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VPN-Dienstleister für Linux im Vergleich

Versteckspiel

VPN-Anbieter mit guten Leistungen, die obendrein einen Linux-Client anbieten, sind dünn gesät. Wir helfen bei der Auswahl.

Ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) schleift per Software den kompletten Netzwerkverkehr zwischen zwei Punkten über eine verschlüsselte Verbindung. Dabei fungiert der lokale Rechner entweder als Endpunkt, wenn sich etwa ein Arbeitnehmer von unterwegs oder von zu Hause verschlüsselt beim Arbeitgeber einwählt, oder als Ausgangspunkt, typischerweise, um beim Surfen die Herkunft der eignen Daten zu verschleiern (Abbildung 1).

Abbildung 1: VPN ist keine Hexerei.

Es gibt reichlich Gründe, Verbindungen vom heimischen LAN ins Internet oder vom LAN in andere Netze zu verschlüsseln. Per VPN surfen Anwender dabei im Netz des Anbieters unter einer anderen IP-Adresse als der eigenen, Letztere bleibt neugierigen Blicken verborgen. Das entspricht im Prinzip einem langen LAN-Kabel vom eignen Rechner zum Server des Anbieters, wobei die Strippe in einem gut gesicherten Tunnel liegt.

Wer braucht ein VPN?

Normalerweise ist die Privatsphäre im Internet nur sehr unzureichend geschützt: Über die verwendete IP-Adresse können Provider, Behörden und jeder andere, der sich zu den entsprechenden Daten Zugang verschafft, Sie eindeutig identifizieren.

Hinzu kommen die Begehrlichkeiten der Wirtschaft, möglichst alles über die Besucher einer Website zu erfahren und in Profile zu gießen. Alleine das nehmen viele bereits zum Anlass, die Verbindung zu verschleiern, so gut es eben geht. Wer viel in öffentlichen Netzen und Hotspots unterwegs ist, schützt sich und seine Daten ebenfalls mit dieser Technik vor neugierigen Augen.

Es gibt jedoch darüber hinaus Menschen, die durch ihren Beruf oder aufgrund ihres politischen und gesellschaftlichen Engagements ihre Identität und ihren Standort verschleiern müssen. Dazu zählen unter anderem Journalisten, Dissidenten und Menschen, die in Ländern mit zensiertem Internet leben. Hier hängt oft genug das eigene Leben von Maßnahmen wie Verschlüsseln und Verschleiern ab.

Wo Licht scheint, fällt aber in der Regel auch Schatten, und so bedienen sich Filesharer gerne der VPN-Methode, um unerkannt kommerzielle Filme, Musik und Software auszutauschen. Andere greifen auf diese Weise auf Internet-Dienste zu, die das jeweilige Unternehmen im eigenen Land nicht anbietet.

Bis vor Kurzem war es wegen eines jahrelangen Streits zwischen Google und der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA nur per Proxy oder VPN möglich, viele internationale Videos der Plattform Youtube anzuschauen.

Der richtige Anbieter

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, die sich in Bezug auf Preise sowie die angebotenen Funktionen und zugesicherten Eigenschaften unterscheiden. Das Angebot unterliegt in den letzten Jahren allerdings einer starken Vereinheitlichung, abgesehen von den Preisen.

Es gilt also, anhand der eigenen Anforderungen den passenden Provider zu finden. Geht es nur darum, Angebote aus anderen Ländern zu nutzen, läuft es auf eine Auswahl über den Preis hinaus. Dissidenten dagegen beziehen unter Umständen noch weitere Kriterien in die Rechnung mit ein.

Alle Anbieter verfügen über eine (unterschiedlich große) Anzahl von Servern in verschiedenen Ländern mit einem entsprechenden Pool an IP-Adressen. Möchten Sie für bestimmte Länder spezifische Dienste nutzen, ergibt sich daraus möglicherweise aber bereits eine Vorauswahl. Die großen Anbieter streuen ihre Standorte sehr breit; dabei sind die entlegenen Länder aber oft nicht gut angebunden und daher nur schwer zu erreichen.

Eine Auswahl anhand der angebotenen Protokolle lässt sich kaum treffen, da fast alle Provider auf eine Mischung von OpenVPN [1], L2TP [2], IPSec [3], SSTP [4] und PPTP [5] setzen. Ähnliches gilt für die Geschwindigkeit: Was im Vertrag als "möglich" steht, hat mit der Praxis oft genug nicht viel zu tun.

Da erlaubt die Zahl der Server schon eher eine Entscheidung, denn mehr Auswahl hilft beim Finden eines zum jeweiligen Zeitpunkt schnellen Servers. Ein weiteres Kriterium bietet die Software: Viele Anbieter offerieren eigene Clients für verschiedene Plattformen, andere bieten Skripte für den reinen OpenVPN-Client an.

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