wie Sudoku, Gomoku, Tetris, Snake, Mine und Checkers, aber auch mehrere Puzzle- und Klötzchenspiele. Einige der Spiele liegen nur in russischer Lokalisierung vor und sind daher für Westeuropäer meist nur von beschränktem Nutzen.

Eine Sonderstellung nimmt die ausklappbare Panelleiste mittig am linken Bildschirmrand ein: Hier finden Sie weitere Applikationen wie etwa einen IRC-Client, einen Texteditor, je einem MP3- und Midi-Player sowie einen Lautstärkeregler. Ein grafisches Benchmark-Programm mit dem ungewöhnlichen Namen KGB sowie eine CPUID-Routine runden den Bestand ab.

Menü

Im Menü des Betriebssystems, das Sie über den entsprechenden Schalter unten links in der Panelleiste erreichen, finden Sie weitere Software in Untergruppen subsummiert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Spielen, Emulatoren und Entwicklerwerkzeugen. Besonders das Menü Emulators offenbart einige interessante Applikationen: Hier finden Sie neben der bekannten DOSBox zum Starten alter DOS-Software auch Emulatoren für die Spielekonsolen Super Nintendo und Gameboy.

Besonders interessant ist auch der ZX-Spectrum-Emulator, der einen Home-Computer des britischen Herstellers Sinclair aus den 1980er-Jahren emuliert. Für diesen seinerzeit weit verbreiteten Computer existieren viele Anwendungen. Im Game Center finden Sie zudem weitere Spiele. Für Videos und Filme steht außerdem im Menü Multimedia mit Fplay+ eine Abspielsoftware bereit (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Game-Center finden Sie eine ganze Reihe kleinerer Spiele und Emulatoren, auch für den ehemals weit verbreiteten ZX Spectrum von Sinclair.

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