Workstation

Für das anonyme Surfen im Internet verwenden Sie die Whonix-Workstation. Nach dem Hochfahren startet das System wie schon beim Gateway das Programm Whonixcheck, das die Systemparameter überprüft. Zum erfolgreichen Abschluss von Whonixcheck muss das Whonix-Gateway aktiv sein, da die Workstation dessen isoliertes Netz zum Internet-Zugang nutzt. Ohne ein korrekt arbeitendes Gateway beendet Whonixcheck sich mit einer Fehlermeldung.

Wie das Gateway stellt auch die Workstation einen KDE-Desktop in Version 4.14.2 zur Verfügung, samt US-Tastaturlayout. Es folgen die bereits bekannten Schritte: Unter System Settings | Input Devices aktivieren Sie die deutsche Tastaturbelegung, über sudo apt-get dist-upgrade spielen Sie anschließend alle anstehenden Updates ein.

Danach klicken Sie auf der Arbeitsoberfläche auf das Symbol Tor Browser (AnonDist). Whonix öffnet nun einen Dialog zur kryptografisch verifizierten Installation des Tor-Browsers: Er fehlt aufgrund schneller Update-Zyklen in der virtuellen Maschine. Sie erhalten über das Skript stets die aktuellste Variante des Browsers, wobei die Routine mehrere Versionen zur Auswahl stellt. Das Herunterladen des Tor-Browsers erfolgt bereits über das Tor-Netzwerk und geht daher deutlich langsamer vonstatten als über eine direkte Verbindung (Abbildung 6).

Abbildung 6: Das System der Whonix-Workstation lädt den Tor-Browser beim ersten Start aus dem Netz und installiert ihn automatisch.

Während der Sitzung lässt sich der gesamte Datentransfer sehr bequem im Whonix-Gateway verfolgen. Das Monitoring rufen Sie über den Eintrag Arm -- Tor Controller auf. In einem übersichtlich gehaltenen Ncurses-Bildschirm zeigt Ihnen das System die Transferraten sowie verschiedene statistische Daten zum aktiven Internetzugang und den Systemressourcen an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Der Monitor in Whonix-Gateway zeigt übersichtlich, was sich gerade auf der durch Tor getunnelten Leitung tut.

Test

Nach erfolgreicher Installation des Tor-Browsers steht dieser über das Symbol Tor Browser (AnonDist) auf dem Desktop zum Einsatz bereit. Ansonsten finden sich auf dem Desktop lediglich noch zwei Programmstarter für Chat-Anwendungen. Auch die Untermenüs lassen die üblichen Anwendungen vermissen und präsentieren ausschließlich Software, die Online-Anwendungsbereiche abdeckt, wie Video- und Audio-Player oder PDF-Viewer.

Um die Sicherheit des Internetzugangs zu überprüfen, geben Sie im Tor-Browser die URL http://www.ip-check.info ein. Nach einer eingehenden Prüfung der Verbindungsparameter erhalten Sie eine Auflistung der sicherheitsrelevanten Komponenten (Abbildung 8). Um auf Webseiten gern genutzte unsichere Technologien zu vermeiden, nutzt der Tor-Browser von Haus aus die Erweiterungen NoScript und HTTPS Everywhere, die Skripte und unverschlüsselte Verbindungen unterbinden.

Abbildung 8: Nahezu alles im grünen Bereich: Whonix verhindert erfolgreich, dass das System zu viel über den Benutzer verrät.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Under cover
    Whonix ermöglicht in virtuellen Maschinen anonymes Surfen im Internet bei größtmöglicher Sicherheit und vollem Schutz der Privatsphäre.
  • Distribution Whonix sucht Entwickler

    Whonix, eine Debian-basierte Linux-Distribution zur anonymisierten Internetnutzung, sucht ehrenamtliche Mitarbeiter.
  • Unsichtbar
    Whonix ermöglicht in virtuellen Maschinen anonymes Surfen im Internet bei größtmöglicher Sicherheit und vollem Schutz der Privatsphäre.
  • Neues auf den Heft-DVDs
    Jeden Monat erscheinen neue, spannende Distributionen. Auf den Datenträgern zu dieser Ausgabe finden Sie eine Auswahl, die die Artikel im Heft optimal ergänzt und Ihnen so einen zeitraubenden Download erspart.
  • Mehrfach gesichert
    Subgraph OS will umfassende Sicherheit für nicht technikaffine Anwender realisieren. Schon die jetzt vorliegende Alpha-Version macht neugierig auf mehr.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2018: FLINKE BROWSER

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Linux Mint als Zweitsystem
Wolfgang Robert Luhn, 13.01.2018 19:28, 3 Antworten
Wer kann mir helfen??? Habe einen neuen Laptop mit vorinstaliertem Windows 10 gekauft. Möchte g...
externe soundkarte Kaufempfehlung
lara grafstr , 13.01.2018 10:20, 3 Antworten
Hallo Ich bin auf Suche nach einer externen soundkarte.. Max 150 Euro Die Wiedergabe is...
Prozessor-Sicherheitslücke Meltdown und Spectre
Wimpy *, 06.01.2018 10:45, 2 Antworten
Ich habe heute ein Sicherheitsupdate "ucode-intel" für openSuse 42.3 erhalten. Ist damit das Prob...
LENOVO ideapad320 Touchpad Linux Mint 18
Peter Deppen, 23.12.2017 16:49, 3 Antworten
Hallo, bin Linux Anfänger und habe das Problem, dass das Touchpad auf dem LENOVO ideapad320 mit L...
PClinuxOS
Günter Beckmann, 20.12.2017 09:51, 1 Antworten
Hi, LUC, hat jemand von Euch Erfahrung mit dem in Heft 12/2017 vorgestelletn PClinuxOS? Ich...