Durchdacht

Oberhalb der Betriebssystemebene kommen die aus Debian-Quellen gebauten Pakete mit den Anwendungen als Flatpaks [9] zum Einsatz. Endless OS setzt als erste Distribution komplett auf dieses neue Paketformat. Ein eigener App-Store stellt die Applikationen bereit, über den Paketmanager GNOME Software lassen sie sich aktualisieren. Hierzu kommt das aktuelle Gnome 3.20 aus Debian "Unstable" zum Einsatz, da frühere Versionen von GNOME Software noch nicht in der Lage waren, mit Flatpaks umzugehen.

Dieses Verfahren entkoppelt die Aktualisierung des Betriebssystems komplett von den Updates für einzelne Anwendungen. Projektleiter Cosimo Cecci, selbst Gnome-Entwickler, sieht Endless OS als jene Distribution, die dem vor Jahren angedachten, aber nie zu Ende verwirklichten Gnome OS [10] am nächsten kommt. Technisch gesehen bleibt Endless OS unter der Haube sehr nah am Gnome-Original und unterscheidet sich davon lediglich durch eine andere Shell mit einem ganz eigenen User-Erlebnis.

Fazit

Sowohl bei der Umsetzung der Oberfläche und der Inhalte als auch hinsichtlich der darunterliegenden Technik zeigt Endless OS Außergewöhnliches. Unseres Wissens stellt es das erste dem Endanwender zugewandte Betriebssystem dar, das mit automatischen und zurückrollbaren Updates aufwartet – auch bei der Administration zeigt es sich als besonders auf die Zielgruppe zugeschnitten.

In vielen Schwellenländern stellen günstige Smartphones den ersten und für viele Nutzer auch einzigen Kontakt mit der IT dar. Deswegen erscheint es sinnvoll, das Bedienkonzept von Endless OS an die Bedienung von mobilen Betriebssystemen anzulehnen, um eine möglichst breite Akzeptanz zu erreichen. Ein PC mit gut 20 GByte sorgfältig aufbereiteten Inhalten für 100 bis 200 US-Dollar ist auch für Menschen in Schwellenländern ein seriöses Angebot, um in die Welt der Computer einzusteigen. 

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