Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Komfortabler Verzeichnisabgleich mit Comparedir 0.83, verschlüsselte Partitionen nutzen mit Cryptsetup 1.7.4, leistungsfähiger modularer Texteditor Jedit 5.4.0, einsteigerfreundlicher FTP-Daemon Uftpd 2.3.

Gleichmacher

Das bedienungsfreundliche Comparedir 0.83 gleicht Verzeichnisse im Handumdrehen ab.

Das Python-Tool Comparedir präsentiert sich als kompakte und leistungsfähige Lösung für den Abgleich von Verzeichnisinhalten. Nach dem Start geben Sie in der einfachen, GTK3-basierten Benutzeroberfläche ein Master- und ein Slave-Verzeichnis an, für die das Tool die Unterschiede ermittelt. Standardmäßig prüft Comparedir dazu den Dateinamen, die Dateigröße sowie das Datum des letzten Zugriffs. Aus Geschwindigkeitsgründen haben die Entwickler auf die Prüfung mit einem Prüfsummenalgorithmus wie MD5 oder SHA verzichtet.

Bei der Ergebnisanzeige stehen drei Ansichten zur Auswahl. Klicken Sie auf Diff, zeigt Comparedir für jedes Verzeichnis nur die Dateien an, die sich vom anderen unterscheiden. Bei Equal sehen Sie nur die in beiden Verzeichnissen identischen Dateien, während Comparediff bei All den gesamten Verzeichnisinhalt darstellt. Bei Bedarf markieren Sie nun Dateien und kopieren sie zwischen den Verzeichnissen hin und her, wobei die Software notwendige Unterverzeichnisse am Ziel automatisch mit erzeugt. Außerdem lassen sich markierte Dateien auch löschen. Comparedir kommt mit allen eingehängten Verzeichnissen zurecht, unabhängig vom Speicherort.

Comparedir 20170324

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://sourceforge.net/projects/comparedir/

Schlüsselerlebnis

Der Kommandozeilen-Wrapper Cryptsetup 1.7.4 erleichtert das Verschlüsseln via Dm-crypt.

Die wenigsten Verschlüsselungswerkzeuge glänzen mit einer benutzerfreundlichen Bedienung. Hier springt Cryptsetup in die Bresche, ein Wrapper-Skript für das Dm-crypt-Modul des Kernels. Damit erzeugen Sie mit wenigen Befehlen nicht nur mit LUKS verschlüsselte Partitionen, sondern nutzen auch per True- oder Veracrypt erzeugte Container. Hier beschränkt sich Cryptsetup jedoch auf die Grundfunktionen.

Zur Verschlüsseln mit LUKS rufen Sie Cryptsetup über den Schalter luksFormat auf, gefolgt vom Gerätenamen. Vor dem Verschlüsseln warnt das Tool Sie, dass es dabei alle vorhandenen Daten überschreibt. Anschließend legen Sie das Passwort für den Schlüssel fest, ohne das sich später die Partition nicht mehr für den Zugriff öffnen lässt. Können Sie sich Passwörter schlecht merken oder wollen ein automatisches Öffnen einrichten, hinterlegen Sie über den Parameter --key-file eine Schlüsseldatei. Beim späteren Öffnen der Partition prüft Cryptsetup, ob die Schlüsseldatei vorliegt, und öffnet anderenfalls die Partition nicht. Optional geben Sie beim Anlegen einer Partition den Verschlüsselungsalgorithmus vor und beschränken die Anzahl der falschen Passworteingaben.

Zum Öffnen einer Partition rufen Sie Cryptsetup mit dem Schalter open auf, gefolgt vom Pfad der Partition im /dev-Verzeichnis und einem frei wählbaren Gerätenamen, unter dem Cryptsetup die geöffnete Partition ins Verzeichnis /dev/mapper einhängt. Als Nächstes formatieren Sie die geöffnete Partition mit einem Dateisystem Ihrer Wahl und hängen das /dev/mapper-Gerät in den Verzeichnisbaum ein.

Ein Blick in die Konfiguration des Geräts werfen Sie mit den Cryptsetup-Befehlen status und luksDump. Die geöffnete Partition lässt sich wie ein reguläres Verzeichnis nutzen. Mit dem Schalter close, gefolgt vom Gerätenamen, schließen Sie die verschlüsselte Partition wieder. Anwendungsbeispiele und weitere Parameter für einzelne Verschlüsselungsverfahren finden Sie in der Manpage des Tools.

Cryptsetup 1.7.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://gitlab.com/cryptsetup/cryptsetup

Tausendsassa

Der leistungsfähige Editor Jedit 5.4 kann Platzhirschen wie Emacs und Vim problemlos das Wasser reichen.

Seit seinen Anfängen als einfacher Editor im letzten Jahrhundert hat sich der Java-basierte Editor Jedit zu einer leistungsfähigen Entwicklungsumgebung gemausert, die sich durch zahlreiche Plugins ausbauen lässt. Bei Syntax-Highlighting unterstützt Jedit neben über 200 Programmiersprachen auch Satzsysteme sowie Log-Dateien wie jene von Apache und Squid. Letzteres erleichtert die Fehlersuche deutlich. Die Daten für das Highlighting liegen als XML-Dateien vor, sodass Sie auch eigene Muster erzeugen und hinterlegen können.

Neben dem Highlighting besticht der Editor durch weitere nützliche Funktionen, darunter Auto-Indent, automatische Zeilenumbrüche, ein Makrorekorder und das Falten von Codeblöcken. Bei Bedarf öffnen Sie mehrere Dateien in einzelnen Reitern. Jedit sichert geöffnete Dateien beim Beenden und lädt sie beim nächsten Start erneut. Sie erreichen alle wichtigen Funktionen über Tastenkürzel, deren Belegung Sie in der Konfiguration gegebenenfalls Ihren Wünschen anpassen.

Über 200 nachladbare Plugins auf der Projektseite erweitern den Funktionsumfang. Mit dem integrierten Plugin-Manager ziehen Sie bequem neue Plugins nach oder aktualisieren vorhandene. Die Palette reicht von der Unterstützung gängiger Versionsverwaltungen wie Git oder Subversion über Netzwerkerweiterungen wie einen IRC- oder FTP-Client bis hin zum Sudoku für die Mittagspause.

Jedit wird permanent weiterentwickelt. Die aktuelle Version 5.4 unterstützt nun auch Java 1.8 und bietet außerdem ein neues XML-Format für die Plugin-Verwaltung. Auch die Druckfunktion haben die Entwickler überarbeitet.

Jedit 5.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.jedit.org/

Datenschubser

Der kompakte FTP- und UFTP-Server Uftpd 2.3 läuft ohne jede aufwendige Konfiguration.

Benötigen Sie einen FTP-Server, scheuen aber den Konfigurationsaufwand von Pure-FTP oder ProFTP, ist Uftpd genau das Richtige für Sie. Der Daemon erfordert keine aufwendige Konfiguration, Sie treffen alle notwendigen Einstellungen über die Kommandozeile. Starten Sie Uftpd ohne Parameter, stellt er automatisch das Home-Verzeichnis des Benutzers ftp bereit, oder – falls dieses nicht existiert – das Verzeichnis /srv/ftp/. Fehlt auch das, bricht Uftpd ab. Ein alternatives Verzeichnis übergeben Sie dem Tool als letzten Parameter beim Aufruf.

Uftpd verbindet sich mit allen vorhandenen Schnittstellen. Um andere als die Standard-Ports für FTP und TFTP zu nutzen, müssen Sie diese beim Aufruf mit -o vorgeben. Ein Aufruf mit dem Parameter -h gibt Auskunft über die zu verwendende Syntax. Eine Benutzerverwaltung kennt Uftpd nicht, alle Anwender landen als Gast im FTP-Verzeichnis und können nur lesend zugreifen. Um Uploads zu erlauben, geben Sie beim Aufruf der Schalter writable an, der für alle Nutzer gilt. Im Gegensatz zu früheren Versionen zeigt Uftpd in der aktuellen Version keine symbolischen Links an, die aus der FTP-Verzeichnisstruktur herausführen. Möchten Sie Uftpd nicht manuell starten, kombinieren Sie den Daemon mit Inetd. Die Webseite und das Github-Repo des Projekts halten entsprechende Anwendungsbeispiele bereit.

Aktuelle Uftpd-Versionen finden Sie ausschließlich auf Github, der FTP-Server des Projekts stellt nur ältere Versionen bereit. Fertige Pakete gibt es nicht, für den Selbstbau benötigen Sie die von den Uftpd-Entwicklern gepflegten Libraries Libite und Libuev. Der Bau von Bibliotheken und Anwendung geht aber mittels configure, make und sudo make install schnell von der Hand.

Uftpd 2.3

Lizenz: ISC

Quelle: http://troglobit.com/uftpd.html

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