Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Python-Textfilter Grec 0.2.0, Multifunktionsterminal Lterm 1.4.1, Log-Datei-Filter Multitail 6.4.2, Screencaster SimpleScreenRecorder 0.3.8.

Mustersucher

Das junge Tool Grec 0.2.0 hebt zuverlässig Muster in Texten hervor. Allerdings stagniert die anfangs flotte Entwicklung der praktischen Software in letzter Zeit etwas.

Bei der Suche nach einzelnen Begriffen oder Textmustern in Dateien greifen viele Anwender zum bewährten GNU-Tool Grep. Das Python-Tool Grec bietet ähnliche Funktionen. Während das klassische Grep nur die Passagen liefert, in denen das Suchmuster vorkommt, gibt Grec die vollständige Datei aus, hebt jedoch die Stellen farbig hervor, die das Suchmuster enthalten.

Die jeweilige Markierung geben Sie beim Aufruf des Programms über -m als Suchmuster an, gefolgt von der gewünschten Farbe. Sie dürfen dabei zwischen den acht Grundfarben des Pakets termcolor wählen. Geschickt kombiniert sind selbst komplexere Hervorhebungen möglich.

Wie Grep unterstützt Grec den Einsatz regulärer Ausdrücke. Möchten Sie mehrere Muster in einer Datei hervorheben, verwenden Sie -m mehrfach. In der aktuellen Version erlaubt -g das farbliche Hervorheben von Gruppen in regulären Ausdrücken.

Da die Software immer den gesamten Inhalt ausgibt, bietet es sich an, die Ausgabe in den Pager More umzuleiten. Arbeiten Sie mit Less, geben Sie den Parameter -R an, da dieser sonst die Escape-Sequenzen für die Farben nicht korrekt interpretiert.

Grec 0.2.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://pypi.python.org/pypi/grec

Fernamt

Wer oft mit verschiedenen Remote-Verbindungen arbeitet, weiß Lterm 1.4.1 zu schätzen. Das Tool strukturiert die offenen Verbindungen und erlaubt paralleles Senden eines Befehls in mehrere Connections.

Beim Zugriff auf entfernte Systeme setzen die meisten Anwender auf den Client von OpenSSH. Wer aber auf vielen Systemen unterwegs ist, dem hilft der Terminal-Emulator Lterm. Das VTE-basierte Tool öffnet lokale Shells und unterstützt den Einsatz von Remote-Verbindungen über SSH oder Telnet. Dabei stellt es nur die grafische Benutzeroberfläche zum Verwalten der Verbindungen bereit. Für den Aufbau greift es auf die entsprechenden Programme zurück.

Die Software bietet bei der Organisation von Remote-Verbindung eine gewisse Flexibilität: So unterstützt sie andere Protokolle, sofern das erforderliche Programm auf dem lokalen System installiert ist. Neben Telnet und SSH unterstützt das Programm von Haus aus Samba-Verbindungen. Die notwendige Konfiguration nehmen Sie über Edit Protocol im Ausklappmenü Connections vor. Hier passen Sie die Parameter für die bereits unterstützten Protokolle an.

Das Anlegen neuer Verbindungen erfolgt über Log on. Jede Verbindung hinterlegen Sie mit einem eindeutigen Namen und tragen neben Adresse, Protokoll und Port die Zugangsdaten ein. Später erreichen Sie diese über die Connections-Anzeige am linken Fensterrand. Jede offene Verbindung verwaltet das Tool in einem separaten Reiter. Über das Menü Terminal ordnen Sie die Reiter an und gruppieren sie. So lassen sich mehrere Verbindungen gleichzeitig nutzen. Über Save Session im Menü Sessions sichern Sie alle offenen Verbindungen und arbeiten beim nächsten Start direkt an der gleichen Stelle weiter.

Über Send command to cluser setzen Sie einen Befehl an eine Auswahl offener Reiter ab – ideal, wenn Sie mehrere identische Systeme pflegen. Bei vielen offenen Reitern erweist sich der integrierte Alarm für Aktivitäten als nützlich. Lterm färbt den Namen des Reiters blau, sobald sich in der Sitzung etwas tut.

Lterm 1.4.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://lterm.sourceforge.net/

Protokollant

Mit dem flexibel konfigurierbaren Multitail 6.4.2 behalten Sie mehrere Log-Dateien parallel im Blick.

Bei der Analyse von Problemen stellen Protokolldateien die beste Quelle für Informationen dar. Um die laufend eingehenden Daten zu beobachten, greifen viele Anwender auf das GNU-Tool Tail zurück. Bei mehrere Log-Dateien stößt das aber an Grenzen – hier übernimmt Multitail auf Wunsch.

Auf den ersten Blick ähnelt das Tool dem bewährten Tail, bringt jedoch zahlreiche nützliche Zusatzfunktionen mit. Vor allem liefert es gleichzeitige, fortlaufenden Ausgaben mehrerer Dateien in einem Fenster. Mithilfe der Ncurses-Bibliotheken teilt das Programm dazu das Fenster auf. Zur besseren Übersicht blenden Sie einzelne Ausgaben vorübergehend aus.

Statt einer Log-Dateien leiten Sie bei Bedarf die Standardausgabe einer Software in das Tool um. Auf diese Weise behalten Sie mehrere Ausgaben im Blick. Sofern Sie nichts anderes konfigurieren, zeigt Multitail immer die letzten zehn Zeilen einer Ausgabe oder Datei an. Das Intervall zum Aktualisieren legen Sie beliebig fest.

Bei Bedarf suchen Sie in der Ausgabe nach Mustern oder heben für mehr Übersicht gefundene Passagen farblich hervor. Dabei dürfen Sie reguläre Ausdrücke als Suchmuster oder zum Ausblenden bestimmter Passagen verwenden. Dabei legen Sie die Ausdrücke für jede Ausgabe individuell fest.Neben der individuellen Suche beherrscht Multitail auch die Suche in einzelnen Ausgaben; das Ergebnis sehen Sie in einem separaten Bereich.

Nach der Installation ist Multitail sofort einsatzbereit. Anpassungen wie Zeitstempel oder das Setzen von Labeln erledigen Sie über Parameter auf der Kommandozeile. Eine Übersicht dazu finden Sie in der Manpage oder der Online-Hilfe, die Sie über [H] aufrufen.

Multitail 6.4.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.vanheusden.com/multitail

Filmamateur

Der SimpleScreenRecorder 0.3.8 führt schnell und schnörkellos durch die Konfiguration einer Aufnahme des Bildschirms. Das Ergebnis eignet sich für jeden gängigen Mediaplayer.

Der Name SimpleScreenRecorder ist ein Hinweis auf das einfache Bedienkonzept: Das Erstellen von Videos zu Programmen oder Spielen geht laut Entwickler leichter von der Hand als mit anderen Tools. Eine übersichtliche Oberfläche führt Sie durch die notwendigen Einstellungen. Für die GUI greift die Software auf die Qt-Bibliotheken zurück.

Nach dem Start landen Sie in der Konfiguration. Alle hier getroffenen Einstellungen dürfen Sie als Profil speichern und später erneut laden. Beim Video-Eingang haben Sie die Wahl zwischen dem gesamten Bildschirm, einem Fenster, einem definiertem Bereich oder der Umgebung des Mauszeigers. Das Programm zeichnet standardmäßig mit 30 Frames pro Sekunde auf. Bei Bedarf skaliert es die Bilder auf eine niedrigere Größe, die Audiodaten zeichnet es wahlweise via Pulseaudio oder Jackd auf.

Haben Sie die Quellen definiert, passen Sie im nächsten Fenster die jeweiligen Kodierungen an. Die Software unterstützt die Containerformate MP4, MKV, WebM und Ogg. Im Bereich Video-Codecs dürfen Sie zwischen H.264, VP8 oder Theora wählen. Bei den Audio-Codecs stehen MP3, Vorbis und AAC zur Auswahl. Das Tool zeigt dabei direkt an, ob der Container die jeweiligen Codecs unterstützt.

Zum Kodieren greift die Applikation intern auf Libav zurück. Haben Sie einen Dateinamen angegeben, leitet das Tool ihn an die Aufnahmesteuerung weiter. Hier sehen Sie alle Informationen und dürfen Tastenkürzel definieren, mit denen Sie die Aufnahme starten oder stoppen. Nach dem Aufzeichnen schreiben Sie die Daten mit Aufnahme speichern in die angegebene Datei. (agr)

SimpleScreenRecorder 0.3.8

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.maartenbaert.be/simplescreenrecorder/

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