Großer Akku, kurze Laufzeit

Aufgrund des King-Size-Formats des XC1707 passt ein entsprechend großer Akku in das Gerät. Konkret kommt ein Lithium-Ionen-Akku mit vier Zellen und 60 Wh Kapazität zum Einsatz. Im Laufe des Tests hielt der Akku bei typischen Bürotätigkeiten (Texte schreiben, Tabellenkalkulation, Browsen) mit aktiviertem WLAN und voller Leuchtstärke des Displays allerdings nur wenig mehr als 2 Stunden durch. Danach benötigt das Netzteil im laufenden Betrieb ebenfalls knapp 2 Stunden, bis die Ladekapazität wieder 100 Prozent beträgt (Abbildung 6). Die Laufzeit ändert sich auch mit einem auf 50 Prozent Helligkeit abgedunkelten Display nicht merklich.

Abbildung 6: Die leistungsfähige GPU hat ihren Preis: Der Akku des Tuxedo Book XC1707 hält selbst im Bürobetrieb nur 2 Stunden durch.

Beim Spielen erzielt die Grafikkarte im Unigine-Heaven-Benchmark [6] durchschnittlich mehr als 100 FPS bei höchster Detailstufe und Full-HD-Auflösung (Abbildung 7). Der Laptop eignet sich somit auch für sehr leistungshungrige Spieletitel. Der Grafikchip heizt sich dabei allerdings auf über 70 Grad auf. Im Test schafften die Lüfter die Abwärme jedoch zuverlässig aus dem Gehäuse, wenn auch mit einigem Lärm.

Abbildung 7: Im Unigine 3D-Benchmark erreicht die Nvidia-GPU über 100 FPS. Spiele stellen für das XC1707 somit kein Problem dar.

Möchte man unterwegs spielen, muss man allerdings mit weniger Details auskommen. Um die Batterie zu schonen, reduziert das System in der Voreinstellung die Taktrate des Grafikchips. Statt mit 1,6 GHz arbeitet er dann nur noch mit 360 MHz. Dadurch fällt die im Benchmark erzielte Leistung auf lediglich 29 FPS. Bei dieser Bildrate lässt sich in einigen Passagen des Benchmarks bereits ein deutliches Ruckeln im Bildaufbau erkennen.

Optimus nicht optimal

Wie viele moderne Laptops mit dedizierter Grafikkarte verfügt auch das Tuxedo Book über eine zweite, in den Intel-Chipsatz integrierte GPU. Diese Hybrid-Technik, bei Nvidia heißt sie Optimus [7], dient im mobilen Betrieb dazu, die leistungshungrige (und damit nach Strom lechzende) Grafikeinheit abzuschalten und nur bei Bedarf zu wecken. Unter Windows vermag das System mit den entsprechenden Treibern nahtlos zwischen beiden Grafikchips hin- und herzuschalten, sodass sich die Akkulaufzeit maximieren lässt.

Mit Bumblebee [8] gibt es ein Linux-Projekt, das eben dieses dynamische Umschalten zwischen den Grafikmodulen ermöglichen möchte, doch die Entwickler haben seit April 2013 keine neue Version mehr veröffentlicht. Einen aktuelleren Ansatz verfolgt Nvidia selbst: Mit Prime [9] hängt nur die Intel-Karte am Display; bei Bedarf berechnet der Nvidia-Chip die Grafik und schiebt sie durch die Intel-Komponente auf das Display. Mit Profilen lassen sich Anwendungen definieren, bei denen das automatisch geschehen soll.

In der von Tuxedo vorgenommenen Konfiguration macht das System von dieser Funktion jedoch keinen Gebrauch – aus gutem Grund. Im BIOS lässt sich die Hybrid-Grafik nachträglich durch das Umstellen der Option Advanced | Advanced Chipset Control | MSHybrid or DISCRETE Switch auf MSHybrid aktivieren (Abbildung 8). Beim folgenden Neustart bleibt das Display des Ubuntu-Systems jedoch schwarz. Selbst die virtuellen Konsolen unter [Strg]+[Alt]+[F1] bis [F7] wecken den Bildschirm nicht auf. Es bleibt nur ein harter Reset oder ein Login über SSH. Schaltet man die Option zurück auf DISCRETE startet das System wieder ordnungsgemäß.

Abbildung 8: Mit der Hybrid-Grafik ließe sich viel Energie sparen, doch unter Linux kann man sie noch nicht zuverlässig nutzen.

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