Start

KolibriOS nutzt als Bootmanager statt Grub das gute alte Syslinux in seinen verschiedenen Ausprägungen. Das lässt sich je nach Startmedium anpassen. Wahlweise startet der russische Winzling aber auch via Grub, etwa, wenn dieser als Starthilfe für mehrere Betriebssysteme auf einem Massenspeicher agiert. Das Betriebssystem lässt sich auf unterschiedlichen Medien permanent installieren, wobei die recht ausführliche Dokumentation und ein Anwenderforum Hilfestellung geben.

Nach dem Start über einen Ncurses-Bootbildschirm, der den Wechsel verschiedener Optionen erlaubt, öffnet das System innerhalb von wenigen Sekunden den grafischen Desktop. Selbst auf einer rund neun Jahre alten Maschine mit einem Penryn-Zweikernprozessor dauerte der Start im Test keine fünf Sekunden.

KolibriOS lässt sich mit dem ISO-Image aber auch in einer virtuellen Maschine ausprobieren. In der Virtualbox konfigurieren Sie die Abbilddatei als virtuelles optisches Laufwerk im Menü Massenspeicher. Als Hauptspeicher genügen die vorgegebenen 64 MByte. Auch in der VM startet das komplette System innerhalb von deutlich weniger als zehn Sekunden und steht mit allen Applikationen zum Betrieb aus dem Arbeitsspeicher bereit. Da KolibriOS die virtuellen Netzwerkkomponenten von Virtualbox unterstützt, haben Sie aus der virtuellen Maschine heraus auch direkten Zugriff auf das Internet (Abbildung 1).

Abbildung 1: KolibriOS kooperiert auch bestens bei geringen Anforderungen mit einer virtuellen Maschine von VirtualBox.

USB-Stick

Bei Bedarf installieren Sie KolibriOS auf einem Flash-Stick, was die Startgeschwindigkeit des Betriebssystems nochmals deutlich erhöht. Das erfordert jedoch einige manuelle Schritte. Legen Sie zunächst mit einem Tool wie Gparted eine Partition auf dem Stick an, und formatieren Sie diese mit dem FAT16- oder FAT32-Dateisystem. Vergessen Sie dabei nicht, auch das Boot-Flag zu setzen, was Sie in Gparted über das Menü Partition | Markierungen bearbeiten vornehmen.

Danach vergewissern Sie sich, dass auf Ihrem Linux-System die Pakete syslinux und mtools vorliegen. Gegebenenfalls installieren Sie sie aus den Software-Repositories der verwendeten Distribution nach. Danach kopieren Sie mit Root-Rechten die Datei memdisk mit dem Befehl aus der ersten Zeile von Listing 1 ins Wurzelverzeichnis des USB-Sticks.

Anschließend laden Sie von der KolibriOS-Projektseite das Archiv latest-distr.7z herunter, in dem sich das universelle Abbild für das Betriebssystem befindet. Dieses Archiv entpacken Sie und kopieren anschließend die darin enthaltene Datei kolibri.img ins Root-Verzeichnis des USB-Speichersticks.

Listing 1

# cp /usr/lib/syslinux/memdisk /dev/KolibriOS-Partition
# syslinux -s /dev/KolibriOS-Partition

Danach hängen Sie den USB-Stick aus dem System aus und geben am Prompt den Befehl aus der zweiten Zeile von Listing 1 ein. Er richtet das System inklusive des Bootloaders grundsätzlich ein. Damit Syslinux korrekt funktioniert, legen Sie im Hauptverzeichnis des Speichersticks noch eine Datei namens syslinux.cfg an, die Sie mit einem Texteditor um die Zeile default memdisk initrd=kolibri.img erweitern. Danach ist das System von diesem USB-Stick aus startbereit.

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