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© Kwanchai Lerttanapunyaporn, 123RF

Internet-Suite Seamonkey

Geschickt kombiniert

Seamonkey bietet als Rundum-sorglos-Paket alles, was man im Büro für Web, Mail, Chat oder Adressverwaltung benötigt.

Mozilla Firefox gilt als einer der sichersten Webbrowser und erfreut sich nicht nur deswegen auch auf anderen Plattformen großer Beliebtheit. Doch für leistungsschwächere Hardware eignet er sich – ebenso wie der E-Mail-Client Thunderbird aus dem gleichen Haus – nur bedingt.

So mancher Anwender betagter Computersysteme hielt daher bereits Ausschau nach schlankeren Alternativen, doch die ressourcenschonenden Browser wie Qupzilla, Midori, Chrome oder auch Min und Dillo vereint ein gemeinsamer Nachteil gegenüber Firefox: Sie lassen sich mangels entsprechender Addons bei Weitem nicht so umfangreich erweitern und gegen Spionage- und Schadsoftware aus dem Netz absichern.

Mit dem aus der Mozilla Application Suite hervorgegangenen Anwendungspaket Seamonkey [1] steht nicht nur eine schlanke, standardkonforme Alternative zu Thunderbird bereit, sondern auch ein Webbrowser, der sich dank der gemeinsamen Wurzeln mit Firefox-Erweiterungen optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

Da die einzelnen Programme verschiedene Bibliotheken gemeinsam nutzen, beansprucht die Suite sowohl auf dem Massenspeicher als auch im RAM erheblich weniger Platz als Firefox und Thunderbird, die jeweils eine eigene Laufzeitumgebung mitbringen. Diese belegt bei simultanem Gebrauch entsprechend das Doppelte an Arbeitsspeicher.

Da Seamonkey die gleiche Plattform nutzt wie Firefox, bietet der Browser auch ähnliche Funktionen: So erlaubt er nicht nur die Arbeit mit unterschiedlichen Nutzerprofilen, sondern – teils über Umwege – auch das Nutzen von Thunderbird- und Firefox-Erweiterungen.

Auf die Platte

Seamonkey erhalten Sie auf der Webseite des Projekts aktuell in Version 2.46. Die 32-Bit-Version bietet das Projekt in verschiedenen Sprachen an, die 64-Bit-Variante lediglich mit englischer Lokalisierung. Das rund 46 MByte große Archiv entpacken Sie nach dem Herunterladen mit dem Konsolenbefehl tar -xjvf seamonkey-2.46.tar.bz2. Wechseln Sie danach ins neu angelegte Programmverzeichnis, und starten Sie die Software mit dem Kommandozeilenbefehl ./seamonkey. Auf 64-Bit-Systemen läuft die 32-Bit-Variante von Seamonkey trotz korrekt installierter Bibliotheken manchmal nicht – verwenden Sie in diesem Fall die 64-Bit-Version.

Nach dem Start zeigt sich der erste Unterschied zu Firefox: In einem kleinen Fenster wählen Sie zunächst per Checkbox, für welche Anwendungen Seamonkey als Standardapplikation dienen soll. Danach gelangen Sie in die Oberfläche des Webbrowsers, der immer noch entfernt an das alte Netscape erinnert. Er bringt viele Einstellmöglichkeiten mit, die bei aktuellen Browser-Varianten komplett gestrichen oder zumindest modifiziert wurden (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Oberfläche des Seamonkey-Browsers ähnelt entfernt dem alten Netscape-Browser.

Seamonkey bietet eine konventionelle Menüzeile sowie eine etwas rustikal wirkende Schalterleiste mit einem URL-Eingabefeld. In der Grundeinstellung integriert das Fenster darüber hinaus eine horizontale Lesezeichenleiste. Beide lassen sich aber frei konfigurieren. Über links am Fensterrand befindliche kleine Schaltflächen blenden Sie die Leisten ein oder aus, sodass nicht benötigte Inhalte verschwinden und somit der Platz für die Anzeige wächst.

Die Statusleiste am unteren Fensterrand zeigt die aufgerufene URL an und ermöglicht den schnellen Wechsel zu Composer, Adressbuch und E-Mail-Client über entsprechende Buttons. Rechts daneben erscheinen Meldungen installierter Addons, eine kleine Balkenanzeige visualisiert den Ladevorgang von Webseiten.

Einstellungen

Seamonkey verfügt über ein konventionelles Einstellungsmenü sowie die Möglichkeit, einzelne Optionen manuell aus Menüs heraus zu modifizieren. Das Einstellungsmenü öffnen Sie über Bearbeiten | Einstellungen. Darin befinden sich nach Applikationen sortiert entsprechende Dialoge, in denen Sie die Programmsuite Ihren Wünschen anpassen. Für alle Komponenten gleichermaßen gültige Einstellungen fassen die Gruppen Erscheinungsbild, Datenschutz & Sicherheit sowie Erweitert zusammen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Seamonkey vereint die Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten der verschiedenen Module in einem Fenster.

Darüber hinaus gelangen Sie auch über die Menüleiste zu diversen Dialogen, die ein rasches Ändern bestimmter Konfigurationsoptionen zulassen. So finden Sie unter Extras eine stattliche Anzahl von Managern, die jeweils fest umgrenzte Aufgaben wahrnehmen: Mit dem Cookie-Manager verwalten Sie die Cookie-Optionen, der Grafik-Manager hilft bei der Anpassung von Grafikeinstellungen, und der Popup-Manager gestattet es, Popup-Fenster zu öffnen, die der Browser in der Grundeinstellung blockiert.

Weitere Manager beschäftigen sich mit dem Verwalten von Downloads und Passwörtern. Im gleichen Menü finden Sie auch den Eintrag Private Daten löschen..., der es erlaubt, Chroniken, Cookies und weitere Datenbestände zu entfernen. Über den Menüeintrag Profil wechseln... aktivieren und verwalten Sie bei Bedarf in einem gesonderten Dialog zusätzliche Nutzerprofile.

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Kommentare
Seamonkey unter leap 42.2
J.Nieland (unangemeldet), Mittwoch, 22. Februar 2017 16:40:27
Ein/Ausklappen

Hallo zusammen
Mit Seamonkey bin ich seit meinem Umstieg auf Suse 8.1 zugange und mir ist diese Suite sehr ans Herz gewachsen.(vorher unter win98 war´s der netscape communicator)
Leider hatte ich plötzlich keinen Zugriff mehr auf die Googledienste, weder Suche noch maps oder mail.
Stattdessen wird (für mich "zwangsweise") duckduckgo als Suchmaschine eingestellt.
Im Einstellungsmenü steht zwar noch google, es lässt sich aber nicht mehr aktivieren.
Zuerst stand auch mal irgendwas von veralteten Sicherheitszertifikaten seitens Google in einer Bemerkung.
Daher habe ich mich leider von dieser sehr liebgewonnen Suite getrennt.
Auch die tarballs lassen sich nicht starten, egal von welcher Seite ich die heruntergeladen habe.
In yast wird wohl ein rpm angeboten, jedoch leider nur mit
duckduckgo.
Alles in allem schade, es sei denn, jemand kann mir mit der Suchmaschine weiterhelfen.


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