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Neue Backup-Software für Linux

Schlauer Agent

Der Veeam Agent for Linux ist zwar nicht quelloffen, bietet aber zum Nulltarif eine professionelle Backup-Lösung für das lokale und entfernte Sichern und Wiederherstellen von Dateien, Ordnern, Volumes und sogar kompletten Systemen.

Das in der Schweiz ansässige Unternehmen Veeam mit 17 Niederlassungen weltweit und mehr als 2000 Mitarbeitern hat sich auf Backups für den Virtualisierungsbereich spezialisiert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Sicherung von virtuellen Maschinen von VMware vSphere und Microsoft Hyper-V. Damit erklärt sich auch der Name Veeam, der den Begriff VM lautmalerisch umsetzt. Jetzt bringt das Unternehmen auch eine Backup-Lösung für Linux auf den Markt.

Beim Hauptprodukt des 2006 gegründeten Unternehmens, Veeam Backup & Replication, handelt es sich um eine Software zur Datensicherung und Wiederherstellung für virtuelle Maschinen von VMware und Microsoft. Das Produkt leistet inkrementelle Datensicherungen samt Datendeduplikation und Datenkompression sowie die Replikation von kompletten Abbildern und läuft innerhalb der VM. Diese kommerzielle Lösung kostet mindestens 650 Euro pro Jahr.

Profi-Backup für lau

Ergänzend bietet das Unternehmen seit 2015 das kostenlose Veeam Endpoint Backup an, das Datensicherungen auf Windows-Rechnern vornimmt. Demnächst komplettiert eine Linux-Backup-Lösung – sie liegt derzeit noch als Beta-Version vor – das Portfolio der unterstützten Betriebssysteme. Dahinter steckt der Gedanke, dass Unternehmen zunehmend heterogene Umgebungen bevorzugen und ein Großteil der Public Clouds unter Linux laufen. Die Anwendung hört auf den Namen Veeam Agent for Linux und ist (wie auch die Windows-Version) kostenfrei, aber nicht komplett freie Software. Sie unterstützt das Backup und Wiederherstellen von Sicherungen lokal, über NFS und CIFS/SMB.

Beim Veeam Agent for Linux handelt es sich um eine Lösung auf Basis eines Agenten, der im Gastbetriebssystem läuft. Die Anwendung kann Dateien, Volumes oder ganze Installationen von lokalen oder entfernten Rechnern sichern und wiederherstellen. Das Wiederherstellen einer kompletten Installation geschieht dabei, ähnlich wie bei Clonezilla, über eine bootbare ISO-Datei, wobei der Agent den Logical Volume Manager (LVM) voll unterstützt.

Allerdings kommt nicht dessen Snapshot-Funktion zum Einsatz, sondern ein proprietärer Volume Snapshot Provider, der nach Aussage des Unternehmens die Einschränkungen der LVM-Snapshots beseitigt. Ein weiterer proprietärer Treiber unterstützt inkrementelle Sicherungen. Er bedient sich dazu der von VMware entwickelten Technik Changed-Block-Tracking (CBT).

Derzeit liegt die zweite Beta-Version von Veeam Agent for Linux sowohl für DEB- als auch für RPM-basierte Distributionen in Versionen für 32- und 64-Bit-Systeme vor. Sie unterstützt alle Linux-Kernel ab Version 2.6.32, sodass auch ältere Server-Installationen von der Lösung profitieren. Der Dynamic Kernel Module Support (DKMS) sorgt dabei für das Erstellen des dynamisch ladbaren Kernelmoduls für den CBT-Treiber während der Installation.

Installation

Veeam Agent for Linux besteht aus den beiden Komponenten VeeamSnap und Veeam, die Sie nach einer Registrierung von der Download-Seite des Unternehmens herunterladen oder per Wget direkt auf einen Server ziehen [1]. Allerdings umfasst der Download über 300 MByte, da es derzeit noch keine Auswahlmöglichkeit für Paketformat und Architektur gibt. Bei der Installation müssen Sie zuerst VeeamSnap einrichten, da es das Kernelmodul für den CBT-Treiber baut. Anschließend ziehen Sie dann Veeam als zweite Komponente nach.

Unter Debian 8.6 "Jessie" und Fedora 25 waren alle benötigten Abhängigkeiten bereits erfüllt. Bei Ubuntu 16.10 fehlten in beiden Fällen Pakete, die sich jeweils mit sudo apt -f install nachinstallieren ließen. Beim ersten Start durch Eingabe von sudo veeam informiert der Agent Sie in einer Konsolen-Oberfläche, dass die Beta-Version nach 31 Tagen ausläuft. Das soll sicherstellen, dass der Tester auf eine neue Beta oder die finale Version umsteigt: Die Beta-Versionen erhalten keine Aktualisierung.

Der Veeam Agent fordert Sie zudem auf, durch einen Druck auf [C] (Configure) einen ersten Backup-Job zu erstellen (Abbildung 1). Derselben Logik folgend würde [R] (Recover) eine spätere Datenwiederherstellung einleiten.

Abbildung 1: Die Bedienoberfläche des Veeam Agent for Linux führt im Terminal durch die einzelnen Schritte.

Um sich über den Zustand des Veeam Agents zu informieren, geben Sie auf der Konsole den Befehl systemctl status veeamservice ein. Alle Funktionen von Veeam Agent for Linux lassen sich auch ohne die GUI direkt auf der Kommandozeile ausführen. Die Eingabe von veeamconfig -h informiert über die verfügbaren Optionen.

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