Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Cat-Alternative Azcat 1.0.5, Webgalerie-Generator Lazygal 0.9.1, CSV-Dateifilter Uncsv 0.9.1, Verzeichniskomparator Vddiff 1.7.0.

Schönling

Als Alternative zu GNU Cat spielt Azcat 1.0.5 bei der Ausgabe von CSV- oder JSON-Dateien sein Syntax-Highlighting aus.

Um den Inhalt von Textdateien schnell und einfach auf der Konsole auszugeben, greift man meist zum GNU-Tool Cat. Das Python-Programm Azcat, kurz az, tritt als Alternative zum GNU-Klassiker an und will dabei durch eine optische Aufbereitung der Ausgabe punkten. Dazu überarbeitet das Tool die auszugebenden Daten per Syntax-Highlighting, bevor es sie in der Konsole anzeigt. Um den jeweiligen Datentyp korrekt zu bestimmen, greift Azcat auf Mime-Type-Informationen und das Magic Byte der jeweiligen Datei zurück.

Auf Funktionen wie Zeilennummerierung oder die Anzeige der Zeilenenden müssen Sie bei Azcat verzichten. Dafür sorgt das Tool dank Python mit Pretty Printing für eine übersichtliche Darstellung von Dateiformaten wie CSV, HTML oder JSON. Sie aktivieren das mit dem Parameter --with-formatter. Ältere Version von Azcat erwarteten noch die Angabe des Formattyps, das aktuelle Release leitet ihn selbstständig aus der verwendeten Dateierweiterung ab.

Geben Sie beim Aufruf den Parameter -P mit, leitet Azcat die Ausgabe in den im Code fest eingebauten Pager Less um. In Sachen Dokumentation hat Azcat nicht viel zu bieten. Es gibt lediglich eine Online-Dokumentation, die kaum Anwendungsbeispiele bietet; eine Manpage fehlt. Das aktuelle Eine REQUIREMENTS-Datei im Quellarchiv führt alle benötigten Python-Bibliotheken auf, was die Installation vereinfacht.

Azcat 1.0.5

Lizenz: Public Domain

Quelle https://pypi.python.org/pypi/azcat/

Galerist

Das intuitiv bedienbare Lazygal 0.9.1 erzeugt im Handumdrehen schicke statische Webgalerien und lässt sich auch per SSH nutzen.

Für das Erzeugen von Webgalerien ohne dynamische Inhalte bietet Lazygal eine interessante Alternative. Das Python-Tool generiert aus Bildverzeichnissen eine statische Galerie, die Sie nur noch hochladen müssen. Über einen Konsolenzugang etwa per SSH lässt sich Lazygal auch direkt auf dem Webserver ausführen. Die Konfiguration kann sowohl über eine Datei als auch via Kommandozeile erfolgen. Bei der Konfigurationsdatei haben Sie die Wahl zwischen dem klassischen Ini-Format oder einem JSON-File.

Im simpelsten Fall übergeben Sie Lazygal beim Aufruf einfach den Ordner mit den Bildquellen. Lazygal legt dann im aktuellen Verzeichnis die notwendigen HTML-Dateien an und erzeugt von jedem Bild Ableger in den Größen klein, mittel und Vorschau. Soll das Ergebnis anderswo landen, geben Sie das Ziel beim Aufruf mit dem Parameter -o an. Das Erscheinungsbild der Galerie legen Sie mit den Parametern default-style und theme fest. Das Quellarchiv enthält vier Themes, die als Vorlage für eigene Kreationen dienen können. Sie passen die entsprechenden CSS- und HTML-Dateien mit einem Editor leicht an Ihre Wünsche an.

Die Bildgröße definieren Sie über die Parameter image-size und thumbnail-size an. Lazygal erzeugt JPEGs, deren Standardqualität von 85 Prozent sie bei Bedarf über den Parameter -m anpassen. Rufen Sie Lazygal mit dem Schalter clean-destination auf, entfernt es alle nicht mehr benötigten Dateien aus dem Zielverzeichnis, wobei es das übergebene Quellverzeichnis rekursiv abarbeitet. Dabei sortiert es die Bilder anhand des EXIF-Datums und rotiert sie falls notwendig in die richtige Position. Standardmäßig überschreibt Lazygal keine im Zielverzeichnis vorhandenen Bilder. Um solche zu aktualisieren, müssen Sie sie vorher entfernen.

Lazygal 0.9.1

Lizenz: GPLv2

Quelle http://sousmonlit.zincube.net/~niol/playa/oss/projects/lazygal/

Gestaltwandler

Beim Verarbeiten von CSV-Dateien hängt Uncsv 0.9.1 sowohl funktionell als auch in Sachen Geschwindigkeit die Konkurrenten Perl und Awk locker ab.

Ob Datenbank oder Tabellenkalkulation: CSV hat sich als Austauschformat zum Weiterverarbeiten in externen Programmen fest etabliert. Oft muss man die Daten aber nacharbeiten, damit das Zielsystem sie verarbeiten kann. Hier hilft das handliche Werkzeug Uncsv weiter. Es dient als Filter, mit dem Sie Steuerzeichen vor dem Weiterverarbeiten aus CSV-Dateien entfernen oder durch alternative Zeichen ersetzen. Den Standardfeldtrenner ersetzt Uncsv durch das Pipe-Zeichen, Sie dürfen aber auch einen anderen Trenner festlegen. Zeichenkombinationen wie ein HTML-Tag funktionieren hier aber nicht. Steuerzeichen für neue Zeilen oder Zeilenumbrüche ersetzt Uncsv standardmäßig durch ein Leerzeichen. Mit den Parametern -n und -r definieren Sie alternative Ersatzzeichen.

Mit Uncsv aufbereitete Inhalte lassen sich via Pipe beispielsweise an Awk weiterreichen und dort verarbeiten. Um aus den nachbearbeiteten Daten wieder eine CSV-Datei zu machen, liefert Uncsv das Tool Csv mit. Es tauscht die alternativen Feldtrenner wieder gegen das etablierte Komma und fügt gegebenenfalls Escape-Sequenzen und Quotas wieder ein. Während Uncsv keine Begrenzung bei der Zeilenlänge kennt, stößt Csv bei 65 536 Zeichen an seine Grenze. Die Manpage der Tools zeigt anhand einiger Beispiele, wie man Uncsv mit anderen GNU-Tools kombinieren kann, etwa um mit Csv eine Postgres-Tabelle in eine CSV-Datei zu konvertieren.

Uncsv 0.9.1

Lizenz: ISCL

Quelle https://tamentis.com/projects/uncsv/

Gleichmacher

Mithilfe des bedientechnisch an Vim angelehnten Vddiff 1.7.0 vergleichen Sie schnell einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisstrukturen.

Der Editor Vim gilt bei vielen Anwendern als das Schweizer Taschenmesser für alle Konsolenaufgaben. Mit dem Vim Directory Diff, kurz Vddiff, vergleichen Sie nun auch den Inhalt von Verzeichnissen mithilfe von Vim. Dazu kommen im Hintergrund bewährte Tools wie Diff zum Einsatz. Vddiff bereitet dann als Wrapper die Ergebnisausgabe in Vim auf. Möchten Sie stattdessen lieber Less für die Ausgabe verwenden, geben Sie beim Programmstart den Parameter -d ab; soll für den Konsolen-Vim der grafische Gvim einspringen, hängen Sie -g an. Einen alternativen Betrachter definieren Sie über -v. Um statt Diff Tkdiff zu verwenden, greifen Sie zum Parameter -k oder geben alternativ mit -t einen anderen Komparator an. Die Manpage liefert Anwendungsbeispiele zum Aufruf alternativer Tools.

Nutzen Sie Diff, erfolgt die Markierung der Unterschiede in gewohnter Weise. Steht < vor einem Dateinamen, existiert die Datei nur im ersten angegebenen Verzeichnis, bei > nur im zweiten. Ein = kennzeichnet verlinkte Dateien. Ein Ausrufezeichen zeigt an, dass sich der Inhalt zwischen den angegebenen Quellen unterscheidet. Dateien ohne Kennzeichnung liegen in beiden Quellen identisch vor. Mit -n unterdrücken Sie die Ausgabe identischer Einträge. Die Fußzeile von Vddiff zeigt immer die Metadaten des aktuellen Eintrags an. Neben Eigentümer und Zugriffsrechten findet Sie hier auch Dateigröße und Zeitstempel.

Vorgaben für eine einheitliche Konfiguration hinterlegen Sie in der Datei ~/.vddiffrc. Hier passen Sie gegebenenfalls auch das optische Erscheinungsbild an, etwa über eine bestimmte Farbgebung für die Vergleichszustände. Bei Bedarf lassen sich mit Vddiff auch einzelne vorher markierte Dateien kopieren oder löschen. Eine Übersicht aller Tastenkürzel und Funktionen liefern ein Druck auf [H] oder ein Blick in die Manpage.

Vddiff 1.7.0

Lizenz: ISCL

Quelle http://n-t-roff.github.io/vddiff/

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