Timeline

Die Zeitleiste zeigt den Verlauf eines Projekts. Alle Änderungen stellt Fossil in Form eines Graphen dar, der die Zwischenstufen und Verzweigungen umfasst. Neueste Änderungen erscheinen in Form eines Knotens ganz oben; Abbildung 3 zeigt als Beispiel die Entwicklung im (recht aktiven) Fossil-Projekt.

Abbildung 3: Die intensive Arbeit am Projekt schlägt sich in zahlreichen Einträgen im Versionskontrollsystem nieder.

Unter dem Menüpunkt Code oder Files erhalten Sie eine Liste der Inhalte des Projekts. Das Programm zeigt die Dateien und Verzeichnisse in drei Varianten an – alphabetisch sortiert gemäß der Verzeichnisstruktur (All), als Baumstruktur (Tree View) und sortiert nach der letzten Änderung (File Ages). In Abbildung 4 sehen Sie die Baumstruktur des Projekts.

Abbildung 4: Bei Bedarf zeigt das VCS die Inhalte des Projekts als Baumstruktur.

Der Eintrag Docs dient üblicherweise dem Zusammenstellen zusätzlicher Dokumente zum Projekt. Sie hinterlegen dort etwa Handbücher, Anleitungen sowie ein Stichwortverzeichnis. Mit Letzterem erreichen Sie die entsprechend referenzierten Einträge im Wiki.

Programmcode und Projekte entwickeln sich selten vollständig linear. Einzelne Zweige heißen umgangssprachlich Branches und besitzen meist einen spezifischen Namen. Sofern Sie dieses Feature in Fossil verwenden, erhalten Sie unter dem gleichnamigen Menüpunkt eine entsprechende Übersicht und die Möglichkeit, zu den Inhalten eines spezifischen Branches zu recherchieren.

Tickets dienen dazu, Aufgaben zu benennen und einer oder mehreren Personen zuzuordnen. In der Softwareentwicklung kommt diese Vorgehensweise häufig beim Beheben von Fehlern zum Einsatz sowie beim Erweitern von Funktionen ("Feature Request").

Jeder Fossil-Benutzer darf ein solches Ticket über den Browser erstellen, bearbeiten, einer Kategorie zuordnen, darin suchen sowie es später über die Kombination aus Kommandozeile und Ticket-ID einsehen. Für Letzteres kennt das Programm mit ticket einen speziellen Schalter.

Abbildung 5 zeigt ein ausgewähltes, älteres Ticket aus dem Fossil-Projekt. Das Programm hinterlegt jeweils die Nummer des Tickets sowie dessen Status, also ob es jemand bearbeitet oder ob es noch offensteht. Darüber hinaus setzen Sie darin die Wichtigkeit und geben eine Beschreibung ein. Letztere gibt Auskunft darüber, worum es geht und was zu tun ist. Jedem Status eines Tickets ist eine Farbe zugeordnet, womit Sie den Stand der Bearbeitung auf einen Blick erfassen (Abbildung 6).

Abbildung 5: Ein Ticket gibt auf einen Blick die wichtigsten Informationen preis, die Sie einer Aufgabe zugeordnet haben.
Abbildung 6: Über einen Farbcode haben Sie einen Überblick darüber, wie viele Tickets sich jeweils in einer Kategorie befinden.

Im Wiki laufen alle Informationen eines Projekts zusammen – wie eine dynamische Webseite, zu der jeder Benutzer etwas beiträgt. Sie sehen Änderungen samt Datum und Verfasser. Als Format beim Erstellen der Inhalte greift Fossil auf Markdown [13] zurück [14], sofern Sie das im Admin-Menü nicht in HTML geändert haben.

Fazit

Erfreulicherweise ist Fossil vollständig und verständlich dokumentiert. Es lohnt sich, einen Blick in das Buch von Jim Schimpf [15] zu werfen, das als PDF frei über die Seite des Projekts bereitsteht. Die letzte Veröffentlichung liegt allerdings eine Weile zurück – Fossil hat jedoch zwischenzeitlich etliche Ergänzungen erhalten, die das Buch noch nicht berücksichtigt. In der Summe erweist sich Fossil als schnelles und einfach zu bedienendes Werkzeug. Es wirkt unspektakulär und kommt ohne größere Stolperfallen daher, erfüllt aber seinen Zweck. So macht produktives Arbeiten Spaß. 

Danksagung

Der Autor bedankt sich bei Axel Beckert und Jim Schimpf für deren kritische Anmerkungen und Kommentare im Vorfeld dieses Artikels.

Der Autor

Frank Hofmann arbeitet in Berlin als Dienstleister mit Fokus auf Druck und Satz (http://www.efho.de). Seit 2008 koordiniert er das Regionaltreffen der Linux Usergroups aus der Region Berlin-Brandenburg. Er ist zudem Co-Autor des Debian-Paketmanagement-Buches (http://www.dpmb.org).

Infos

[1] Fossil: http://www.fossil-scm.org

[2] KISS-Prinzip: https://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

[3] Git-Annex: https://git-annex.branchable.com

[4] Git-Annex-Workshop: Georg Schönberger, "Ringtausch", LU 09/2014, S. 92, http://www.linux-community.de/31420

[5] Chisel: http://chiselapp.com

[6] Github: https://github.com

[7] SQLite: Wolfgang Dautermann, "Schmuckstück", LU 03/2012, S. 81, http://www.linux-community.de/24991

[8] SQLiteStudio: Harald Zisler, Jörg Luther, "Datenwerkstatt", LU 03/2016, S. 78, http://www.linux-community.de/35774

[9] Fuel: https://fuel-scm.org

[10] Fossil-GUI: http://chiselapp.com/user/sti/repository/fossil-gui/

[11] Jurassic-Fossil: https://github.com/pesegato/jurassic-fossil

[12] QL-Fossil: https://github.com/dchest/qlfossil

[13] Markdown im Überblick: http://markdown.de

[14] Office-Dokumente ohne Office: Roland Pleger, "Komplexes vereinfachen", LU 09/2016, S. 42, http://www.linux-community.de/37099

[15] Fossil-Buch: Jim Schimpf, "Fossil Version Control. A Users Guide", http://www.fossil-scm.org/schimpf-book/doc/2ndEdition/fossilbook.pdf

[16] SCCS: https://de.wikipedia.org/wiki/Source_Code_Control_System

[17] GNU RCS: https://www.gnu.org/software/rcs/rcs.html

[18] CVS: http://savannah.nongnu.org/projects/cvs

[19] Subversion: http://subversion.apache.org

[20] Git: https://git-scm.com

[21] Mercurial: https://www.mercurial-scm.org

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