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© Maksym Yemelyanov, 123RF

Mit Partkeepr das Inventar verwalten

Bestandsaufnahme

Wer im Lager den Überblick behält, plant Kapazitäten wirtschaftlich und sorgt für einen gewinnbringenden Durchsatz. Partkeepr hilft dabei.

Im Handel bildet eine vorausschauende Warenwirtschaft die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Je mehr Artikel das Sortiment umfasst, umso wichtiger ist der stets aktuelle Überblick über die Bestände. Auch in der Produktion muss man stets wissen, welche Komponenten noch in ausreichender Stückzahl vorliegen und welche knapp werden. Linux und die freie Software Partkeepr sorgen dabei für Ordnung im Warenbestand.

Das Programm eignet sich aufgrund seines Aufbaus selbst für sehr große Lagerbestände. Das setzt aber eine professionelle Umgebung auf Basis von LAMP voraus, die nicht nur als Datenbank-Backend fungiert, sondern mit Apache den Webserver bereitstellt, der Abfragen und Eingaben im Firmen-Intranet von jeder Workstation aus ermöglicht. Die früher als PartDB2 benannte Lösung steht zudem als freie Software unter der GPLv3-Lizenz und besitzt eine große Gemeinde aus Anwendern und Entwicklern.

Die Software steht auf der Projektseite in unterschiedlichen Formen bereit: Neben ZIP- und TBZ2-Archiven findet sich dort auch eine virtuelle Appliance für Oracles Virtualbox. Sie beherbergt jedoch nicht die aktuelle Version von Partkeepr und läuft zudem ohne Firewall. Damit eignet sich das rund 555 MByte virtuelle Image nur zum Ausprobieren. Zusätzlich bieten die Entwickler den Quellcode zum Download an [1].

Die Software als solche gibt sich nicht anspruchsvoll, eine Installation etwa unter Ubuntu 16.04 LTS [2] gelingt problemlos. Viele andere Lösungen zum Inventarisieren scheitern derzeit an der PHP7-Umgebung.

Installation

Die aktuelle Partkeepr-Variante – sie benötigt wie erwähnt eine funktionstüchtige LAMP-Umgebung – laden Sie als rund 71 MByte großes ZIP zunächst von der Webseite herunter und entpacken es in ein beliebiges Verzeichnis. Anschließend verschieben Sie den Ordner mit den entpackten Dateien ins Document-Root des Webservers, also in der Regel nach /var/www/. Dann aktivieren Sie als Administrator die Apache-Module userdir und rewrite:

# a2enmod userdir rewrite

Nun ändern Sie die Apache-Konfiguration und fügen in die Datei /etc/apache2/apache2.conf mit einem Texteditor die Zeilen aus Listing 1 ein.

Listing 1

<Directory /var/www/partkeepr-1.1.0/>
  AllowOverride All
</Directory>

Anschließend passen Sie das Wurzelverzeichnis an, indem Sie wiederum mit den Rechten des Administrators die Datei /etc/apache2/sites-available/000-default.conf kopieren und entsprechend dem Virtual Host benennen, den Sie verwenden wollen. Mit einem Texteditor modifizieren Sie dann den Abschnitt DocumentRoot so, dass dort der Pfad /var/www/partkeepr-1.1.0 steht. Um über eine per SSL gesicherte Verbindung auf die Seite zuzugreifen, ändern Sie in der entsprechend benannten Kopie der Datei /etc/apache2/sites-available/default-ssl.conf ebenfalls den Abschnitt DocumentRoot in gleicher Weise ab.

Im letzten Schritt modifizieren Sie noch in der Datei php.ini die maximale Laufzeit eines Skripts und tragen die aktuelle Zeitzone ein. Dazu öffnen Sie mit einem Editor – sofern PHP7 im Einsatz ist – die Datei /etc/php/7.0/apache2/php.ini. Arbeiten Sie mit einem älteren System, das PHP 5.6x an Bord hat, so finden Sie diese Datei im Verzeichnis /etc/php5/apache2/. In der Datei erhöhen Sie den Wert für die Variable max_execution_time von 30 auf 120. In der Zeile date.timezone = tragen Sie entsprechend der Zeitzone für Mitteleuropa den Wert Europe/Berlin ein.

Danach führen Sie mit Root-Rechten einen Neustart des Webservers aus, indem Sie im Terminal service apache2 restart tippen. Nun rufen Sie im Webbrowser die entsprechende URL für den virtuellen Host auf und hängen an diese /web/setup an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das eigentliche Setup von Partkeepr nehmen Sie im Webbrowser vor, die Vorarbeiten erledigen Sie im Dateisystem.

Einrichtungsarbeiten

Nach einem Klick auf Next unten rechts im Setup prüft das Programm zunächst, ob das System alle Voraussetzungen erfüllt, und zeigt unter Umständen fehlende oder zu alte Komponenten an, die Sie via Update auf den aktuellen Stand bringen müssen. Dabei fiel im Test auf, dass die nachträgliche Installation von mehreren PHP-Modulen nötig war.

Ein Klick auf die Schaltfläche Show Errors fördert detaillierte Angaben zu den fehlenden Modulen und anderen Problemen zutage (Abbildung 2). Sie ziehen diese Pakete in den meisten Fällen komfortabel per Paketmanager nach. Danach starten Sie auf der Kommandozeile mit service apache2 restart den Webserver neu und prüfen anschließend im Browser durch einen Klick auf Re-run checks erneut den Zustand.

Abbildung 2: Zuerst testet die Software, ob das System alle Voraussetzungen erfüllt. Im Test war es notwendig, noch einige Module nachträglich zu installieren.

In den weiteren Reitern des Setups geben Sie die Daten zum Authentifizieren an und konfigurieren die MySQL-Datenbank. Unter Database Parameters legen Sie im Eingabefeld Database Hostname: den Eintrag für den entsprechenden Rechner an. In den Feldern Database Name: und Database Username: tragen Sie jeweils den Namen PartKeepr ein, im Feld Database Password: geben Sie ein Passwort Ihrer Wahl ein.

Aktivieren Sie danach rechts neben den Eingabefeldern die Option Show commands to create the database, und kopieren Sie die angezeigten Befehle in die Zwischenablage. Dann wechseln Sie in ein Terminal und melden sich auf dem entsprechenden Rechner mit mysql -u root -p mit dem ursprünglich vergebenen MySQL-Passwort bei der Datenbank an. Danach kopieren Sie die Befehle aus der Zwischenablage in die Kommandozeile. Damit legen Sie die Datenbank mit den angegebenen Passwörtern an. Über ein quit am Prompt verlassen Sie die Schnittstelle zur Datenbank wieder.

Nun schalten Sie im Setup-Fenster zum nächsten Reiter weiter. Die Routine konfiguriert in diesem Reiter das System, was meist einige Zeit in Anspruch nimmt. Anschließend geben Sie im Reiter User Data Daten ein, mit denen sich künftig der Administrator der Software authentifiziert. Achten Sie beim Passwort penibel auf Groß- und Kleinschreibung, da die Konfiguration keine zweite Abfrage zum Verifizieren bietet.

Nach einem Klick auf Next wechselt das Setup zu einem Reiter, der auf die Möglichkeit hinweist, über Cronjobs die Daten zu sichern. Klicken Sie in diesem Fenster auf Submit, landen Sie im Login-Bildschirm der Software. Nach Eingabe der Daten zum Authentifizieren erscheint der Hauptbildschirm des Programms (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach dem Start erscheint der Teilemanager – hier bereits gut bestückt.

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