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KDE auf neuestem Stand: KaOS 2017.01

Klein, aber fein

KaOS hat seine Installationsmedien aktualisiert und dabei Neuerungen bei Funktionalität und Design vorgenommen.

Seit fast vier Jahren bereichert KaOS [1] die Distributionsszene. Es vereint gleich mehrere der Attribute auf sich, die normalerweise potenzielle Anwender eher abschrecken: Zum einen handelt es sich um eine kleine Distribution, die hauptsächlich eine einzelne Entwicklerin betreut. Zum anderen warnt die Maintainerin Anke Boersma auf der Projekt-Webseite, KaOS eigne sich wegen einiger Einschränkungen nicht für jedermann.

Die Distribution beschränkt sich strikt auf die 64-Bit-Architektur und schließt damit Software wie Teamviewer, Wine oder Steam von vornherein aus. Trotzdem erhält KaOS Lob von allen Seiten, und auch unsere seit rund zwei Jahren ständig aktualisierte Testinstallation gab bisher keinerlei Anlass zu Beschwerden. Lediglich ein einziges Mal mussten wir manuell in den wöchentlichen Upgrade-Prozess eingreifen. Wo liegt also das Erfolgsgeheimnis des so wenig chaotischen KaOS, und was hat die neueste Inkarnation der Distribution zu bieten?

KaOS basiert nicht, wie häufig zu lesen und zu hören, auf Arch Linux. Boersma baut es von Grund auf neu, ohne auf einer anderen Distribution aufzusetzen. Allerdings hat sie sich mit Pacman von Arch Linux einen der besten Paketmanager zu eigen gemacht. Die Pakete selbst werden vor jeder Veröffentlichung neu gebaut. Das macht KaOS zu einer der aktuellsten Distributionen mit KDE Plasma, von KDE Neon einmal abgesehen.

Dabei bedient sich Boersma aus den Git-Archiven frisch veröffentlichter KDE-Anwendungen. Gelegentlich greift sie auch auf getestete, aber noch nicht veröffentlichte Pakete zurück, die frisch auf den fünften KDE-Zyklus portiert wurden – oder erledigt die Portierung gar selbst. So finden sich im optionalen KDE-Next-Repository die Pakete für Plasma 5.9 (vom KDE-Team gerade erst als Beta bereitgestellt) oder die KDE-Frameworks 5.30 zum Test. Dabei präsentiert sich KaOS im Vergleich zum "Spielsystem" KDE Neon als vollwertige Distribution.

Angepasstes Design

KaOS 2017.01 [3] unterscheidet sich bereits beim ersten Hochfahren optisch von den Vorgängern. Der Anmeldemanager SDDM lehnt sich nun eher an das KaOS-Standard-Theme Midna an und modifiziert zur besseren Unterscheidung sein Aussehen, wenn Sie Wayland statt der üblichen X-Sitzung zur Darstellung der Oberfläche auswählen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Als Sitzungstyp stellt der KaOS-Display-Manager SDDM neben X wahlweise auch Wayland bereit.

Nach dem Anmelden sticht eine zweite optisch auffällige Änderung ins Auge: Die Bedienleiste wanderte vom unteren Rand des Displays an dessen rechten Rand. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, bietet aber auf den inzwischen gängigen breiten Displays mehr vertikalen Platz für die Anwendungen.

KDE ist König

KaOS legt den Fokus voll auf KDE, Qt sowie die x86_64-Architektur und baut darauf eine Distribution für Desktop-Anwender. Die Paketauswahl von rund 2100 stabilen Paketen – 2350 inklusive KDE-Next – soll dabei den Bedarf der Mehrheit der Anwender erfüllen.

Um hier flexibel agieren zu können, kommt Pacman als Paketmanager zum Einsatz. Er bietet eine einfache Möglichkeit, eigene Pakete zu erstellen und, vergleichbar mit dem AUR von Arch Linux, den Anwendern zur Verfügung zu stellen. Die KaOS-Community macht hiervon regen Gebrauch, wie die Webseite zu den KaOS-Community-Packages (KCP) [2] zeigt. Daneben kommt das von Arch Linux verwendete Makepkg zum Einsatz: Aus einer Paketbeschreibung in der Datei PKGBUILD kompiliert und paketiert es eine Anwendung.

Weil es sich bei KaOS um eine Rolling-Release-Distribution handelt, stellen ISO-Releases immer einen Schnappschuss des Archivs dar. Sie erfolgen in der Regel zu einem Zeitpunkt, der Neueinsteigern einen möglichst aktuellen Einstieg bietet. KaOS veröffentlicht solche Schnappschüsse alle ein bis zwei Monate. Den ersten dieser Schnappschüsse für das neue Jahr – Sie finden ihn auch auf der Heft-DVD – sehen wir uns im Folgenden genauer an.

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