Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Festplattenreiniger Fastwipe 0.3b, Menügenerator Menumaker 0.99.9, Systeminfo-Zentrale Phpsysinfo 3.2.6, Video-Downloader Youtube-dl 2016.12.12.

Saubermann

Mit Fastwipe 0.3 löschen Sie mit diversen Verfahren sicher einzelne Dateien oder ganze Datenträger.

Nach dem Löschen verschwindet der Inhalt einer Datei nicht sofort von der Festplatte. Mit dem entsprechenden Know-how sowie passenden Werkzeugen lassen sich viele Daten wiederherstellen. Ein Tool wie Fastwipe stellt dagegen sicher, dass die Dateiinhalte unwiederbringlich ins Nirvana verschwinden. Fastwipe besteht aus den beiden Komponenten fwip und wipe. Ersteres eignet sich zum schnellen Bereinigen ganzer Datenträger, wie Festplatten oder Partitionen; Letzteres dient dem Entfernen einzelner Dateien.

Um eine Datei oder Partition zu löschen, überschreibt Fastwipe die jeweiligen Blöcke mit zufällig erzeugten Daten. Sie dürfen dabei zwischen zwölf Verfahren wählen, eine Liste aller Methoden hält die Online-Hilfe parat. Einige der Verfahren entsprechen den Richtlinien des US-Verteidigungsministerium. Abhängig vom gewählten Modus überschreibt das Tool die Daten mehrmals und verifiziert anschließend den neuen Inhalt. Halten Sie die Anzahl der Zyklen eines Verfahrens für unzureichend, wenden Sie mit dem Parameter -r das gewählte Verfahren beliebig oft an.

Wie das "fast" im Namen der Software andeutet, sollen Wipe und Fwipe ihre Aufgabe schneller erfüllen als vergleichbare Tools. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen die Entwickler einen RAM-Puffer, der eine große Anzahl von Zufallswerten vorhält. Legen Sie einen größeren Puffer fest, beschleunigt das den Löschprozess. Die gewünschte Größe des Puffers geben Sie beim Aufruf des Programms mit dem Parameter -bf in MByte an. Ein sehr großer Puffer bringt jedoch nur beim Löschen großer Datenmengen im GByte-Bereich Vorteile. Zum Löschen einzelner Dateien genügt ein Puffer von wenigen MByte völlig.

Fastwipe 0.3

Lizenz: GPLv3

Quelle http://sourceforge.net/projects/fwip/

Unifikator

Mit Menumaker 0.99.9 erzeugen Sie einheitliche Maus-Menüs für alle gängigen Window-Manager.

Wer gerne andere Distributionen oder neue Versionen ausprobiert, steht mit jedem Wechsel des Window-Managers vor einem anderen Kontextmenü oder einer anderen Konfigurationsdatei. Wer eine einheitliches Bedienung auf allen Systemen schätzt, musste bisher selbst Hand anlegen. Der Menumaker, kurz mmaker, verspricht hier Abhilfe: Die Python-Software erzeugt unter sieben gängigen Window-Managern Kontextmenüs für die Maus. Dabei unterstützt sie neben komfortablen Umgebungen wie XFCE4, Windowmaker oder IceWM auch spartanische Vertreter wie Blackbox, Fluxbox, Openbox oder Pekwm.

Für welchen Sie eine Konfigurationsdatei erzeugen möchten, verraten Sie dem Programm beim Start über einen Parameter. Es erzeugt dann eine neue Konfigurationsdatei für die gewählte Variante. Standardmäßig überschreibt es dabei eine vorhandene Konfiguration nicht, solange Sie es nicht beim Start explizit durch den Parameter -f dazu auffordern. Mit -c aufgerufen, gibt Menumaker die neue Konfiguration auf die Standardausgabe aus.

Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, ermittelt die Software selbstständig, welche Tools und Programme auf dem jeweiligen System vorliegen, und erzeugt aus den ermittelten Daten ein Kontextmenü im passenden Stil. Dabei fasst es die gefundenen Programme in Kategorien zusammen. Mit dem Parameter -s unterbinden Sie das Erzeugen bestimmter Kategorien, wie Console, XWindow, GNOME oder KDE. Um alle installierten Programme zu finden, sucht Menumaker unter anderem in der Desktop-Datenbank oder in der Debian-Programmdatenbank. Um diese Quellen zu ignorieren, schließen Sie sie mit --no-debian respektive --no-desktop aus.

Die gefundenen Programme trägt Menumaker ohne vollständigen Pfad in die Struktur des Menüs ein. Um sicherzugehen, dass Programme auch starten, wenn sie nicht im Standardpfad liegen, sorgen Sie mit dem Parameter -p dafür, dass die Einträge den vollständigen Pfad enthalten.

Menumaker 0.99.9

Lizenz: BSD

Quelle http://menumaker.sourceforge.net

Holzauge

Administratoren behalten mit Phpsysinfo 3.2.6 komfortabel den Status aller Systeme im LAN im Blick.

Möchten Sie aus der Ferne einen schnellen Blick auf die Speicherauslastung oder die verfügbaren Festplatten eines Remote-Systems werfen, gelingt das mit Phpsysinfo komfortabel. Das Skript sammelt alle relevanten Daten und zeigt sie in einer Weboberfläche an. Neben der installierten Distribution sehen Sie so unter anderem alle PCI- und SCSI-Geräte, den verbauten Prozessor und den belegten Speicher. Die aktuelle Version der Software ermittelt außerdem die Geschwindigkeit der verfügbaren Netzwerkschnittstellen und zeigt auf Wunsch eine Übersicht aller Sudo-Befehle an.

Die Software benötigt lediglich PHP und einen Webserver; eine Datenbank ist nicht erforderlich. Das schlanke Tool eignet sich damit auch für Mini-PCs wie den RasPi, es fehlt aber eine Zugangskontrolle. Die Installation geht einfach von der Hand: Sie entpacken das Archiv ins Dokumentenverzeichnis das Webservers und passen die Konfigurationsdatei an die Umgebung an. Das Archiv enthält ein Beispiel, das bei Bedarf als Vorlage dient. Einen Großteil der Informationen bezieht Phpsysinfo aus dem Proc-Verzeichnis. Standardmäßig aktualisiert das Skript die angezeigten Daten einmal pro Minute. In der Konfiguration passen Sie dieses Intervall beliebig an.

Über Plugins erweitern Sie die Anzeige. Im Archiv finden sich Erweiterungen zum Anzeigen des RAID-Status, der Batterieladung, des des SMART-Status sowie der Iptables-Regeln. Standardmäßig ist keins der Plugins aktiviert, Sie geben die gewünschten explizit an. Falls Sie eigene Plugins entwickeln möchten, finden Sie im Archiv mit dem Quelltext die Datei README_plugin mit einer Anleitung dazu.

Phpsysinfo 3.2.6

Lizenz: GPLv2

Quelle http://phpsysinfo.github.io/phpsysinfo/

Filmsauger

Mit Youtube-dl 20161212 archivieren Sie Videos des Online-Diensts bequem offline. Das Tool konvertiert das Video auf Wunsch nach dem Download in ein anderes Format.

Youtube hat sich zur führenden Video-Plattform entwickelt, auf der Sie neben Anleitungen unter anderem zahlreiche Mitschnitte von namhaften Veranstaltungen finden. Um interessante Beiträge offline anzusehen, stehen Tools wie der Downloader Youtube-dl bereit. Die Entwickler arbeiten ständig an dem Python-Programm, das nach der Installation sofort zum Einsatz bereitsteht.

Um ein Video herunterzuladen, übergeben Sie dem Tool beim Aufruf einfach die entsprechende URL. Benötigt es für den Zugriff einen Proxy-Server, geben Sie diesen mit dem Parameter --proxy an. Zum Übertragen mehrerer Dateien empfiehlt sich das Erstellen einer sogenannten Batch-Datei, deren Speicherort Sie dem Programm beim Start über den Parameter -a mitteilen. Damit die Software beim Saugen nicht die Leitung komplett dichtmacht, begrenzen Sie die Downloads mit dem Parameter --limit-rate. Instabile Netzwerkverbindungen stellen den Downloader vor keinerlei Probleme: Mit -c setzt das Tool seine Arbeit nach einem Abbruch an der letzten bekannten Stelle fort.

Selbst mit Untertiteln kommt das Tool zurecht, diese sichern Sie mit --write-sub. Mit --list-subs erhalten Sie eine Übersicht aller verfügbaren Untertitel zum jeweiligen Video; mit --help eine Übersicht aller verfügbaren Parameter. Hier finden Sie Einstellungen, um etwa das Audio- und Video-Format anzupassen. Mit --extract-audio aufgerufen, lädt das Programm nur die Audiodaten eines Videos herunter, das sich so in einen Podcast verwandelt. Haben Sie die perfekte Konfiguration für das Tool gefunden, legen Sie sie in der Datei ~/.config/youtube-dl/config ab. (agr)

Youtube-dl 20161212

Lizenz: Public Domain

Quelle http://rg3.github.io/youtube-dl/

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