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© Gajus, 123RF

Mit Googler im Terminal googeln

Herantasten

Das Kommandozeilenwerkzeug Googler ermöglicht mit vielen Parametern eine zielgerichtete Google-Suche im Terminal.

Das Verb "googeln" gehört längst zum allgemeinen Sprachschatz, wie der entsprechende Eintrag im Duden belegt. Gewöhnlich erledigen Sie die Google-Suche in einem Webbrowser oder einer App auf dem Smartphone. Dass es auch anders geht, zeigt das kleine Tool Googler [1], das die Suche auf die Kommandozeile verlegt.

Bevor Sie jetzt den Kopf schütteln und das als Gimmick abtun, sollten Sie einen ausführlicheren Blick auf das Programm werfen: Für bestimmte Einsatzzwecke hat es durchaus seine Berechtigung, und es könnte gut sein, dass Sie Ihre Meinung hinsichtlich des Tools noch ändern.

Immer wieder hört man, die Kommandozeile sei ein Ding der Vergangenheit und in modernen Distributionen bestehe für solch archaisches Arbeiten keine Notwendigkeit mehr. Das mag insofern sogar stimmen, als es Programme gibt, um Linux komplett per grafischer Oberfläche zu bedienen – und das ist gut so.

Trotzdem schätzen Administratoren und viele andere PC-Arbeiter das Terminal sehr. Der Autor selbst bekennt sich zu einem seit Langem eingespielten Arbeitsablauf, der situationsbedingt beides integriert. In dieses Szenario passt die Software Googler perfekt hinein und kommt seit Wochen – unter wachsender Begeisterung – im Alltag zum Einsatz.

Abbildung 1: Der eigentliche Prompt der Software bleibt bei Bedarf in einem eigenen Terminal ständig offen. So haben Sie schnellen Zugriff auf die Suche.

Neu und unbekannt

Das neue Tool hat noch nicht Eingang in alle Distributionen gefunden. Derzeit finden Sie es über das Paketmanagement bei Arch Linux im AUR und bei Debian in den Zweigen "Testing" und "Unstable". Unter Arch Linux installieren Sie Googler über den Befehl yaourt -S googler, unter Debian richtet apt install googler die Suche für die Kommandozeile ein. Die Software setzt lediglich Python in Version 3.3 voraus. Ob diese vorliegt, überprüfen Sie mit dem Kommando python3 --version im Terminal.

Für Debian-Derivate wie Ubuntu, Linux Mint und andere gibt es ein DEB-Paket [2]. Bei Ubuntu besteht zudem die Möglichkeit, Googler aus dem Archiv zu installieren, allerdings nicht in der aktuellen Version 2.8.1. Verwenden Sie hier besser das aktuelle Paket von der Website (oder der Heft-DVD). Nach dem Herunterladen installieren Sie es mit dem folgenden Befehl:

$ dpkg -i googler_2.8-1_all.deb

Die Versionsnummer müssen Sie gegebenenfalls anpassen, wenn Sie das Programm zu einem späteren Zeitpunkt online beziehen.

Schnell installiert

Anwender anderer Distributionen installieren die Software direkt aus dem Git-Archiv (Listing 1). Die letzten beiden Befehle sorgen dafür, dass die Autovervollständigung der Bash die Befehle der Software umfasst. Eine Aktualisierung auf neuere Versionen gelingt bei dieser Installationsart später über das Kommando sudo googler -U; haben Sie Googler aus den Repos einer Distribution eingerichtet, nutzen Sie für Updates das Paketmanagement.

Listing 1

$ cd /tmp
$ git clone https://github.com/jarun/googler/
$ sudo make install
$ cd auto-completion/bash/
$ sudo cp googler-completion.bash /etc/bash_completion.d/

Auch ohne Installation starten Sie die Applikation nach dem Herunterladen direkt aus dem Ordner, indem Sie ./googler eingeben. Die recht dezente Farbgebung der Ausgabe passen Sie bei Bedarf über Farbcodes an. Die Legende dazu findet sich auf Github unter der Überschrift Colors [3].

Abbildung 2: Bei einer einfachen Suche ohne Parameter zeigt das Programm zehn Ergebnisse im Terminal an.

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